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Lügen entlarven: So durchschaust du deine Mitmenschen

Lügen entlarven: So durchschaust du deine Mitmenschen
Foto: Unsplash.com/@brookecagle

Kann man lernen, Lügen zu erkennen? Können Teilnehmer einen Pokerspieler durchschauen? Diese und andere Fragen zu kommunikativen Situationen hat MADS-Autor Lucas dem Psychologieprofessor Peter Walschburger von der Freien Universität Berlin gestellt.


Hast du dir auch schon einmal die Frage gestellt, wie man eine Lüge erkennen kann? Peter Walschburger ist Professor für Psychologie an der Freien Universität Berlin. Er kennt Wege, um Lügner zu entlarven. Es gäbe nämlich Indizien, die darauf hinweisen können, dass jemand nicht die Wahrheit sagt. Wer sie kennt, kann sie in Gesprächen anwenden – und eventuell auch Hinweise für Lügen finden.

Peter Walschurger (74) ist Psychologieprofessor an der Freien Universität Berlin. Quelle: FU Berlin

„Manche werden beim Lügen rot, weil sie die Lüge mit Scham erfüllt“, erklärt Walschburger seine Theorie. „Andere wiederum verändern ihr Sprachverhalten.“ Damit meint er die Art und Weise, wie sie reden. „Lügner erläutern komplexe Szenarien oft logisch stringenter, wohingegen jemand, der die Wahrheit sagt, sich eher korrigiert oder Abläufe durcheinander bringt“, erklärt der 74-Jährige weiter. Vermeidet der Gesprächspartner Augenkontakt, könne das auch ein Indiz für eine Lüge sein. Ein falsches Lächeln bei einer Lüge sei für die meisten Menschen leicht zu erkennen. Doch bei geübten Personen – wie zum Beispiel bei Schauspielern – sei das schwieriger.

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Jeder Mensch ist anders – und reagiert anders

„Es gibt kein Kochbuch für die Analyse von menschlichem Verhalten“, gesteht sich Walschburger ein. So einfach ist es also doch nicht, zwischen Wahrheit und Lüge zu unterscheiden. Die wichtigste Rolle bei der Analyse spielt laut Walschburger das Gesicht, vor allem die Augen und der Mund sowie die Körperhaltung. Aber da alle Menschen unterschiedlich seien, reagiere auch jeder in bestimmten Situationen anders.

Kann man lernen, Pokerspieler zu durchschauen?

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Auch für den Experten gelten professionelle Pokerspieler als undurchschaubar. Sie würden lernen, ihre Gefühle während des Spiels zu unterdrücken, um dem Gegenüber keinerlei Hinweise darüber zu geben, ob das Kartenblatt gut ist – oder nur geblufft wird. Da müsse der Gegenspieler ganz feine Veränderungen im Gesicht deuten können. „Als Beobachter müssen Sie auf kleinste Zeichen der Erleichterung achten oder Unruhe achten – und das dann im Kontext auch noch richtig deuten“, so Walschburger.

Photo by Liam Burnett-Blue on Unsplash

„Wer freundlich ist, bekommt meist auch Freundlichkeit zurück“

Um im Alltag oder beim Kennenlernen neuer Leute sympathisch zu wirken, rät der Psychologieprofessor offen, freundlich, ungekünstelt und eher intuitiv auf andere Menschen zugehen. „Es sollte nicht zu viel über die Situation nachgedacht werden – um sie nicht komplizierter zu machen, als sie ist“, sagt er. Wichtig sei auch der respektvolle, aufmerksame Umgang miteinander. „Das fehlt bei unserer städtischen Kommunikation gewaltig. Denn wo viele Unbekannte aufeinandertreffen, verlernen die Menschen, sich freundlich zu begrüßen und zu beachten“, findet er. So seien die Meisten in der Regel auf sich selbst fokussiert und schauten in Bus und Bahn lieber auf ihr Smartphone. Nur weil jemand in sein Smartphone vertieft ist, bedeutet das natürlich nicht unbedingt, dass diese Person unfreundlich ist, aber wer im Alltag freundlich ist und das auch zeigt, profitiert meist davon. „Freundlichkeit steckt an – wer freundlich ist bekommt in der Regel auch Freundlichkeit zurück“, sagt der 74-Jährige.

Von Lucas Kreß

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