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„Cinderella“: Ein feministisches Musical ohne Wow-Effekt

„Cinderella“: Ein feministisches Musical ohne Wow-Effekt
Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

In der Neuverfilmung auf Amazon Prime will Cinderella nicht mehr die große Liebe finden, sondern Karriere als alleinstehende Frau machen. Eine gute Idee, doch die Umsetzung ist nur teilweise gelungen, meint MADS-Autorin Lea.



Cinderella hat nur einen Traum: raus aus dem dunklen Keller und rein ins eigene Geschäft mit selbst geschneiderten Kleidern. In der Neuverfilmung des Märchenklassikers auf Amazon Prime hat die Hauptfigur ambitioniertere Pläne, als das Herz des Prinzen zu gewinnen. Andere Handlungselemente sind dagegen altbekannt: Nach dem Tod ihres Vaters lebt Cinderella bei ihrer Stiefmutter und den Stiefschwestern – und ist deren Schikanen ausgesetzt. Als sie schließlich die Möglichkeit bekommt, auf dem Ball des Prinzen ihre Arbeit vorzustellen, sieht sie darin ihre große Chance zum Erfolg. Allerdings geschieht etwas, womit die junge Schneiderin nicht gerechnet hat: Der schöne Prinz verliebt sich in sie. Doch passt ein Leben als Königin zu ihren Karriereplänen?


„Cinderella“: Gute Schauspieler und starke Charaktere

Die Filmemacher lösen das klassische Rollenbild aus dem Märchen auf und zeichnen mit der Hauptfigur, gespielt von Sängerin Camila Cabello, eine starke und unabhängige junge Frau. Die feministische Message des Films wird auch von Figuren wie der „Fab G“, also Cinderellas guter Fee (Billy Porter), getragen.

Die böse Stiefmutter Vivian ist eigentlich gar nicht so böse, sondern eher bemitleidenswert. Sie beneidet Cinderella um ihre Träume vom eigenen Business – Träume, die sie sich selbst nie erfüllen konnte. Sie singt ein Cover von Madonnas „Material Girl”, der allerdings weniger zum Thema passt. Insgesamt weicht die Figur stark vom Original ab.

Musikszenen beanspruchen zu viel Zeit

Der Film bietet echte Gefühlsmomente und aufwendig inszenierte Musicalszenen. Durch die Zeit, die fürs Singen genutzt wird, kommen allerdings manche Handlungsstränge zu kurz. So bleiben zum Beispiel bei der Geschichte von Cinderella und dem Prinzen am Ende noch einige Fragen offen. Somit ist „Cinderella“ ein unterhaltsamer Film, bei dem der Wow-Effekt jedoch ausbleibt.

Von Lea Stockmann


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Über den Autor/die Autorin:

MADS-Team

Unter diesem Namen sammeln wir Beiträge von Gastautorinnen und -autoren, Autorenkollektiven oder freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei MADS. Die Namen des jeweiligen Autors oder der jeweiligen Autorin stehen unter dem einzelnen Beitrag.

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