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Uni im Corona-Modus: Die Lösung liegt auf der Hand

Uni im Corona-Modus: Die Lösung liegt auf der Hand
Foto: Waltraud Grubitzsch/dpa-Zentralbild/dpa

Die Fünfer-WG von MADS-Autorin Ella studiert an fünf verschiedenen Hochschulen. Einheitliche Regeln gibt es in der aktuellen Phase der Pandemie nicht – von der Onlinelehre für alle Studierenden bis zur Präsenzpflicht in der Uni ist alles dabei. Ein Kommentar.


Präsenzlehre mit 2G oder 3G, Onlineseminare oder doch eine Hybridlösung? Vor dieser Entscheidung stehen die Universitäten derzeit. Und eine wirklich zufriedenstellende Lösung scheinen die wenigsten gefunden zu haben. Das merke ich schon bei einem Vergleich in der WG. Die fünf Hochschulen in Hamburg, an denen meine Mitbewohnerinnen und ich studieren, haben ganz unterschiedliche Konzepte entwickelt.

Jede Uni macht es anders

Meine Uni hat sich nach zwei Monaten, in denen 3G galt, nun dazu entschlossen hat, nur noch bestimmte Projektarbeiten in Präsenz anzubieten. Schon nach zwei Wochen Onlinelehre merke ich, wie meine Motivation und Konzentration wieder schwinden. Dazu kommt, dass ich oft bis nachmittags Uni habe. Danach habe ich meistens keine Lust, bei dem kalten Wetter noch rauszugehen. Ich würde also gern mal wieder ein Präsenzseminar besuchen.

„Am sinnvollsten erscheint das Hybrid-Modell“, Ella (20)

Allerdings beneide ich eine meiner Mitbewohnerinnen auch nicht. Egal, wie hoch die Inzidenz ist – sie muss zur Uni. Wenn sie mal das Gefühl hat, zu viele Begegnungen mit einem Infektionsrisiko gehabt zu haben oder gar krank zu sein, kann sie nicht sagen: „Ich bleibe lieber zu Hause und schütze mich und die anderen.“ Es gibt keine Onlinealternative, und das nach fast zwei Jahren Pandemie. Absurd.

Studierende können selbst entscheiden

Die dritte Uni hat jetzt auf 2G umgestellt, die ursprünglichen Präsenzkurse meiner Mitbewohnerin finden trotzdem online statt. Die übrigen beiden Universitäten bieten Hybridunterricht unter 2G-Bedingung an. Das hat den Vorteil, dass die Studierenden immer noch in die Uni gehen und Kommilitonen sehen können und so etwas Struktur in ihren Alltag bringen. Wem es aber doch zu unsicher ist, der kann sich von zu Hause aus einfach dazu schalten.

Dass wir allein in einer Fünfer-WG solche Unterschiede erleben, zeigt, dass Unis in der Corona-Politik wohl keine sehr hohe Priorität genießen. Clubs dürfen in manchen Bundesländern wie Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen mit 2G plus öffnen, und bis vor Kurzem waren die Stadien voll – aber die Hochschulen müssen sich selbst etwas überlegen. Das mag einige Einrichtungen überfordern, die nun rumexperimentieren.

Onlinelehre tut jungen Leuten nicht gut

Doch es kann keine Lösung sein, wieder komplett in die Onlinelehre zu wechseln. Das tut vielen Studierenden – gerade in der Winterzeit – nicht gut. Keine Aussicht zu haben, bald wieder in die Seminarräume zurückzukehren, zieht die Motivation noch weiter runter.

Am sinnvollsten erscheint daher das Hybridmodell. 2G und 3G bieten zumindest etwas Sicherheit für diejenigen, die zur Präsenzlehre erscheinen wollen. Und der Onlineunterricht sollte inzwischen auch wirklich geübt sein.


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Über den Autor/die Autorin:

Ella Rinke

Ella (20) studiert Medien und Kommunikation. Neben Kunst interessiert sie sich für Musik, die sie bei MADS rezensiert. Dazu schreibt sie über alles, was gerade so passiert.

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