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Corona-Logbuch: „Es fällt mir schwer, mich zu motivieren“

Corona-Logbuch: „Es fällt mir schwer, mich zu motivieren“
Foto: privat

Jette (17) geht es wie Tausenden Schülern in Deutschland: Viele ihrer Hobbys können wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden, manchmal fühlt sie sich alleine und Lernen soll sie auf freiwilliger Basis. Was das mit ihr macht, erzählt sie im Video.


Mein Alltag hat sich aufgrund der Einschränkungen wegen des Corona-Virus sehr stark verändert. In manchen Momenten fühlt es sich an, als wären Ferien. Meine Hobbys wie der Tanzunterricht, das Singen im Chor oder der Gesangsunterricht finden nicht statt. Ich kann abends lange Serien schauen und morgens lange schlafen. Doch in vielen Situationen wird mir dann wieder bewusst, dass ich doch leider keine einfachen Ferien habe. Ich kann mich nicht mit meinen Freunden treffen und auf keine Partys gehen. Manchen von meinen Freunden geht es außerdem schlecht, da sie oft alleine zu Hause sind und sich einsam fühlen. Wir können uns nur austauschen, indem wir uns schreiben oder miteinander skypen.

Unser geplanter Skiurlaub wurde ebenfalls abgesagt. Genau wie viele Veranstaltungen, an denen ich in nächster Zeit teilnehmen wollte, wie zum Beispiel Geburtstagsfeiern und Auftritte mit meinem Chor oder meiner Tanzgruppe. Schaltet man den Fernseher ein, gibt es eigentlich nur ein einziges Thema, über das gesprochen wird: Das Corona-Virus. Zahlreiche Sondersendungen werden ausgestrahlt, in denen die neuesten Entwicklungen der Corona-Krise erläutert werden. Ich muss zugeben, dass ich manchmal gar keine Lust habe, den Fernseher oder das Radio einzuschalten, da ich schon weiß, was ich dann zu hören bekommen werde.

Corona-Ferien: „Wir lachen viel und lenken uns ab.“

Statt ins Fitnessstudio zu gehen, mache ich Home-Workouts oder gehe auf unseren Crosstrainer. Das Schöne ist, dass ich durch die Zwangsferien mal wieder Zeit für Dinge habe, zu denen ich innerhalb meines normalen Alltags nicht komme. Ich habe mir vorgenommen, meinen Kleiderschrank auszumisten und mein Zimmer zu streichen. Ich möchte endlich mal wieder ein paar Bilder malen und neue Techniken ausprobieren. Ich habe sehr viele Bücher in meinem Nachtschrank liegen, die ich vielleicht auch endlich mal lesen werde. Oft gehe ich auch einfach spazieren, um doch noch ein bisschen frische Luft zu schnappen und nicht nur drinnen zu sitzen. Abends spiele ich mit meiner Familie oft Gesellschaftsspiele. Das finde ich sehr schön, denn dazu ist normalerweise auch überhaupt keine Zeit, höchstens mal am Wochenende. Das schweißt total zusammen finde ich, denn wir lachen dabei wirklich viel zusammen und lenken uns ab.

Lernen trotz Corona: Lernzettel für’s Abitur

Von meinen Lehrern habe ich schon einige Mails bekommen, in denen uns Aufgaben für die schulfreie Zeit gestellt wurden. Ich muss zwei Lektüren lesen, aber ansonsten sind alle Aufgaben auf freiwilliger Basis. Zusätzlich möchte ich mir Lernzettel schreiben, für die Klausuren, die ich in ein paar Wochen geschrieben hätte. Auch wenn diese jetzt ausfallen, den Stoff muss ich für mein Abitur im nächsten Jahr können. Mir ist aufgefallen, dass ich im „Homeoffice“ nicht so produktiv bin wie normalerweise. Es fühlt sich einfach an, als hätte ich Ferien, ich kann ausschlafen und mittags fällt es mir dann schwer, mich dazu zu motivieren und mich an meine Schulsachen zu setzen.

Insgesamt unterscheidet sich mein momentaner Alltag wegen der Corona Krise
ziemlich stark von meinen normalen Abläufen. Doch ich denke, es tut mir sehr gut, etwas mehr Zeit für mich zu haben und mir meine Zeit selbst einteilen zu müssen.

Von Jette Ihl


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