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Netzthemen: Sind WLAN-Hotspots sicher?

Netzthemen: Sind WLAN-Hotspots sicher?
Foto: dpa

Darknet, Filterblase, Touchscreen – du bist ein Digital Native und hast trotzdem keine Ahnung, was diese Begriffe bedeuten? MADS-Autorin Greta erklärt jede Woche ein Netzthema. Dieses Mal: Sind WLAN-Hotspots sicher?


Öffentliche WLAN-Hotspots sind praktisch: Sie sind gratis und wir können Smartphone oder Laptop schnell mit ihnen verbinden, oft sogar ohne Passwort. So können wir unterwegs unser Datenvolumen schonen oder im Ausland Roaming-Gebühren vermeiden. Außerdem surfen wir so meist schneller als per Mobilfunk. Ob in Cafés, Innenstädten, Zügen, Hotels oder Flughäfen: Mittlerweile gibt es etliche Hotspots. Grund dafür ist auch, dass die deutsche Bundesregierung 2017 per Gesetz die sogenannte Störerhaftung abgeschafft hat.

Bis dahin mussten die Anbieter von Hotspots nämlich haften, wenn Nutzer in ihrem WLAN gegen das Recht verstießen – etwa durch das Herunterladen von illegalen Filmkopien. Mit dem neuen Gesetz wollte die Bundesregierung den Weg für mehr freie WLAN-Hotspots ebnen. Denn davon gab es in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern bis dahin recht wenige. Dank des Gesetzes müssen Hotspot-Anbieter nun nicht mehr haften – auch nicht, wenn sie ihr WLAN ohne Passwortschutz bereitstellen.

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Unser Smartphone verbindet sich mit „bekannten“ WLANs

Daher gibt es nun gerade in der Stadt viele freie WLANs, die wir auch gern nutzen. Doch das birgt einige Risiken: Denn die Datenübertragung über freies WLAN ist in der Regel nicht verschlüsselt, oft noch nicht einmal passwortgeschützt. Dadurch könnten andere Nutzer des WLANs die Daten mitlesen, die wir darüber versenden oder empfangen. Sie könnten sogar Schadsoftware auf unser Smartphone oder unseren Laptop schleusen.

Ein weiteres Problem ist, dass unsere Geräte oft die WLANs speichern, mit denen sie schon mal verbunden waren. So können sie sich automatisch wieder verbinden, wenn das bekannte WLAN erreichbar ist. Doch jeder Betreiber kann seinen Hotspot nennen, wie er will – so können Betrüger also eigene Hotspots erstellen, sie etwa „Telekom Wifi“ oder „WLAN Airport“ nennen und warten, dass sich Geräte damit verbinden. Denn bei populären WLAN-Namen ist es wahrscheinlich, dass Geräte diesen gespeichert haben. Dem kann nicht nur unser Smartphone leicht auf den Leim gehen, sondern auch wir selbst können ihn mit dem echten Hotspot verwechseln. Die Betrüger können dann alle gesendeten und empfangenen Daten mitlesen. Die gefälschten Hotspots heißen auch „Honigtopf-Hotspots“.

Zum Glück können wir das Risiko von öffentlichen WLANs minimieren. Wir sollten etwa den WLAN-Modus auf unseren Geräten ausschalten, wenn wir ihn nicht brauchen. So sparen wir nicht nur Energie, sondern verhindern auch, dass sich unser Gerät automatisch mit Hotspots verbindet. Außerdem sollten wir gespeicherte WLANs von unseren Geräten löschen. Wenn wir uns unsicher sind, können wir den Betreiber nach der Sicherheit seines WLANs fragen. Vielleicht hat er ja sogar ein verschlüsseltes WLAN eingerichtet.

Sensible Daten nur verschlüsselt übertragen

Beim Surfen per Hotspot sollten wir verschlüsselte Webseiten bevorzugen. Diese erkennen wir am https:// zu Beginn der Internetadresse. In vielen Browsern sind sie auch in Grün oder mit einem Schlosssymbol gekennzeichnet. Hacker könnten diese Verschlüsselung zwar knacken – das wäre aber längst nicht so einfach, wie die unverschlüsselten Daten im öffentlichen WLAN mitzulesen.

Allgemein sollten wir über öffentliche WLANs keine sensiblen Daten wie Kontoinformationen versenden. Sicher wäre das nur, wenn wir einen VPN-Tunnel (Virtual Private Network) nutzen. Den richten wir auf unserem Gerät und etwa unserem WLAN-Router zuhause ein. Wenn wir mit einem öffentlichen Hotspot verbunden sind, können wir uns per VPN mit unserem eigenen, vertrauenswürdigen WLAN verbinden. Unsere Daten werden dann verschlüsselt zwischen dem Gerät und unserem WLAN versendet, im öffentlichen Netzwerk sind sie unsichtbar.

Von Greta Friedrich


Über den Autor/die Autorin:

Greta Friedrich

Greta (21) studiert Technische Redaktion in Hannover. Da lernt sie, Anleitungen zu schreiben – also Technikkram verständlich zu erklären. Das lebt sie auch hier aus. Außerdem mag sie Bücher, Musik und Gartenarbeit.

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