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Geschlechterneutrale Sprache: So genderst du richtig

Geschlechterneutrale Sprache: So genderst du richtig
Foto: Tim Mossholder / Unsplash

Auch wenn es noch größtenteils freiwillig ist, gibt es viele Wege seine Texte politisch korrekter zu formulieren: MADS zeigt euch einige davon.


Ob Binnen-I, Unterstrich oder Sternchen: Mittlerweile gibt es etliche verschiedene Möglichkeiten mithilfe von Gender-Formulierungen politisch korrekt zu schreiben und zu sprechen. Heute gilt es als allgemein gängig Jobanzeigen neutral zu formulieren oder ein „(m/w/d)“ – also die Abkürzungen für männlich, weiblich und divers – hinter die Stellenbezeichnung zu setzen. Einige Studien belegen sogar, dass durch die geschlechtergerechte Sprache die Geschlechterassoziationen vieler Berufe aufgehoben werden und sogar die Bewerberzahlen steigen.

Nun beginnt sich der von Konservativen wüst beschimpfte „Gender-Wahn“ Schritt für Schritt auch in Alltagssprache und Schrift zu implementieren. Die Verwendung gilt nach wie vor als umstritten. Der Vorwurf: Die neuen Schreibweisen würden den Lesefluss behindern und seien überflüssig. Dennoch steht zweifellos fest, dass Sprache unser Alltagsdenken beeinflusst und Geschlechterrollen die Entfaltung der Persönlichkeit einschränken.

Hier sind einige Wege beide Geschlechter anzusprechen:

– Klassische Paarform (Schüler und Schülerinnen)
– Einklammerung (Bäcker(innen))
– Schrägstrich (Richter/innen)
– Binnen-I (AnwältInnen)
– Neutrale Schreibweise (Studierende, Krankenpflegende)

In der gesprochenen Sprache kann die Ansprache beider Geschlechter durch eine kurze Pause zwischen den Wortteilen angedeutet werden (Gärtner – innen).

Das Gendersternchen (Verkäufer*innen) bietet außerdem eine Möglichkeit im Sinne der Queer Bewegung nicht nur die binären, männlich und weiblichen Geschlechter anzureden, sondern auch alle anderen, die nicht nur unter Beachtung von biologischen, sondern auch identitären Anhaltspunkten entstehen.

Ein laufender Prozess

Noch sind wir weit von einer geschlechtergerechten Revolution der Sprachgewohnheit entfernt – doch Tradition ist keine Logik in sich. Jede Veränderung ist anfangs ungewohnt – auch ich musste mich erst an Binnen-I, Gendersternchen und Co. anfreunden.

Seit Anfang dieses Jahres habe ich angefangen in meinen Texten und Hausarbeiten zu gendern. Gewöhnt habe ich mich zugegebener Weise daran noch immer nicht – aber jedes Mal werde ich flüssiger darin. Mir ist aufgefallen, dass bereits eine große Anzahl aktueller Forschungsliteratur gegendert geschrieben ist. Auch als heterosexueller Mann unterstütze ich die Emanzipation anderer Gruppen in unserer Gesellschaft. Man(n) muss nicht immer Teil der Unterdrückten sein, um Widerstand zu leisten. Während das Thema im Moment noch vor allen Dingen von Frauen unterstützt wird, halte ich es für wichtig Haltung zu zeigen. Nicht nur Frauen profitieren von überarbeiteten Rollenbildern. Und solange ich anderen helfen kann, sich besser in die Gesellschaft integriert zu fühlen, füge ich zu meinem Wortschatz gerne ein paar zusätzliche Buchstaben, Binnen-I’s und Gendersternchen hinzu.

Von Milan Blau


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