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Feminismus-Debatte: Die wichtigsten Begriffe

Feminismus-Debatte: Die wichtigsten Begriffe
Foto: Unsplash/ Lindsey Lamont

Genderstereotype, Intersektionalität und Misogynie: Was bedeuten diese Begriffe überhaupt? MADS hilft dabei, die Feminismus-Debatte besser zu verstehen.


Der Weltfrauentag und die Ermordung von Sarah Everard haben die Debatte über Gewalt gegen Frauen und fehlende Gleichberechtigung angeheizt. Dabei fallen immer wieder theoretische Fachbegriffe. Doch was heißt eigentlich Misogynie und wer sind FLINTA? MADS stellt sechs Begriffe vor, die in Gesprächen über den Feminismus häufig fallen.

Cis-Gender: Cis-Männer und Cis-Frauen bezeichnen Menschen, deren Geschlechtsidentität mit dem Geschlecht, das bei der Geburt zugewiesen wurde, übereinstimmt. Zugewiesen wird das Geschlecht dabei anhand sichtbarer körperlicher Merkmale. Bei Transpersonen gibt es diese Übereinstimmung nicht.

Feminismus: Der Begriff ist den meisten mittlerweile bekannt. Dennoch gibt es immer wieder Gerüchte, Feminismus richte sich gegen Männer. Unter anderem das Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) macht aber deutlich, dass Feminismus nichts mit der Abwertung von Männern zu tun hat. Stattdessen setze sich die politische Bewegung Gleichberechtigung und der Aufhebung der Genderstereotype zum Ziel. Um Männerhass geht es also nicht – ganz im Gegenteil. Männer sollen vom Feminismus ebenso profitieren, denn auch sie können unter den Stereotypen ihres Geschlechts leiden.

FLINTA: Die Abkürzung „FLINTA“ steht für Frauen (spezifisch cis hetero Frauen), Lesben, Inter Menschen, Nichtbinäre Menschen, Trans Menschen und Agender Menschen. Genutzt wird die Bezeichnung oft, um zu verdeutlichen, wer bestimmte Räume und Veranstaltungen (z.B. Demonstrationen) besuchen darf. Ausgeschlossen werden dabei ausschließlich Cis-Männer. Um für alle FLINTA einzustehen, wurde der Weltfrauentag vielerorts in „Feministischer Kampftag“ umbenannt.

Genderstereotype: Auf Basis der äußerlich abgelesenen Geschlechtszugehörigkeit werden Menschen bestimmte Stereotype zugeschrieben. Während Männern Rationalität und Stärke zugeschrieben werden, verbindet man Weiblichkeit mit Emotionalität und Schwäche. Studien konnten bereits mehrfach belegen, dass solche unterbewussten Zuschreibungen existieren.

Intersektionalität: In der Geschlechterforschung nimmt die Intersektionalitätstheorie seit den 1990er-Jahren eine zentrale Rolle ein. Sie thematisiert das Zusammenspiel unterschiedlicher Kategorien der Ausgrenzung. Vor allem schwarze Feministinnen machten darauf aufmerksam, dass neben dem Geschlecht auch Ethnizität, Klasse, Nationalität, Sexualität, Behinderungen und weitere Faktoren die systematische Benachteiligung verstärken können. Zu den bekanntesten Begründerinnen der Theorie zählen etwa Kimberlé Crenshaw und Sojourner Truth.

LGBTQI: Die Abkürzung LGBTQI steht für Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Queer und Intersex. Auf deutsch übersetzt also: lesbisch, schwul, bisexuell, trans, queer und intersexuell. Die Bezeichnung repräsentiert also Menschen, die von der heterosexuellen Norm in ihrer sexuellen Orientierung, Geschlechtsidentität oder ihrem Körper abweichen.

Misogynie: Der Duden übersetzt Misogynie in „Frauen entgegengebrachte Verachtung, Geringschätzung; Frauenfeindlichkeit„. Grundsätzlich geht es bei dem Begriff um eine Frauenfeindlichkeit, die auch gesellschaftlich verinnerlicht ist. Unter anderem in der Debatte um Meghan Markle wird von Misogynie gesprochen, da ihre Sorgen nicht ernst genommen und ihr vorgeworfen wird, ihre Emotionen manipulativ einzusetzen.

Patriarchat: Grundsätzlich richtet sich der Feminismus gegen patriarchale Strukturen. Die Historikerin Gerda Lerner fasste bereits 1991 das Patriarchat als Herrschaft der Männer über Frauen und Kinder zusammen. Dies bedeutet eine männliche Dominanz in einem Großteil der Lebensbereiche. Das Gegenstück hierzu ist das Matriarchat, in dem die Frauen eine herrschende Rolle übernehmen. Als wichtigste matriarchale Gesellschaft sind die Minangkabau bekannt, eine Ethnie auf der indonesischen Insel Sumatra.

Victim Blaming: Wenn Opfer von sexueller Gewalt beschuldigt werden, für die Tat mitverantwortlich zu sein, spricht man von Victim Blaming. Dies ist etwa dann der Fall, wenn den Opfern aufgrund ihrer Kleidung eine Mitschuld zugesprochen wird.


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Über den Autor/die Autorin:

Nina Hoffmann

Nina (24) studiert Soziologie und kennt somit alle Sprüche über eine Karriere als Taxifahrerin. Statt an ihren Fahrkünsten zu feilen, liest sie lieber Texte über Gender-Fragen und Emanzipation - oder noch besser: Die dazugehörigen Kommentare der Facebook-Nutzer/innen.

4 Bemerkungen

  1. Avatar

    Ich frage mich, wem diese Abkürzungen beigebracht werden sollen. Bei der akademisierten Sprache scheint mir das Unterfangen einer Art Aufklärung kontraproduktiv. Vielleicht befördert diese Art der Information sogar die Abneigung sich mit den dahinter steckenden Problemen zu befassen.

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  2. Avatar

    „Männer sollen vom Feminismus ebenso profitieren, denn auch sie können unter den Stereotypen ihres Geschlechts leiden.“ – lel als ob. Männerprobleme jucken euch doch nicht.

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  3. Avatar

    Liebe Frau Hoffmann,

    lesen Sie mal bitte Ihren Artikel:

    Unter dem Stichwort Feminismus heisst es, er richte sich nicht gegen Männer. Der offensichtlich feministische Begriff direkt darunter (FLINTA) beschreibt eine Abkürzung, die Männer ausschließt, sich also konkret und ausschließlich gegen Männer richtet. Das ist ein Widerspruch.

    Der verlinkte Artikel des DWDS zum Feminismus enthält (entgegen Ihrer Darstellung) keinen Hinweis darauf, „dass Feminismus nichts mit der Abwertung von Männern zu tun hat“.

    Aus meiner Sicht ist Ihr Beitrag entweder äußerst schlampig geschrieben oder tendenziös.

    Wenn Sie auf diesem Niveau ihr Studium mit Erfolg abschliessen, dann haben Sie diesen Abschluss nicht verdient.

    Da ich als Mann für viele am Thema interessierte Menschen vermutlich keine Meinung zu diesem Thema haben darf, möchte ich zum Abschluss meiner Rückmeldung noch eine kluge und gebildete Frau zitieren: „Man kann alle Ziele des Feminismus verfolgen, ohne Feministin zu sein.“

    Schöne Ostertage,
    mit freundlichen Grüßen

    ein Mann

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  4. Avatar

    Ich habe ein Problem mit Ihrer Formulierung zu „FLINTA“. Warum um alles in der Welt dürfen Cis-Männer „bestimmte Räume und Veranstaltungen (z.B. Demonstrationen)“ nicht „besuchen“? Warum sollte einem Menschen mit z. B. ausgeprägtem Unrechtsbewusstsein das Engagement für Gendergerechtigkeit verwehrt werden? Aufgrund seiner sexuellen Selbstwahrnehmung wird also ein Mensch von anderen Menschen, die sich für „Gleichberechtigung und der Aufhebung der Genderstereotype“ einsetzen, von z. B. einer Demonstration ausgeschlossen?

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