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Tilman unterrichtet in Palästina Posaune

Tilman unterrichtet in Palästina Posaune
Foto: Foto: Miriam Rottmayer

Jede Woche stellen wir Jugendliche vor, die im Ausland leben und lernen. Diese Woche erzählt Tilman Grunwald von seinem Volontariat als Posaunenlehrer in Palästina.


Palästina gehört nicht zu den beliebtesten Orten für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ). Vor allem die Kämpfe zwischen Israelis und Palästinensern prägen seit Jahrzehnten die Region. Bis auf die vielen Kontrollpunkte merkt man aber bei Bethlehem, wo ich lebe, wenig vom Konflikt. Trotzdem ist er ein wichtiges Diskussionsthema bei den Menschen. 

Tilman Grunwald (19, 2. v. l.) mit „Brass for Peace“-Schülern. (Foto: Philipp Schröder)

Seit August 2018 gebe ich hier als Volontär der Organisation „Brass for Peace“ Posaunenunterricht. Mein Posaunenlehrer war selber auch Volontär bei der Organisation und hat mir empfohlen, mich dort zu bewerben. Ich musste mich dann nicht nur im Bewerbungsgespräch beweisen, sondern sollte auch zeigen, wie ich einen Posaunenschüler unterrichte. Nun gebe ich montags bis donnerstags Einzel- oder Gruppenunterricht an drei evangelischen Schulen, freitags leite ich mit einer anderen Volontärin und der Koordinatorin die Proben des Posaunenchors. 

Ich wohne mit vier anderen Volontären in der deutschen evangelischen Schule Talitha Kumi. Die jüngsten meiner Schüler sind im Grundschulalter, die ältesten Mitte zwanzig. Für die jungen Kinder bin ich eine Mischung aus autoritärem Lehrer und großem Bruder, für die älteren eher ein Kumpel. Genauso unterscheidet sich auch die Sprache, in der ich unterrichte: Mit den Älteren spreche ich Englisch, mit den Jüngeren Arabisch. Mein Arabisch ist mittlerweile so gut, dass das Unterrichten super klappt und ich auch problemlos einfache Unterhaltungen führen kann. Die Menschen sind hier viel offener als in Deutschland. Ich komme leicht mit Wildfremden ins Gespräch, wenn ich am Wochenende mit dem Bus oder per Anhalter zum See Genezareth oder nach Tel Aviv fahre. Das Reisen klappt zum Glück gut: Als deutscher Staatsbürger habe ich – anders als die Palästinenser – keine Probleme beim Überqueren der Grenze. 

Aufgezeichnet von Jeffrey Ji-Peng Li

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