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Rapper Massiv gibt Kauf von Klicks zu: „Jeder tut es“

Rapper Massiv gibt Kauf von Klicks zu: „Jeder tut es“
Foto: picture alliance/dpa | Jens Büttner

Als einer der ersten deutschen Rapper nach Shindy hat Massiv in einem Livestream zugegeben, für einen anderen Musiker Streamingklicks gekauft zu haben. Der 39-Jährige bekam zwei Abmahnungen von Universal – und war dankbar darüber.


Schon seit 2019 gibt es Gerüchte, dass in der Deutschrap-Szene regelmäßig Streamingklicks gekauft werden, befeuert durch eine Doku vom „Y-Kollektiv“. Durch den Kauf bekommen die Künstler eine höhere Chartplatzierung, mehr Listungen in Playlists und dadurch mehr Aufmerksamkeit. Als einer der ersten Rapper nach Shindy hat nun Massiv im Livestream öffentlich zugegeben, für einen anderen Musiker Streamingklicks gekauft zu haben. „Jeder tut es. Keiner redet darüber“, sagt der Rapper und Schauspieler. Als Ausnahmen nannte er beispielsweise Sido, Capital Bra und Haftbefehl.

50.000 Streams gekauft

Kommentare oder Likes würden die Manager der Kollegen kaufen. Er vergleicht die Situation mit einem Bodybuilder heran, der als einziger auf der Bühne keine Dopingmitteln genommen habe. „Der hat keine Chance.“ Er habe die Künstler bei seinem mittlerweile aufgelösten Label Qualitäter Music eigentlich so beraten, dass sie auf Klicks und Streams „scheißen“ sollten. Nach Gesprächen mit Kollegen sei er aber schwach geworden und habe einmalig „zum Testen“ 50.000 Streams an einem Tag für einen seiner Künstler gekauft.

Seine Begründung: „Ich stand manchmal vor dem Spiegel und hab mir gedacht, was für ein Manager ich wohl sei. Bin ich dumm? Man muss das Beste für seine Künstler machen. Und wenn es das Spiel ist, das erfordert wird von einem, dann musst du dich an die Regeln anpassen.“

Massiv: „Die kaufen sich an die Spitze“

Er sei den falschen Weg gegangen, sagt Massiv im Rückblick. Der Klickkauf tue ihm auch für das Genre insgesamt leid komplett. Er habe zwei Abmahnungen von Universal bekommen – zum Glück, sagt er. „Ich habe mich in dieser einen Woche, wo ich einfach mal mitspielen wollte, so dreckig und verlogen wie noch nie in meiner Karriere gefühlt“, sagt der Berliner.

Auf Einsicht bei andere setzt er dagegen nicht. Denn die „Top-Saler“ arbeiteten mit Spotify zusammen, bekämen daher keine Abmahnungen und müssten sich nicht erklären, behauptet Massiv. „Deswegen läuft es bei ihnen systematisch weiter, und die kaufen sich nach oben an die Spitze.“ Er rate trotzdem jedem dazu, „ehrliche Musik“ zu machen.


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Über den Autor/die Autorin:

Laura Ebeling

Laura (23) studiert Kommunikationsmanagement - oder einfacher gesagt "irgendwas mit Medien". Von ihren Kenntnissen macht sie auch hier Gebrauch und beschäftigt sich gerne mit Themen wie Gleichberechtigung, dem politischen Geschehen und Fußball.

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