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Lehrer im Onlineunterricht: Diese vier Typen gibt es

Lehrer im Onlineunterricht: Diese vier Typen gibt es
Foto: Symbolbild: Unsplash.com

Onlineunterricht: Er ist nicht nur für Schüler eine Herausforderung, sondern auch für die Lehrenden. Dabei ist jede Lehrkraft anders. MADS stellt vier unterschiedliche Typen vor.


Die Zerstreute

Die Haare stehen ihr zu Berge, während sie in einem Blätterstapel wühlt. „Verdammter Mist“, flucht sie leise und vergisst dabei, dass ihr Mikrofon längst an ist. Ein paar Schüler kichern, und Lehrerliebling Lisa erinnert die Zerstreute im privaten Chat an das angeschaltete Mikro. Leicht errötet wendet sie sich endlich – mit einer zwanzigminütigen Verspätung – ihren Schülern zu und verteilt Aufgaben.

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Eigentlich unterscheidet sich der digitale Unterricht dieser Lehrerin nicht wirklich vom normalen Unterricht. Da sie manchmal vergisst, welches Wissen sie heute den Schülern vermitteln wollte, lässt sie ihre Lehrlinge gerne selbst den Unterricht gestalten. Am liebsten verteilt die etwas wuschige und liebenswürdige Lehrerin deshalb Gruppenarbeiten. Sobald die Gruppen ihre Ergebnisse vorstellen, flitzen zwei Katzen durch das Webcam-Bild der Zerstreuten und werfen einen Bücherstapel und Kaffeetassen um. Das erklärt dann auch den oftmals fleckigen und zerknitterten Zustand der korrigierten Klassenarbeiten. Ihre Schülerinnen und Schüler lieben ihren Unterricht dennoch.

Der Vorbereitete

Er ist der Nerd unter den Lehrern. Vor der Corona-Pandemie fand man ihn die meiste Zeit im Computerraum. Am liebsten hielt er Vorträge über Cyborgs und schaute mit Schülern Science-Fiction-Filme. „Was meint ihr, was wird sich als technische Innovation in der Zukunft durchsetzen?“, fragte der Vorbereitete dann. Doch seine Begeisterung für die Digitalisierung und Zukunftsvisionen teilten nur wenige Schüler.

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Nun zahlt sich seine Faszination für Digitales endlich aus, denn er beherrscht den Unterricht mithilfe von Webcam und Onlinetools wie kein anderer. Übersichtliche Präsentationen, weder ein rauschendes Mikrofon noch ein verpixeltes Bild: Der Vorbereitete weiß, wie der digitale Unterricht funktioniert. Und davon profitieren auch seine Schüler. Dank ausführlicher Onlinematerialien, zahlreichen Youtube-Links und Handyvideos gelingt es dem Vorbereiteten, einen Unterricht zu gestalten, der dem Lernen vor Ort in fast nichts nachsteht. Damit macht der Vorbereitete auch bei seinen Schülerinnen und Schülern Punkte, die nun begeistert am Philosophieren über die Zukunft teilnehmen.

Der Überforderte

Schon die Einführung des Smartboards hat ihm Sorge bereitet. Offen zugegeben hat der Überforderte das aber lieber nicht. Am wohlsten fühlt er sich mit einem Stück Kreide in der Hand und einem Stapel Zettel auf dem Lehrerpult. Doch nun musste der Überforderte seine Wohlfühlzone verlassen. Und das geht nicht immer gut: Mit leicht zusammengekniffenen Augen blickt er in die Linse seiner Webcam. Er bewegt seinen Mund auf und zu, auf und zu, auf und zu. Doch auf den Bildschirmen seiner Schüler bleibt er stumm.

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„Verflixtes Teil“, nuschelt der Überforderte genervt. Der Verzweiflung nahe bittet er schließlich doch um Hilfe durch seine Schüler per Chat. Zu seiner Überraschung stößt seine Bitte nicht auf höhnisches Gelächter. Stattdessen wird ihm rasch erklärt, dass er sein Mikro bloß stummgeschaltet hat – ein Klick und schon kann er mit dem Vortrag beginnen. Als der Überforderte schließlich den Unterricht beendet, sieht er ein: Das ein oder andere kann er vielleicht sogar von seinen Schülern lernen – und der Videounterricht ist nicht so schlimm wie erwartet.

Die Fordernde

Verlängerte Ferien und verpasster Stoff – wie sollen die Schüler so bloß ihre Abschlussprüfungen schaffen? Von dieser Frage umtrieben, hat die Fordernde ein ausführliches Lernkonzept erstellt, und das heißt vor allem eins: pauken, pauken, pauken. Online kann das genauso gut funktionieren wie in der Präsenzlehre. Vielleicht sogar noch besser, redet sich die Fordernde ein. Denn die gesparte Zeit durch die fehlenden Schulwege könne ja nun zusätzlich zum Lernen genutzt werden.

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Auch wenn die Fordernde es nur gut meint, sorgt ihr Enthusiasmus für massig Hausaufgaben. Immerhin hat die Fordernde den Umgang mit der Technik drauf. Das ist ihr besonders wichtig, damit auch ja keine Zeit zum Unterrichten verloren geht. Auf die Minute genau schaltet sie ihre Webcam ein und motiviert auch ihre Schüler, ihre Gesichter auf dem Bildschirm zu zeigen. „So ist doch fast alles wie beim Alten“, sagt sie betont und mit aufmunterndem Blick in die Runde und versucht zu lächeln. Ob sie damit ihre Schülerinnen und Schüler oder doch eher sich selbst beruhigen möchte, weiß niemand so genau.


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Über den Autor/die Autorin:

Nina Hoffmann

Nina (24) studiert Soziologie und kennt somit alle Sprüche über eine Karriere als Taxifahrerin. Statt an ihren Fahrkünsten zu feilen, liest sie lieber Texte über Gender-Fragen und Emanzipation - oder noch besser: Die dazugehörigen Kommentare der Facebook-Nutzer/innen.

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