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Darum lohnt sich ein BFD in der Politik

Darum lohnt sich ein BFD in der Politik
Foto: Marie Sußebach

Was macht ein Politik-BFDler und was ist besonders schwierig? Fünf Fragen an Lynn Kuhlwein und Felix Bürgel (beide 19), die beim Verein Politik zum Anfassen e.V. ihren Bundesfreiwilligendienst absolvieren.


Hi Felix, hi Lynn! Beim Freiwilligendienst machen viele eher sowas wie Vögel zählen oder Behindertenhilfe. Ihr arbeitet stattdessen ein Jahr bei Politik zum Anfassen. Warum?

L: Wir haben uns schon immer für Politik interessiert und wollten nicht sofort studieren. Nach ein bisschen Recherche im Internet sind wir dann auf Politik zum Anfassen gestoßen.

F: Politik wirkt ja immer hochkomplex, ist aber ganz einfach. Man muss dafür nicht Politikwissenschaften studiert oder 50 Jahre Lebenserfahrung haben. Mit unseren Projekten wollen wir Lust auf Demokratie machen.

Wie sieht denn ein normaler Tag als Politik-BFDler aus?

L: Wir organisieren in verschiedenen Städten Deutschlands Projekte für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die dazu animieren sollen, an Politik teilzuhaben. Unsere Arbeit ist sehr abwechslungsreich. Das größte Projekt ist „Pimp Your Town!“, ein Planspiel, in dem SchülerInnen für drei Tage in die Rolle von Kommunalpolitikern schlüpfen und sich mit Themen auseinandersetzen, die ihnen wichtig sind.

F: Im Dezember vorigen Jahres haben SchülerInnen aus Langenhagen bei Hannover zum Beispiel Wasserspender beim Stadtplanungs-, Bau- und Umweltausschuss beantragt. Es wird jetzt geprüft, wie man das finanzieren kann. Sie haben auch WLAN in der Schule und eine Aufwertung des Schulhofs beantragt. Auch diese beiden Anträge wurden vom Bildungs-, Schul- und Kulturausschuss angenommen. Die SchülerInnen durften sogar selbst an den Sitzungen teilnehmen, sozusagen als beratende Mitglieder.

Was sind Herausforderungen für euch?

L: Wenn ich in eine Klasse komme und sehe: Das wird echt hart. Die hängen dann über den Tischen und sind total unmotiviert.

F: Viele freuen sich erst nicht so, wenn ihnen etwas über Politik erzählt werden soll. Aber dann merken die Schüler, dass die Projekte ganz anders sind als Unterricht und haben Lust darauf, mit ihren Ideen zu arbeiten.

Bereut ihr es, nicht direkt studiert zu haben?

F: Nein. Ich lerne hier viel, zum Beispiel wie ich mit Politikern und fremden Menschen umgehe. Ich habe außerdem entdeckt, dass ich gut mit der Fotokamera umgehen kann. Diese Erfahrungen hätte ich nie gemacht, wenn ich direkt studiert hätte.

L: Ich finde auch das gesellschaftliche Engagement wichtig. Man wird damit nicht reich, aber man bekommt so viel anderes. Zum Beispiel Zeit, sich zu orientieren. Wir sammeln Praxiserfahrung, die uns zeigen kann, was wir wirklich wollen.

Was wird euch am meisten in Erinnerung bleiben?

L: Bei einem „Pimp Your Town!“ in Heilbronn hatten wir nicht genügend Klassen, kaum Räume zur Durchführung des Projekts und keinen guten Kontakt zur Kommunalpolitik. Ich habe dann sehr viel telefoniert, um all das noch irgendwie zu organisieren. In dem Moment habe ich viel Verantwortung übernommen und das Projekt auf den letzten Drücker gerettet. Darauf war ich stolz.

F: Ein Interview in Berlin mit dem niedersächsischen Landtagsabgeordneten Herrn Althusmann. Er kam an einem Stand von uns vorbei und mir wurde gesagt, ich solle ihn spontan interviewen. Ich habe natürlich ja gesagt. Dann dachte ich auf einmal: Oh! Den kennt man ja!

L: Solche Momente werden zwar normaler mit der Zeit, sind aber trotzdem immer besonders und aufregend. Aber wir sind viel souveräner und offener geworden.

Interview: Marie Sußebach


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