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So klingt „I Just Wanna Know What Happens When I’m Dead“ von Hot Milk

So klingt „I Just Wanna Know What Happens When I’m Dead“ von Hot Milk
Foto:  Music For Nations

Kraftvolles Gefühlschaos: Die Band Hot Milk hat ihre zweite EP rausgebracht. Auf „I Just Wanna Know What Happens When I’m Dead“ mischen die Briten erfolgreich verschiedene Stimmen, mitreißenden Pop-Punk und nachdenkliche Texte.


Was passiert, wenn man tot ist? Dieser und weiteren Fragen geht die Band Hot Milk auf ihrer neuen EP „I Just Wanna Know What Happens When I’m Dead“ nach. Die Musiker spielen eingängigen Pop-Punk mit Ohrwurmcharakter, doch was sie am meisten hervorhebt, sind die wechselnden Sänger. Mit Jim Shaw und Han Mee mischt die vierköpfige Gruppe männlichen und weiblichen Gesang. Niemand steht im Vordergrund, die Verteilung der Parts ist gleichmäßig und die Stimmen ergänzen einander.

Neue EP von Hot Milk durchgängig stark

Bereits der Titelsong verliert keine Zeit, direkt beginnt die energiegeladene Musik und gibt den Ton für die folgenden Lieder vor. Die mitreißenden Melodien stehen im direkten Kontrast zu den Lyrics: Die Texte sind düster, nachdenklich und hilflos, handeln von Depressionen, Medikamenten und persönlichen Zukunftsängsten. Damit treffen die jungen Musiker aus Manchester ebenso den Nerv der Zeit wie mit den immer wieder eingestreuten technischen Elementen. Insgesamt erfindet die EP das Genre nicht neu, führt es jedoch modern fort.

Im Voraus hat die Band bereits drei der fünf Songs als Singles mit Musikvideo veröffentlicht, doch auch „Woozy“ und „The Good Life“ können sich sehen lassen. Vor allem Letzteres überzeugt auch als poppigstes Lied des Albums. Mit „Split Personality“, dem härtesten Song, endet die EP. Für Hot Milk, die sich erst 2018 gegründet und bisher kein vollständiges Album veröffentlicht haben, ist „I Just Wanna Know What Happens When I’m Dead“ ein starker Schritt in ihrer Karriere.

Pop-Punk-Revival im Mainstream

Mit den härteren und doch eingängigen Klängen sind Hot Milk jedoch nicht allein. Pop-Punk war als seichtere Form des rebellischen Punk-Rock ursprünglich mit Bands wie blink-182 in den Neunzigern und Nullern groß. Derzeit erfährt das Genre ein Revival. So veröffentlichte Rapper Machine Gun Kelly 2020 mit „Tickets To My Downfall“ ein Pop-Punk-Album, welches das Genre wiederbelebte, und auch Sänger Yungblud reizt die härteren Grenzen des Mainstream aus.


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Über den Autor/die Autorin:

Annika Eichstädt

Annika (23) macht ihren Master in Neuerer Deutscher Literaturwissenschaft. Das ist zwar brotlose Kunst, aber sie liest oder schreibt nun einmal den ganzen Tag. Bei MADS rezensiert sie am liebsten Musik oder Serien.

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