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Tanz in den Mai: Was steckt eigentlich dahinter?

Tanz in den Mai: Was steckt eigentlich dahinter?
Foto: imago/Karina Hessland

Laute Musik, Zeltfeten und viel Alkohol: So kennen viele den Tanz in den Mai. Aber auch Umzüge, Maibäume und Dorffeste gehören dazu. MADS erklärt, woher die Tradition kommt.


Das Fest zum Maianfang gibt es deutlich länger, als man auf Anhieb meinen könnte. Schon vor mehr als 2000 Jahren feierten die Kelten um den 1. Mai herum ein Sommerfest. Dabei vertrieben sie mit Feuer, Gesang und Tanz den Winter und begrüßten die warme Jahreszeit. Auch der heutige Brauch des Maibaumaufstellens, der in weiten Teilen Deutschlands gefeiert wird, geht auf diese Feste zurück. Während zu Zeiten der Kelten die Häuser mit den ersten grünen Zweigen des Jahres geschmückt wurden, werden heute in einigen Dörfern und Städten mit Bändern geschmückte Pfeiler und Stämme aufgestellt.

Heute ist der Tanz in den Mai vor allem eine Partyveranstaltung. Foto: Unsplash/Axville

Als das Christentum mehr und mehr Bedeutung erlangte, versuchte die Kirche, die heidnische Tradition in geordnete Bahne zu lenken. Sie benannten die Nacht in Walpurgisnacht um, nach der heiligen Walburga, die am 1. Mai heilig gesprochen wurde. Kurze Zeit später geriet das heidnische Fest in Verruf und Gerüchte über Hexenversammlungen auf dem Brocken im Harz, auf denen Hochzeiten mit dem Teufel gefeiert wurden, kamen auf.

Walpurgisnacht in der Literatur

Die Walpurgisnacht erlangte im frühen 19. Jahrhundert durch Goethes Faust erneute Bekanntheit in Deutschland. Dort wird der Protagonist Faust auf den Blocksberg gelockt, um an den wilden Feierlichkeiten mit Hexen und Teufel teilzunehmen. Der Glaube an Hexen ist zwar heute nicht mehr präsent, allerdings versammeln sich auch heute noch viele als Hexen verkleidete Menschen auf dem Blocksberg, um mit der Walpurgisnacht den Sommer willkommen zu heißen. Einige Bräuche haben also die Jahrhunderte und Jahrtausende überdauert, etwa der wortwörtliche Tanz in den Mai.

Und auch in der heutigen Literatur gibt es den einen oder anderen Verweis auf diese Tradition. Bibi Blocksberg, benannt nach dem Versammlungsort der Hexen auf dem Brocken, ist nur ein Beispiel. Und auch sie nimmt in den Geschichten an der Walpurgisnacht teil.

Von Emma Fiedler


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