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Elton John und Co.: Wie die Generation Z alte Musik für sich entdeckt

Elton John und Co.: Wie die Generation Z alte Musik für sich entdeckt
Foto: Greg Allen/Invision/AP/dpa

Musiklegenden wie die Beatles und Elton John sind auch vielen jungen Menschen noch ein Begriff. Wie auch einige andere Künstler aus dem vergangenen Jahrhundert schaffen sie es, auf Tiktok und Spotify aktuell zu bleiben. Was ist ihr Trick?


GAYLE, Ed Sheeran, Justin Bieber, Olivia Rodrigo: Oft dominieren (mehr oder weniger) junge Musiker die Charts. Doch auch Elton John (74) hält sich seit Wochen in den Top Ten. Und er ist nicht der einzige Künstler dieser Altersklasse, den die Generation Z für sich entdeckt hat.

Elton John nimmt Song mit Dua Lipa auf

Obwohl Musiker wie Elton John den Höhepunkt ihrer Karriere schon seit einer Weile hinter sich haben, laufen ihre Songs weiter. Und das ist wichtig, denn nur durch das Erreichen eines jungen Publikums bleibt die Musik aktuell. Sicherzustellen, dass Songs ein Ohrwurm bleiben, gelingt auf verschiedene Weisen.

Für den Song „Cold Heart“ hat sich Elton John mit Dua Lipa zusammengetan. Im vergangenen Jahr veröffentlichte er außerdem ein Weihnachtsalbum, das sogar nur aus Zusammenarbeiten mit anderen Künstlerinnen und Künstlern bestand. Die Features mit aktuell beliebten Musikerinnen und Musikern verschaffen ihm Zugang zu einem deutlich breiteren, jüngeren Publikum. Außerdem hat er so die Möglichkeit, stilistisch zu variieren.

Reduce, reuse, recycle – auch in der Musikbranche

Kollaborationen sind nicht die einzige Möglichkeit, die Gen Z zu erreichen. Manchmal genügt es, sich auf einen Hit zu verlassen, der es schon geschafft hat. So klingt etwa der Gitarrenpart aus „Lucid Dreams“ von Juice WRLD doch sehr vertraut. Denn der Rapper nutzt Passagen aus Stings „Shape of my Heart“ aus dem Jahr 1993.

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Das sogenannte Sampling, also das Verwenden von bereits existierenden Songs, ist beliebt, weil es für beide Seiten Vorteile hat. Für „Lucid Dreams“ musste Juice WRLD die Begleitung nicht neu erfinden, sondern konnte auf einen Part zurückgreifen, der schon einmal erfolgreich war. So kann er sich Bekanntheit sichern. Sting hingegen profitiert nicht nur von den Lizenzgebühren: Menschen setzen sich mit dem sonst vielleicht vergessenen Originalsong auseinander.

In manchen Fällen reicht schon der Sound allein. Michael Jacksons unverkennbarer Klang scheint definitiv eine Inspiration für The Weeknds neues Album „Dawn FM“ gewesen zu sein. Obwohl der keine Samples verwendet, wecken Beat und Lyrics Erinnerungen an den King of Pop.

Die wohl bekannteste Art, auf die Lieder interessant bleiben, sind Covers und Remixes. Wo Frankie Vallis „Can´t Take My Eyes Off You” von 1967 inzwischen veraltet sein mag, schaffte es die Version „ily“ von Surf Mesa 2020 auf Platz 7 der Charts.

Neuer Hype durch Tiktok-Sounds

Am einfachsten erreichen Bands und Künstler die junge Generation natürlich über soziale Netzwerke. Posts können innerhalb von Minuten viral gehen – und davon profitieren Songs, die lange nicht mehr aufgefallen sind. TikTok-Trends lassen Oldies aus den Siebziger-Jahren wie „Love Grows (Where My Rosemary Goes)“ von Edison Lighthouse wieder aufblühen.

Eine Neuinterpretation, die gerade auf Tiktok viral gegangen ist, ist Cody Frys Version des Beatles-Klassikers „Eleanor Rigby“ aus dem Jahr 1966. Der neue Sound wurde sogar für einen Grammy in der Kategorie „Bestes Arrangement“ nominiert.

Boomer, die sich mal wieder über die Musiktrends von heute beschweren wollen, können also beruhigt sein. Dank Tiktok-Trends, Samples und Co. geraten ihre musikalischen Helden auch heute nicht in Vergessenheit.

Von Yuni Becker


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