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Katholische Priester werden zu „Influencern“ ausgebildet

Katholische Priester werden zu „Influencern“ ausgebildet
Foto: Alessandra Tarantino/AP/dpa

Nun entdeckt auch die katholische Kirche die Sozialen Medien für sich: Sie lässt in dieser Woche rund 50 angehende Priester zu Social-Media-Influencern ausbilden. So will sie die junge Generation gewinnen.


Die katholische Kirche lässt in dieser Woche rund 50 angehende Priester zu Social-Media-Influencern ausbilden. Das zweitägige „Smart Camp“ begann am Mittwoch in Köln. Influencer sind für viele Jugendliche Idole und setzen in den sozialen Medien durch ihre große Reichweite Trends. Die junge Generation könne allein von der Kanzel aus nicht mehr erreicht werden, teilte das Erzbistum Köln mit. Soziale Medien hätten ein großes Potenzial für die Gemeindearbeit. Deshalb bekommen die werdenden Priester jetzt Nachhilfe in Instagram, Youtube und Bloggen.

Experten sollen sie aber auch über die Risiken der digitalen Welt wie Cybermobbing und Hacking aufklären. Dadurch würden die künftigen Seelsorger in die Lage versetzt, ihrer Gemeinde in der heutigen digitalisierten Welt zur Seite zu stehen, teilte das größte deutsche Bistum mit.

Haben die wenigen vorhandenen Priester Zeit dafür?

Der Politikwissenschaftler und Kirchenkenner Andreas Püttmann(„Gesellschaft ohne Gott“) sagte zu der Initiative, es sei sicher richtig, wenn die Kirche versuche, alle Kommunikationskanäle zu nutzen. Allerdings stelle sich die Frage, ob die wenigen noch vorhandenen Priester wirklich Zeit dafür hätten.

Angesichts des rauen Umgangstons im Internet müsse sich jeder ehrlich fragen, ob er dafür geeignet sei, sagte Püttmann der Deutschen Presse-Agentur. „Ich meine, dass Priester eher ausnahmsweise zu Social Media Influencern werden sollen.“ Es gebe schon genug Überlastungsprobleme im Klerus. „Für die Online-Präsenz der Gemeinde finden sich sicher geeignete Mitglieder des Pfarrgemeinderats oder von Gruppen und Verbänden.“

Vatikan hat schon eine kirchliche Pokémon-Version veröffentlicht

Bereits im vergangenen Jahr hatte der Vatikan mit dem Thema „Gaming“ von sich reden gemacht, indem er seine eigene Version des populären Spiels „Pokémon Go“ herausbrachte. Die App trägt den Titel „Follow JC Go“, wobei JC für Jesus Christus steht. In der kirchlichen Ausgabe geht es nicht darum, Monster zu fangen. Stattdessen soll Jagd auf Heilige gemacht werden.

Von RND/so/dpa

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