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„This Is How The World Ends“ von Badflower regt zum Nachdenken an

„This Is How The World Ends“ von Badflower regt zum Nachdenken an
Foto:  Big Machine Label Group

Poetische Texte unterlegt mit eingängigen Melodien – die Band Badflower hat ihr neues Album veröffentlicht. „This Is How The World Ends“ ist eine Weiterentwicklung, die berührt.


Badflower sind keine fröhliche Band. Dass sich aus Schwermut aber überzeugende Musik schreiben lässt, zeigt die neue Veröffentlichung. „This Is How The World Ends“ ist das zweite Studioalbum der amerikanischen Gruppe. Darauf klingen die vier Musiker wie Bands der Emo-Bewegung der 2000er Jahre – und das überzeugend. Viele Themen sind nicht neu, aber originell umgesetzt, anderes ist modern mit heutigem Zeitgeist unterlegt. Die Texte sind traurig und dabei sprachlich schön, aber dennoch eindeutig ausgedrückt. Jede Zeile, egal wie roh, klingt ehrlich und stellt die Offenlegung eines konfusen Innenlebens dar.

Badflower beschäftigen sich mit schmerzhaften Themen

In „Family“ geht es um Kindheitstraumata und das Gefühl, eine Enttäuschung für andere und sich selbst zu sein. „Everyone’s an Asshole“ befasst sich mit Kommunikation vor allem im Internet. Das als Singleauskopplung erschienene „Don’t Hate Me“ ergründet den Wunsch, jemand anders zu sein als man selbst – ein Aspekt, der im Musikvideo durch Anspielungen auf Videos anderer Bands und Cameoauftritte von Genrekollegen unterstrichen wird. Das Album schließt mit dem melancholischen „My Funeral“ sowohl musikalisch als auch thematisch. Diese passend eindrückliche Entscheidung sticht hervor – vor allem direkt nach „Machine Gun“, einem Song über Waffengewalt.

Abwechslungsreiche Musik unterstützt Texte

Alle Songs sind unterlegt von Musik, die sich festsetzt. Die Melodien sind klar, schwanken zwischen Alternative Rock und ruhigerem Pop-Punk, machen jedoch auch von gesprochenen Passagen Gebrauch. Dem Gesang mit den emotionalen, starken Texten wird generell deutlich Raum gelassen, aber das hindert die Instrumente nicht daran, die dramatischsten Stellen zu unterstreichen. Von dem näher am Rock’n’Roll angelegten Sound früherer Veröffentlichungen entfernen sich Badflower auf „This Is How The World Ends“ größtenteils, doch der Mut zum Neuen zahlt sich in dem berührenden, zum Nachdenken anregenden Album durchaus aus.


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Über den Autor/die Autorin:

Annika Eichstädt

Annika (23) macht ihren Master in Neuerer Deutscher Literaturwissenschaft. Das ist zwar brotlose Kunst, aber sie liest oder schreibt nun einmal den ganzen Tag. Bei MADS rezensiert sie am liebsten Musik oder Serien.

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