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Netzthemen: Was sind Cookies?

Netzthemen: Was sind Cookies?
Foto:  Andrea Warnecke/dpa-tmn

Das Internet – ein Paradies für Krümelmonster. Überall stoßen wir beim Surfen auf Cookies. Essbar sind sie nicht, wir sollen sie nur akzeptieren. Aber warum?


Darknet, Filterblase, Touchscreen – du bist ein Digital Native und hast trotzdem keine Ahnung, was diese Begriffe bedeuten? MADS-Autorin Greta erklärt jede Woche ein Netzthema. Dieses Mal: Was sind Cookies?

Cookie ist das Englische Wort für Keks. Im Internet bezeichnet es aber kein leckeres Gebäckstück, sondern eine kleine Textdatei. Wenn wir im Internet surfen, schicken die meisten Webseiten Cookies an unseren Browser. In ihnen steht etwa, welche Sprache wir auf einer Webseite eingestellt oder mit welchem Benutzernamen wir uns dort angemeldet haben. Unser Browser speichert die Cookies. Wenn wir das nächste Mal dieselbe Webseite aufrufen, kann sie ihre eigenen auslesen und wir müssen nicht erneut die Sprache einstellen oder unseren Benutzernamen eingeben.

Das ist ziemlich nützlich und macht das Surfen angenehmer. Denn gäbe es keine Cookies, würde jeder Online-Shop vergessen, was wir in den Warenkorb gelegt haben, und Formulare würden sich löschen, bevor wir mit dem Ausfüllen fertig sind. Sie sind nicht direkt gefährlich. Denn sie sind keine Computerprogramme, sondern nur kleine Textschnipsel. Sie speichern Daten, die wir beim Surfen produzieren, und können nicht unseren Computer durchsuchen.

Session-Cookies sind kurzlebig – trotzdem immer ausloggen

Es gibt zwei verschiedene Arten von Cookies: Session-Cookies und dauerhafte Cookies. Session-Cookies sind nur für eine Session, also Sitzung, gültig. Meist werden sie automatisch gelöscht, wenn wir das Browserfenster schließen. Sie enthalten oft Login-Daten, damit wir uns etwa beim Online-Banking nicht nach jedem Klick neu anmelden müssen. Diese persönlichen Daten wie Passwörter, Mailadressen oder auch Geburtsdaten werden aber nicht direkt im Cookie gespeichert, sondern verschlüsselt auf einem Server abgelegt. In ihm steht dann nur ein Code, mit dem die Webseite die Daten auf dem Server findet.

Aber Vorsicht: Nicht alle Webseiten löschen ihre Session-Cookies mit dem Schließen des Browserfensters. Loggen wir uns etwa bei Facebook nicht aus, bleiben wir trotzdem angemeldet. Haben auch andere Personen Zugang zu diesem Computer, könnten sie, wenn sie Facebook öffnen, unser Profil einsehen und missbrauchen. Deshalb sollten wir uns nach unserer Sitzung, egal auf welcher Webseite, immer ausloggen.

Tracking-Cookies verfolgen uns und sammeln Daten

Dauerhafte Cookies bleiben länger gespeichert, oft für Monate oder Jahre. Dadurch können sie Probleme verursachen. Denn mit gesammelten Cookies kann man ein ziemlich detailliertes Nutzerprofil von uns anfertigen. Sie protokollieren, was wir suchen, wann und wie lange wir eine Webseite besuchen und was wir uns dort ansehen. Da aber jede Webseite nur ihre eigenen auslesen kann, hat ein Webseiten-Betreiber normalerweise nur die Informationen über das, was wir auf seiner Webseite treiben. Es gibt aber auch die sogenannten Tracking- (auf Deutsch: „Verfolgungs-“) oder auch Drittanbieter-Cookies. Diese gehören meist Werbetreibenden und verbergen sich oft hinter Werbebannern.

Ein und dasselbe Werbebanner steht meist auf mehreren Webseiten – es verfolgt uns sozusagen beim Surfen. So können die Werbetreibenden mit den Tracking-Cookies viele Daten über uns sammeln, etwa welche Sprache wir sprechen, wie alt wir sind und was wir uns gern ansehen. Daraus ergibt sich ein detailliertes Bild über unser Nutzungsverhalten im Internet. Mit diesem Wissen kann uns personalisierte Werbung angezeigt werden. Das bemerken wir oft sogar: Die Schuhe, die wir uns gerade bei Amazon angeguckt haben, tauchen plötzlich auf anderen Webseiten als Werbung auf.

So können wir uns schützen

Die über uns gesammelten Daten können an andere Unternehmen verkauft werden. Cookies stellen also ein Datenschutzproblem dar. Deshalb hat die Europäische Union 2009 eine Richtlinie erlassen. Danach sollen Webseiten nur mit unserem Einverständnis Daten mit ihnen sammeln. Deshalb taucht heute auf vielen Webseiten als erstes ein Hinweis wie dieser auf: „Wir verwenden Cookies. Wenn du unsere Webseite weiter nutzt, erklärst du dich damit einverstanden.“

Für unseren Browser können wir genau festlegen, wie wir mit ihnen umgehen wollen. In den Einstellungen können wir die gespeicherten Cookies einsehen und löschen. Wir können auswählen, wie lange unser Browser sie speichern soll. Und wir können sie für jede oder nur die aktuelle Sitzung zulassen, für bestimmte Webseiten blockieren oder alle verbieten. Letzteres kann aber die Funktion von Webseiten einschränken. Viele Browser bieten auch einen privaten Surfmodus an. Ist er aktiviert, werden unsere persönlichen Daten wie die Chronik und Cookies nach jeder Sitzung gelöscht.

Von Greta Friedrich

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