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Wie funktioniert WLAN?

Wie funktioniert WLAN?
Foto:  iStock/clu

„Zuhause ist, wo man WLAN hat“, heißt es überspitzt. Doch wie funktioniert WLAN eigentlich und was bedeuten Begriffe wie WPA und Repeater?


Darknet, Filterblase, Touchscreen – du bist ein Digital Native und hast trotzdem keine Ahnung, was diese Begriffe bedeuten? MADS-Autorin Greta erklärt jede Woche ein Netzthema. Dieses Mal: Wie funktioniert WLAN?

Die Abkürzung WLAN steht für „wireless local area network“. Ein WLAN ist also ein kabelloses, lokales Netzwerk. Sein großer Vorteil: Wir können Geräte per WLAN mit dem Internet verbinden, ohne auf die Reichweite von Kabeln beschränkt zu sein oder einen Kabelsalat zu produzieren. Wir können mit dem Handy durchs Haus laufen, während wir im Internet surfen.

Ein weiterer Vorteil: Immer mehr Geräte sind WLAN-fähig. Neben Laptop und Handy können wir auch Fernseher oder Kühlschrank mit dem WLAN verbinden. Auf Englisch heißt WLAN auch Wi-Fi – nach dem gleichnamigen Herstellerverband.

Der Router als Brücke zum Internet

Um uns Zuhause ein WLAN einzurichten, brauchen wir einen Internetanschluss und einen Router. Der Router hat etwa die Größe eines schmalen Taschenbuchs und wird meist vom Internetanbieter mitgeliefert. Angeschlossen an die Telefonsteckdose kann er per Funk Daten senden und empfangen. Er ist die Brücke zwischen dem Internet und den verbundenen Geräten, den Clients. Als Erkennungszeichen für Clients sendet der Router mehrmals pro Sekunde sogenannte Beacons aus. Das sind kleine Informationspakete mit dem Netzwerknamen des WLANs und dem für die Datenübertragung genutzten Verschlüsselungsstandard.

Wenn wir auf unserem Handy das WLAN anschalten, empfängt das Handy die Beacons und zeigt uns die Namen der Netzwerke in unserer Umgebung und darunter jeweils ihre Verschlüsselung an. Davon gibt es verschiedene: Der Standard WEP (Wired Equivalent Privacy) ist veraltet und sollte nicht mehr genutzt werden. Der aktuelle und empfohlene Standard ist WPA2 (Wi-Fi Protected Access). Wissenschaftlern gelang es 2017, diese Verschlüsselung zu umgehen und versendete Daten auszulesen, zum Beispiel Benutzernamen und Passwörter. Mit Softwareupdates konnten die Hersteller von Routern und WLAN-fähigen Geräten diese Sicherheitslücke schließen. Ab 2019 soll der neue Standard WPA3 eingeführt werden.

WLAN ist nicht gleich WLAN

Neben der verschlüsselten Datenübertragung sind WLANs meist passwortgeschützt. Das voreingestellte Passwort steht auf dem Router. Haben wir das WLAN eingerichtet, sollten wir es aber in ein persönliches, sicheres Passwort ändern. Denn das Passwort auf dem Router kann jeder lesen, den wir in unsere Wohnung lassen – also auch Unbekannte, etwa Handwerker. Und wer das WLAN-Passwort kennt, kann das Netzwerk nicht nur nutzen, sondern es auch missbrauchen, indem er etwa Raubkopien von Filmen herunterlädt.

Es gibt auch offene WLANs, sogenannte Hotspots, oft an öffentlichen Plätzen wie Innenstädten oder Bahnhöfen. Dort müssen wir uns meist registrieren, um das Netz zu nutzen. Haben wir uns einmal bei einem WLAN angemeldet, erkennt unser Handy es später am Netzwerknamen im Beacon wieder und kann sich automatisch verbinden.

Aktueller Funkstandard – schnelles WLAN

WLANs versenden Daten per Funk – also mithilfe elektromagnetischer Wellen. Die Frequenzen liegen dabei um die 2,4 und um die 5 Gigahertz. Die Standards für die Datenübertragung normt das Institut der Elektrik- und Elektronikingenieure (IEEE). Der erste Standard von 1997 hatte daher den Namen IEEE 802.11. Für jeden neuen Standard werden an den Namen Buchstaben angehängt – ziemlich kryptisch. Das soll jetzt einfacher werden: Der neue Standard heißt dann einfach Wi-Fi 6. Je aktueller der Standard, desto schneller die Datenübertragung.

WLAN verbessern: einfache Tricks

Langsames WLAN nervt. Zuhause können wir es aber mit einfachen Tricks verbessern. Wichtig ist dabei vor allem der Standort unseres Routers: Am besten stellen wir ihn frei, zentral in der Wohnung und etwas erhöht auf. Idealerweise steht er dort, wo wir das WLAN am häufigsten benötigen – also zum Beispiel im Arbeitszimmer. Denn je kürzer der Abstand zwischen Router und verbundenem Gerät, desto besser der Empfang.

Hindernisse wie Wände oder Möbel dämpfen das Funksignal, glatte oder metallische Oberflächen reflektieren es sogar. Auch Wasser lässt die Signale nur schwer durch. Ein Aquarium oder ein Wäscheständer mit nasser Wäsche sollten also auch nicht zwischen Router und verbundenem Gerät stehen.

Ist die Reichweite des WLANs trotzdem zu gering, können wir sie mit einem sogenannten WLAN-Repeater („Wiederholer“) erhöhen, auch Verstärker genannt. Den stecken wir einfach auf halber Strecke zwischen dem Router und dem Ort, wo wir das WLAN brauchen, in die Steckdose. Er nimmt das Funksignal des Routers auf und gibt es weiter – „wiederholt“ es also.

WLAN-Signale können auch von anderen WLANs in der Umgebung gestört werden. Um das zu verhindern, können wir für unseren Router eine störungsfreie Frequenz einstellen, den sogenannten Kanal. Mit Analyse-Programmen wie zum Beispiel Wifi-Analyzer für Android-Geräte oder SSIDer für Microsoft Windows können wir herausfinden, welche Kanäle in der Umgebung frei sind.

Bluetooth versus WLAN

Ähnlich wie WLAN funktioniert Bluetooth. Auch hier werden Daten zwischen Geräten per Funk übertragen. Aber Bluetooth hat andere Eigenschaften als WLAN und wird deshalb anders eingesetzt. So hat Bluetooth eine geringere Reichweite und ist langsamer als WLAN. Dafür benötigt es aber auch weniger Energie. Es ist nicht stark genug, um Geräte mit dem Internet zu verbinden – eignet sich aber gut, um Daten zwischen Geräten auszutauschen: etwa zwischen Handy und Lautsprecher oder Tastatur und Computer. Mit Bluetooth verbinden wir die Geräte direkt und brauchen keinen vermittelnden, feststehenden Router.

Von Greta Friedrich

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