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Haarpflege: Das sagen Expertinnen zu den Tipps in den sozialen Medien

Haarpflege: Das sagen Expertinnen zu den Tipps in den sozialen Medien
Foto: Unsplash/Element5 Digital

Unter dem Hashtag #Hairtok teilen junge Mädchen und Frauen auf Tiktok und Instagram immer wieder ihre Geheimnisse für langes und schönes Haar. Doch funktionieren diese Tipps zur Haarpflege wirklich? MADS hat bei zwei Expertinnen nachgefragt.


Kopfmassagen, Reiswasser oder bestimmte Lebensmittel sollen das Haarwachstum anregen. Seit einiger Zeit posten immer mehr junge Frauen und Mädchen auf Social Media ihre Tipps und Tricks für die Haarpflege. Aber was ist an den Ratschlägen dran?

Haarpflege: Ernährung spielt eine große Rolle

„Neben der Genetik spielt die Ernährung eine große Rolle für gesundes Haar“, erklärt Ernährungswissenschaftlerin Alina Kistenmacher. Man könne Menschen an Haut und Haaren teilweise durchaus ansehen, ob sie sich gut ernähren und gut mit sich umgehen. Mit anderen vergleichen solle man sich allerdings nicht. „Gerade in den sozialen Medien ist das, was man sieht, oft nicht so wie es scheint“, sagt Kistenmacher. „Vor allem, wenn es um den Körper geht.“

Diese Lebensmittel stärken die Haare

Jeder Körper sei individuell, nehme Stoffe anders auf und reagiere dementsprechend. Daneben gibt es jedoch bestimmte Lebensmittel, die das Haarwachstum begünstigen. „Eigentlich kann man sagen, dass alle Sorten an Gemüse und Obst und auch naturbelassene Nüsse gut für das Haar sind“, sagt Kistenmacher. Vor allem Walnüsse, Pekannüsse und Paranüsse enthalten viele Omega-3-Fettsäuren oder auch Selen, was die Haare stärke.

Dr. Alina Kistenmacher weiß, wie wichtig die richtige Ernährung für gesundes Haar ist. Foto: Privat

Es gebe jedoch kein bestimmtes Lebensmittel, welches alle wichtigen Stoffe abdecke. Daher sollte die Ernährung immer ausgewogen, vielseitig und vor allem so natürlich wie möglich sein. Blaubeeren und Erdbeeren liefern zum Beispiel Vitamin B7 (Biotin), was der Körper für eine gesunde Kopfhaut braucht, in Hülsenfrüchten steckt viel Eisen und Zink, welches vor Haarausfall schützt. Linsen, Eier sowie Fisch liefern Proteine, um das Haar widerstandsfähig zu machen.

Stress, eine ungesunde Lebensweise oder ein damit einhergehender Nährstoffmangel schaden dem Haar dagegen. Schnell wird das Haar brüchig oder glanzlos. Im schlimmsten Fall kommt es zu Haarausfall. Was der Körper außerdem braucht, ist Zeit. „Nach drei Monaten sieht man noch keine Veränderung“, sagt Kistenmacher.

Die richtige Pflege schützt das Haar von außen

Doch nicht nur von innen ist die Pflege wichtig, sondern auch von außen, weiß Friseurmeisterin Anja Kallei. Das fängt bereits beim Waschen an. „Haare bitte so selten wie möglich waschen oder mindestens 24 Stunden zwischen den Haarwäschen Zeit lassen“, erklärt Kallei. Denn so lange braucht der Säureschutzmantel der Kopfhaut, um sich zu erneuern. Außerdem sollte das Wasser nicht zu heiß sein. Hitze sei laut Kallei generell nicht gut für die Haare und je öfter man auf sie verzichte, desto besser.

Auch ein Blick auf die Shampooflasche fördert die richtige Haarpflege. Sulfate, Silikone oder Parabene sind nicht gut für die Haare. Shampoos „sollen Schaum bilden und Glanz verleihen, sind aber wie Klebstoffe, die sich um das Haar legen und es verschließen“, erklärt die Inhaberin der Schnibbelbude in Lübeck. Koffeinshampoos regen hingegen die Durchblutung der Kopfhaut an und fördern so auch das Wachstum der Haare. Auch Kopfmassagen helfen dabei.

Von dem Trend, seine Haare mit Reiswasser zu stärken, hat die Lübeckerin zwar schon gehört, es aber noch nicht ausprobiert. „Ich finde aber, jeder muss für sich selbst herausfinden, was dem Haar guttut“, sagt sie. Fakt sei aber, je natürlicher die Behandlung, desto besser. „Was allerdings bei anderen funktioniert, muss nicht bei dir funktionieren“, sagt Kallei.

@moniquemrapier

Reply to @katerinaortiz_ NEVER been asked a question more 😳 The best way for noticeable results! #hair #hairtransformation #hairgrowth #hairtok

♬ Still into You – Paramore

Doch selbst mit dem Befolgen der Tipps ist es normal, dass einige Haare ausfallen. „Durchschnittlich verliert ein Mensch ungefähr 80 bis 100 Haare am Tag, das ist kein Grund zur Sorge“, sagt Kallei. Die Lebensdauer eines Haares lässt sich in drei Zyklen aufteilen: die Wachstumsphase, die Ruhephase und die Ausfallphase. Je nachdem, wie viele Haare sich gerade in welcher Phase befinden, desto mehr oder weniger Haare fallen aus. Umso wichtiger ist es, die Haare bereits in der Wachstumsphase richtig zu versorgen.

Von Jule Arista Runde



Über den Autor/die Autorin:

MADS-Team

Unter diesem Namen sammeln wir Beiträge von Gastautorinnen und -autoren, Autorenkollektiven oder freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei MADS. Die Namen des jeweiligen Autors oder der jeweiligen Autorin stehen unter dem einzelnen Beitrag.

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