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Wichtige Repräsentation: Superman ist bisexuell

Wichtige Repräsentation: Superman ist bisexuell
Foto: DC Comics

Superman ist der wohl bekannteste Superheld der Welt – und er ist queer. Denn der aktuelle Superman Jon Kent ist bisexuell. Damit schafft DC Comics Identifikationspotenzial für Leserinnen und Leser, kommentiert MADS-Autorin Annika.


Den Coming Out Day am 11. Oktober hat DC Comics in diesem Jahr gut genutzt – und zwar für keinen geringeren Helden als Superman. Der Verlag kündigte die anstehende Beziehung des Superhelden mit einem anderen Mann an.

Jon Kent ist aktuelle Version von Superman

Superman ist die wohl bekannteste Comicfigur überhaupt. Er verkörpert den Prototypen des starken Helden, sein Name ist Synonym für eine Person, die alles schaffen kann. Bereits seit 1938 retten verschiedene Versionen des Charakters die Welt.

Der aktuelle Superman in den Comics von DC ist nicht der Kryptonier Kal-El mit dem menschlichen Alter Ego Clark Kent, den man auch aus den Kinofilmen kennt, sondern Jon – der Sohn von Clark Kent und der Journalistin Lois Lane. 2015 wurde Jon Kent als Superboy vorgestellt, seit Juli 2021 ist er als neuer Superman Protagonist der monatlich erscheinenden Reihe „Superman: Son of Kal-El“. Wie sein Vater verfügt er über übermenschliche Kraft und Sinne, hat einen Röntgenblick, ist nahezu unverwundbar und kann fliegen. In seinen Geschichten setzt er sich mit modernen Themen wie Umwelt und Geflüchteten auseinander – ein Update in puncto Sexualität fügt sich da gut ein. Der Comicverlag DC Comics kündigte an, dass Superman in der am 9. November erscheinenden fünften Ausgabe der Reihe eine Beziehung mit dem Reporter Jay Nakamura beginnt.

Autor Taylor: Coming-Out ist kein Gimmick

Comicbuchautor Tom Taylor zufolge soll Jon Kents Sexualität nicht nur einem Trend folgen. „Es ist kein Gimmick“, betont er in einem Video-Interview mit dem LGBT+-Newsportal „Openly“. Viel mehr habe er es als verschwendetes Potenzial gesehen, einen weiteren „straight white savior“ zu schreiben. Wichtig sei, dass Supermans Werte wie Hoffnung, Wahrheit und Gerechtigkeit erhalten bleiben, er dabei aber die Erfahrungen vieler Leserinnen und Leser widerspiegle. Im Vordergrund stehe in den neuen Abenteuern Jons Selbstfindung als neuer Superman. Die Reaktionen auf das Coming-Out seien positiv gewesen, so Taylor.

Superman als wichtige Identifikationsfigur

Dass einer der größten fiktiven Helden der Welt sich als Teil der LGBTQ+-Community outet, ist nicht unerheblich. Kinder sehen zu den Figuren auf, und auch Ältere würden sich manchmal sicher wünschen, sie hätten Superkräfte. Die Neuerung im DC-Universum schafft gleichzeitig mehr Repräsentation im Mainstream und größeres Identifikationspotenzial für Leserinnen und Leser.

Natürlich ist der neue Superman nicht der erste Comicheld, der Teil der LGBTQ+-Community ist. Der erste offen schwule Superheld war Jean-Paul Beaubier alias Northstar aus der Marvel-Reihe „Alpha-Flight“, der später auch als Teil der „X-Men“ auftrat. Der Charakter ist seit 1992 geoutet, 2012 fand mit ihm die erste gleichgeschlechtliche Hochzeit in der Geschichte der Comics statt. Northstar folgten weitere Helden, darunter bei DC Batwoman Kate Kane. Bisexualität ist hingegen ein eher selten abgedeckter Teil der Community.


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Über den Autor/die Autorin:

Annika Eichstädt

Annika (23) macht ihren Master in Neuerer Deutscher Literaturwissenschaft. Das ist zwar brotlose Kunst, aber sie liest oder schreibt nun einmal den ganzen Tag. Bei MADS rezensiert sie am liebsten Musik oder Serien.

1 Kommentar

  1. Avatar

    Wenn man mal die US-Verkauszahlen von DC und Marvel mit denen aktueller Manga vergleicht, dann juckts das unterm Strich niemanden…

    Antworten

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