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Gaming-Leaks: Diese Spiele gelangten unfreiwillig an die Öffentlichkeit

Gaming-Leaks: Diese Spiele gelangten unfreiwillig an die Öffentlichkeit
Foto: Unsplash/Fotis Fotopoulos

Insiderwissen, Hacker-Angriffe und Erpressungsversuche: Immer wieder tauchen online Leaks von noch nicht veröffentlichten Videospielen auf. MADS hat die größten Gaming-Leaks der jüngeren Vergangenheit zusammengetragen – und erklärt ihre Folgen.


Wer sich für Videospiele interessiert, stolpert in sozialen Medien und Fachpresse früher oder später über das Thema Leaks: Informationen zu einem Game geraten ohne Autorisierung von Entwicklerstudio oder Publisher an die Öffentlichkeit. Diese unfreiwilligen Veröffentlichungen reichen von kleinsten Details zum Entwicklungsstand eines noch nicht releasten Spiels bis hin zum Upload des gesamten Spiel-Codes, sodass dieser einfach heruntergeladen und eventuell sogar nachvollzogen werden kann.

Für die Verantwortlichen hinter den Videospielen gilt also: Möglichst hinter verschlossenen Türen arbeiten und Leaks vermeiden. Dennoch gelangen immer wieder ungewollt geheime Informationen an die Öffentlichkeit.

„Marvel’s Wolverine“ und „Marvel’s Spider-Man 3“

Vom einem aktuellen Leak betroffen sind Spiele des Entwicklers Insomniac Games: Das US-Studio ist kürzlich das Opfer eines Hacker-Angriffs der Ransomware-Gruppe Ryhsida geworden. Nach einem gescheiterten Erpressungsversuch veröffentlichten die Hacker mehr als 1,3 Millionen Dateien aus dem internen Netzwerk des Entwicklerstudios – darunter massenhaft Material des angekündigten „Wolverine“-Spiels.

Im Datenberg des Leaks konnte so auf Gameplay-Videos, Screenshots, Konzepte und sogar auf eine spielbare Version von „Marvel’s Wolverine“ zugegriffen werden. Neben einigen weiteren unangekündigten Titeln leakten die Hacker auch Dateien zum noch nicht angekündigten „Marvel’s Spider-Man 3“, einem „Venom“-Spiel und einem neuen „Ratchet & Clank“-Game. Zusätzlich zum finanziellen Schaden steht das Entwicklerstudio vor dem Problem, dass im Leak auch interne Dokumente enthalten waren – beispielsweise die persönliche Informationen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und Informationen aus der Finanzabteilung des Unternehmens.

„Grand Theft Auto 5“ und „Grand Theft Auto 6“

Auch Rockstar Games, das Entwicklerstudio hinter der „Grand Theft Auto“-Reihe („GTA“) hatte in der Vergangenheit schon mehrfach mit Leaks zu kämpfen. So wurden noch vor Veröffentlichung des ersten „GTA 6“-Trailers bereits 90 Gameplay-Videos aus einer frühen Version des angekündigten Open-World-Spiels geleakt, in denen unter anderem eine Protagonistin und die noch unfertige Spielwelt des Games zu sehen waren.

Die Gameplay-Videos wurden Rockstar Games im September 2022 während eines Hacker-Angriffs der Gruppe „Lapsus$“ gestohlen. Ebenfalls Teil der Hacker-Beute waren angeblich auch der Quellcode von „GTA 5“ und „GTA 6“ – mehr als ein Jahr später tauchte der „GTA 5“-Code mitsamt einigen „GTA 6“-Dateien nun tatsächlich online auf.

Ähnlich erging es in der Vergangenheit bereits mehreren anderen Studios: Beispielsweise wurden auch die Quellcodes von Ubisofts „Watch Dogs: Legion“ und CD Project Reds „Cyberpunk 2077“ gestohlen und zum Kauf angeboten.

„The Last of Us Part 2“

Unbekannte leakten wenige Wochen vor Release im Juni 2020 zentrale Story-Inhalte aus „The Last of Us Part 2“ – und sorgten damit für einen gewaltigen Shitstorm gegenüber dem Entwicklerstudio Naughty Dog. Denn: Das Studio entschied sich im zweiten Teil der beliebten Reihe für einen kontroversen und ungewöhnlichen Weg, die Geschichte der Hauptcharaktere Joel und Ellie zu erzählen. Ohne Kontext des Gesamtwerks erschienen diese Plot-Points vielen Fans als ein Schlag ins Gesicht, und im Internet verbreiteten sich Spoiler und Trolls wie ein Lauffeuer.

Auf X (ehemals Twitter) und anderen sozialen Netzwerken häuften sich Hasskommentare und sogar Morddrohungen, die sich vor allem gegen Story-Director und Lead-Writer Neil Druckmann richteten. Das Studio dementierte, dass die Leaks aus inneren Kreisen kamen, und bis heute ist die Identität der Hacker nicht an die Öffentlichkeit gelangt. Nach Veröffentlichung des Spiels beruhigte sich die Lage, und „The Last of Us Part 2“ wurde bei den jährlichen Game Awards sogar als „Game of the Year“ ausgezeichnet.

Außer den Leaks und Spoilern gab es jedoch noch weitere Kontroversen: Die LGBTQ-Repräsentation, vor allem im zweiten Teil der Reihe, sorgte für sogenanntes „Review-Bombing“ von Internettrolls. Diese erstellten sich auf populären Websites zahlreiche Accounts, um „The Last of Us Part 2“ mit schlechten Bewertungen regelrecht zu bombardieren, und riefen andere dazu auf, es ihnen gleich zu tun. Vor allem auf Reddit baute sich der Hass gegenüber Naughty Dog, seinen Mitarbeitenden und den Hauptcharakteren des Spiels immer wieder auf und sorgte noch Jahre später für Drama.

Von Tim Klein und Amir Khalifa


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