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„Obi-Wan Kenobi“: Erreicht die Serie das Niveau von „The Mandalorian“?

„Obi-Wan Kenobi“: Erreicht die Serie das Niveau von „The Mandalorian“?
Foto: Disney+

Mit den ersten beiden Folgen ist „Obi-Wan Kenobi“ am Freitag bei Disney+ angelaufen. Kann die Serie mit „The Mandalorian“ mithalten – oder verliert sie sich wie „The Book of Boba Fett“ in der Bedeutungslosigkeit?


Zehn Jahre sind seit dem Fall des Jedi-Ordens und Anakin Skywalkers Verwandlung zum ikonischen Bösewicht Darth Vader vergangen. Vieles hat sich verändert. Jedi-Überlebende werden von Inquisitoren gejagt und leben in ständiger Angst. Das Imperium hat die Galaxie fest in seiner Hand. Obi-Wan Kenobi, gezeichnet durch die Jahre auf der Flucht, lebt auf Tattoine und hält sich bedeckt. Von Albträumen und Schuldgefühlen geplagt, hat er dem Jedi-Dasein den Rücken zugekehrt – bis ein alter Freund seine Hilfe benötigt und ihn zwingt, sich der neuen Weltordnung und seiner Vergangenheit zu stellen. Fanliebling Ewan McGregor schlüpft wieder mühelos in seine alte Rolle und vermittelt das Gefühl, nie weg gewesen zu sein.

Nicht Luke Skywalker begleitet Kenobi in dieser Story, sondern seine Schwester Leia, die – wie in der ersten Folge direkt angemerkt wird – genauso wichtig für das Schicksal der Galaxie ist wie ihr Bruder. Die zehn Jahre alte Leia (gespielt von Vivien Lyra Blair) wird gekidnappt, und ihr Vater, Senator Bail Organa, wendet sich in seiner Verzweiflung an den Ex-Jedi. Nach anfänglichem Zögern macht sich Kenobi schließlich auf die Suche nach Leia. Gejagt wird er währenddessen von der verbissene Inquisitorin Reva (Moses Ingram).

„Obi-Wan Kenobi“: Recaps wirken fehl am Platz

Cinematografisch ist die Serie durchaus ansprechend. Tattoine hat selten so schön und trostlos ausgesehen, und die Kamera fängt Kenobis Emotionen und Gedanken gut mit Nahaufnahmen ein. Weniger gut sehen die Ausschnitte aus den alten Filmen im (überlangen) Recap und während Kenobis Albtraum aus. Sie passen stilistisch überhaupt nicht zum Rest und wirken fehl am Platz.

Dennoch scheint die Serie genau das zu liefern, was sie ihren Fans versprochen hat: Eine tiefere Auseinandersetzung mit Kenobis Charakter und einen Fokus auf die schwierige Beziehung zwischen ihm und seinem Adoptiv-Bruder Anakin Skywalker/Darth Vader. Überzeugen können vor allem die Szenen zwischen McGregor und Blair. Die Antagonistin Reva dagegen wirkt noch etwas deplatziert in diesem intimen Familiendrama. Ihre Besessenheit von Kenobi, von Ruhm und Anerkennung macht sie zwar zu einer ernstzunehmenden Gegnerin (und erinnert auch an Anakin Skywalker in den Prequel-Filmen), jedoch kann Moses Ingram nicht wirklich das Interesse des Publikums wecken. Ob sich das im Laufe der Serie ändern wird, bleibt abzusehen.

Für alle Fans ist etwas dabei

Trotzdem dürften viele eine gute Zeit mit dieser Serie haben: Fans der Prequels und der „Clone Wars“-Serie können sich auf neue Geschichten rund um Obi-Wan Kenobi und Anakin Skywalker freuen, Fans der Originals finden hier das Verbindungsstück zu Lukes und Leias Abenteurern, und Fans von „The Mandalorian“ und „Rogue One“ erleben wieder, wie düster es in der Welt von „Star Wars“ zugehen kann. Nach „The Book of Boba Fett“ ist „Obi-Wan Kenobi“ eine willkommene Abwechslung.

Info: Weitere Folgen der sechsteiligen Miniserie erscheinen im wöchentlichen Rhythmus auf Disney+.

Von Tabea Rabe


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