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Neuer Marvel Film „Shang-Chi“ setzt ein Zeichen gegen Rassismus

Neuer Marvel Film „Shang-Chi“ setzt ein Zeichen gegen Rassismus
Foto: Jasin Boland/Disney Studios/Marvel Studios/dpa

Marvel hat mit dem neuen Actionfilm „Shang-Chi and the Legend of the ten Rings“ nun den ersten asiatischen Superhelden auf die Kinoleinwände gebracht. Und das genau zur richtigen Zeit, findet MADS-Autor Jeffrey.


Nach 13 Jahren und 25 Filmen im Marvel Cinematic Universe tritt nun mit „Shang-Chi“ der erste asiatische Superheld auf die Leinwand. In 2018 bekamen Fans mit „Black Panther“ schon den ersten schwarzen Marvel-Protagonisten zu sehen. Viele asiatische Zuschauer hatten da bereits gehofft, dass künftig auch ihre Ethnie Repräsentation im Marvel-Kosmos finden wird. Vorerst mussten sie sich jedoch mit „Wong“ zufrieden geben, dem asiatischen Gehilfen von „Doctor Strange“, der in mehreren Filmen auftaucht. Die Präsenz dieser Figur hielt sich jedoch in Grenzen, ihre Relevanz für die Geschichten war überschaubar.

Martial-Arts-Kämpfer dient als Vorbild

Der neue Marvel-Film „Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings“ stellt somit ein Novum im Marvel-Universum dar – nicht nur durch den asiatischen Superhelden, sondern durch eine fast komplett asiatische Besetzung. Die Hauptfigur Shang-Chi, gespielt von Simu Liu, ist dabei wie die meisten der Marvel-Filmsuperhelden kein neu geschaffener Charakter. Er wurde aus den Comics übernommen, in denen er als asiatischer Kämpfer erstmals in den 1970er-Jahren auftaucht. Die Macher der Comics erfanden Shang-Chi damals allerdings nicht, weil sie der asiatischen Minderheit ein Gesicht verleihen wollten. Stattdessen bedienten sie mit dem Charakter den Martial-Arts-Hype, der zu jener Zeit auch in der westlichen Filmwelt herrschte. Martial-Arts-Filme sind fernöstliche Actionfilme, in denen Kampfkünste wie Karate, Kickboxen, Taekwondo oder Kung-Fu das Geschehen dominieren.

Rassistische Stereotypen in den Comics

In die Rollenbilder der ursprünglichen Comics über Shang-Chi wurden teils rassistische Stereotypen integriert. So wurde beispielsweise der Vater des Superhelden, Fu Manchu, als „das gelbe Böse personifiziert in einem Mann“ bezeichnet. Er will alle weißen Männer töten und ihnen ihre Frauen wegnehmen. Dabei ist Fu Manchu keine Marvel-Erfindung, sondern tauchte schon in den 1920er Jahren in Romanen auf. Im neuen Marvel Film über Shang-Chi wurde der Charakter von Fu Manchu nicht übernommen. Stattdessen erschufen die Filmemacher mit „Wenwu“ einen neuen Charakter als Shang-Chis Vater, der die alten Klischees brechen soll. So wird Wenwu beispielsweise, im Gegensatz zu Fu Manchu, nicht als einfacher Magier aus dem Osten beschrieben, der die Welt zerstören will.

Marvel setzt ein Zeichen gegen Rassismus

Marvel gibt sich also offenbar Mühe, die asiatische Kultur abseits von plakativen Klischees zu präsentieren. Davon zeugen weitere Szenen, zum Beispiel als Shang-Chis Partnerin Katy mit ihren Fahrkünsten einen ganzen Bus voll mit Passagiere rettet und so dem verbreiteten Vorurteil entgegnet, Asiaten könnten kein Auto fahren. Darüber hinaus bezieht der Film traditionelle Kreaturen aus der chinesischen Mythologie mit ein wie etwa den neunschwänzigen Fuchs. Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie, in der Übergriffe gegen asiatische Menschen immer mehr zunehmen, setzt Marvel mit dem neuen Film ein wichtiges Zeichen gegen Rassismus – ganz nach dem Motto #StopAsianHate.

Von Jeffrey Ji-Peng Li


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Über den Autor/die Autorin:

Jeffrey Ji-Peng Li

Jeffrey (20) studiert Medizin, obwohl er noch nie Grey‘s Anatomy geschaut hat. Trotzdem schreibt er gerne über Filme und Serien, aber auch über den Uni-Alltag und was ihn sonst beschäftigt.

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