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„Look Both Ways“: Netflix-Film geht am Thema vorbei

„Look Both Ways“: Netflix-Film geht am Thema vorbei
Foto: Netflix

In der neuesten Netflix-Rom-Com „Look Both Ways“ steht Lili Reinhart vor zwei Realitäten: eine mit Kind
und eine ohne. Das Thema der ungewollten Schwangerschaft wird dabei allerdings idealisiert
, meint MADS-Autorin Lea.


Ein One Night Stand kurz vor ihrem College Abschluss ändert für Natalie (Lili Reinhart) alles. Oder zumindest hat er das Potenzial dazu. Sie macht einen Schwangerschaftstest und steht vor zwei Zeitlinien: In der einen ist sie nicht schwanger, zieht mit ihrer besten Freundin Cara nach Los Angeles und verfolgt ihren Traum, Animatorin zu werden. Daneben gibt es die Realität, in der der Test positiv ist, sie zurück zu ihren Eltern nach Texas zieht und als alleinerziehende Mutter ihre Träume aufgibt.

Fehlende Tiefe für schwieriges Thema

Der Film passt eigentlich perfekt in die Zeit – eine Zeit, in der gerade in den USA die Rechte der Frauen auf der Kippe stehen und Schwangerschaftsabbrüche verboten werden. Jedoch ergreift der Film leider eben nicht die Möglichkeit, dieses Thema klar anzusprechen, sondern er vereinfacht komplexe Inhalte in einer Komödie. Die Frage eines Schwangerschaftsabbruchs wird gar nicht gestellt, sondern es gibt immer nur ein Entweder-oder: Karriere oder Kind, Single oder vergeben, Texas oder Los Angeles. Der Film geht dazu über, das ungewollte Kind als Schicksal zu idealisieren, ohne überhaupt zu erklären, warum Natalie das Kind mit 22 behält.

„Look Both Ways“ verfehlt die Message

All die wichtigen Themen, die der Film scheinbar behandelt, finden keine Tiefe in „Look Both Ways“. Es geht nicht um die freie Entscheidungsmöglichkeit einer jungen Frau, sondern darum, eine ungewollte Schwangerschaft zu romantisieren. Außerdem vermittelt der Film das äußerst zweifelhafte Bild, junge Frauen müssten sich zwischen Kind und Karriere entscheiden.

Von Lea Stockmann


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Über den Autor/die Autorin:

MADS-Team

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