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Menschlich, emotional, lebensnah: „Windstärke 17“ von Caroline Wahl

Menschlich, emotional, lebensnah: „Windstärke 17“ von Caroline Wahl
Foto: Frederike-Wetzels

Die Geschichte von Tilda und Ida endet nicht mit dem Ende von „22 Bahnen“, dem Debüt von Caroline Wahl. Mit stürmischen Emotionen und viel Kraft weht uns nun Idas Geschichte in „Windstärke 17“ um die Ohren, meint MADS-Autorin Sophie.


Während das Leben von Tilda am Ende von „22 Bahnen“ hoffnungsvoll und optimistisch aussieht, schlittert das ihrer kleinen Schwester Ida immer weiter zum Rande des Abgrunds. Und genau dort startet „Windstärke 17“, die Fortsetzung von Caroline Wahls Debütroman.

Kurz nach dem Tod ihrer Mutter steht sie da – mit einem Schuldenberg und einem Studium, das sie abbrechen möchte. Ida, das kleine elfjährige Mädchen aus „22 Bahnen“, ist nun eine junge Frau. Zufällig strandet sie auf Rügen. Dort trifft sie die einfühlsamen Inselbewohner Marianne und Knut, die sie aufnehmen, und noch dazu Leif, einen DJ, dem das Leben gerade schwerfällt. Mit ihnen und manchmal auch alleine versucht Ida, ihr Leben mehr oder weniger in den Griff zu bekommen und schwimmt dabei durch ein Meer der Gefühle, Erinnerungen und des Menschseins.

„Windstärke 17“ setzt Handlung um Ida fort

Jahre sind nach dem Ende von „22 Bahnen“ vergangen, und es war am Anfang der Lektüre ein wenig erschreckend, wie sehr sich doch das kleine, schüchterne Mädchen verändert hat. Ida ist zunächst kaum noch wiederzuerkennen. Doch mit der Zeit sind die altbekannten Wesenszüge der Protagonistin langsam wieder zu erkennen, was das Leseerlebnis umso schöner und vertrauter macht. Als würde man einen gekannten und gemochten Menschen nach langer Zeit wiedersehen.

Wie auch im ersten Teil sind die Protagonistinnen und Protagonisten nicht schwarz und weiß, sondern mit vielen Abstufungen und Schatten gezeichnet. Es gibt nicht nur die Empathische oder den Starken, denn solche Bezeichnungen würden den Figuren nicht gerecht werden.

Roman sprudelt vor Emotionen und Stärke

Caroline Wahl schreibt in Emotionen. Bei jedem Kapitel sitzen die Gefühle der Menschen mit am Tisch. Die Protagonistinnen sind stark. Ida ist so stark, dass sie den Lesenden ein wenig Kraft davon abgibt. Dabei steht sie aber nicht still wie ein kräftiger Fels in der Brandung, sondern lebt, fühlt, schwimmt, kämpft.  Ihre Trauer, ihr Schmerz, die Schuld, die sie verspürt. Und auch wenn Ida Sachen macht, die zwar nicht sachlich und neutral verständlich sind, fühlt man sie und versteht.

Autorin Caroline Wahl. Foto: Frederike Wetzels

Die Liebe zu Menschen

Ida wird von niemandem gerettet, sie rettet sich aber auch nicht alleine. Denn es gibt Menschen, die ihr helfen – und es gibt Menschen, denen sie hilft. Zwischen sonnigen und regnerischen Ostseetagen zeigt Wahl, was so gut daran ist, ein Mensch zu sein und wie man damit Leben verbessern kann: mit Zuhören, Einfühlsamkeit, Dasein und Zusammenhalten.

Von Sophie Sartison


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Über den Autor/die Autorin:

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Unter diesem Namen sammeln wir Beiträge von Gastautorinnen und -autoren, Autorenkollektiven oder freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei MADS. Die Namen des jeweiligen Autors oder der jeweiligen Autorin stehen unter dem einzelnen Beitrag.

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