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Gefälschte CSU-Kampagne: Wie man Fake News erkennt

Gefälschte CSU-Kampagne: Wie man Fake News erkennt
Foto: Unsplash/ @Agence Olloweb

Auf die vermeintliche Kampagne #endlichdahoam des bayerischen Innenministeriums sind viele Menschen zunächst hereingefallen. Hinter der Aktion steckte nicht die CSU, sondern ein Künstlerkollektiv. MADS erklärt, wie ihr nächstes Mal besser gegen Fakes im Netz gewappnet seid.


Eine gefälschte Kampagne hat vergangene Woche viel Aufsehen erregt. Das Künstlerkollektiv Creative Sisters United (mit demselben Kürzel wie die Partei CSU) gab sich als Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) aus, um die Migrationspolitik in Deutschland zu kritisieren. In einem Video auf der Website spricht sich eine Stimme, die der Seehofers stark ähnelt, für Menschenrechte und christliche Werte aus.

Der vermeintliche Seehofer verkündet auf der falsche CSU-Internetseite sogar: „Ab sofort sollen die Bundesländer, die bereits signalisiert haben, genug Aufnahmekapazitäten zu haben, die Erlaubnis erhalten, Menschen aufzunehmen und wenn rechtens Aufenthaltsgenehmigungen auszustellen.“ Den Ländern diese Befugnis zu erteilen, hatte Seehofer bislang abgelehnt. Die Satire war aber so gut gemacht, dass zahlreiche Menschen mindestens verwirrt waren.

Fake News verbreiten sich online und besonders in den sozialen Medien schnell. Woran erkennt man eine Falschmeldung?

1. Wie realistisch ist die Nachricht?

Wenn eine Meldung zu schön – oder zu kurios – ist, um wahr zu sein, sollten Leserinnen und Leser skeptisch werden. Horst Seehofer, der sich seit Langem weigert, den Bundesländern mehr Befugnisse zu geben, würde wohl kaum so abrupt umschwenken. Auch die auf der Fake-Seite genannte Begründung ist nicht gerade glaubwürdig: Ein ihm nahe stehender Priester habe Seehofer auf die Widersprüche zwischen den Werten der CSU und der Migrationspolitik aufmerksam gemacht und ihn so zum Umdenken gebracht. Zudem ist der Zeitpunkt für die Kampagne mit der anstehenden Bundestagswahl ungünstig.

2. Woher kommt die Meldung?

Bevor man einer Meldung glaubt oder sie gar verbreitet, sollte man immer die Quellen überprüfen. Eine Internetseite mit ein paar falschen Logos ist schnell erstellt. Hier lohnt sich zunächst ein Blick ins Impressum. Ist dort nichts Auffälliges zu finden, sollten Nutzerinnen und Nutzer sich bei offiziellen Stellen absichern: Eine echte Kampagne wäre auch auf der Internetseite des Innenministeriums zu finden gewesen, und Horst Seehofer hätte sich dazu geäußert.

3. Stimmen Fakten und Statistiken?

Neben den Quellen müssen auch genannte Zahlen und Fakten einem Check standhalten. Und auch wenn es wie bei dieser Fake-Kampagne keine konkreten Fakten gibt, lohnt es sich trotzdem, genau hinzuschauen. So finden sich Rechtschreibfehler in dem Video, etwa „Aufenthaltsgehnemigung“ statt Aufenthaltsgenehmigung, die es bei einer echten Kampagne vermutlich nicht gegeben hätte.

4. Was sagt das Bauchgefühl?

Auch wenn das Video sehr echt aussieht, so hat man doch oft bei solchen Fakes von Anfang an ein komisches Gefühl – oder trainiert sich das nach einer Weile durch kritisches Denken an. Blind vertrauen sollte man Inhalten im Internet ohnehin nicht – doch wenn der Instinkt gleich Alarm schlägt, sollte man dem nachgehen. Wichtig: Auch das eigene Bauchgefühl kann falsch liegen. Belegte Fakten sollten deshalb über das eigene Bauchgefühl gestellt werden.

5. Was sagen andere?

Wer sich nicht ganz sicher ist, kann auch andere um Rat fragen, die Berichterstattung seriöser, unabhängiger Medien zum Thema nachschauen und in den sozialen Netzwerken den Diskurs überprüfen – hier wurde die Echtheit des Videos sofort infrage gestellt.


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Über den Autor/die Autorin:

Marie Bruschek

Marie (18) ist Schülerin in der Oberstufe. Wenn sie nicht gerade schlechte Wortwitze macht oder sich zum zehnten Mal Friends anguckt, schreibt sie für MADS über Politik, Feminismus und Social Media.

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