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Gibt es in Florida bald ein Social-Media-Verbot für Unter-16-Jährige?

Gibt es in Florida bald ein Social-Media-Verbot für Unter-16-Jährige?
Foto: Bastian Riccardi/Unsplash

Mangelnder Kinder- und Jugendschutz auf Social-Media-Plattformen steht immer wieder in der Kritik. Nun hat das Repräsentantenhaus in Florida einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der ein Social-Media-Verbot für Jugendliche unter 16 Jahren vorsieht. Ist das realistisch?


Gefährliche Inhalte und großes Suchtpotenzial: Immer wieder gibt es Kritik an den negativen Folgen, die soziale Medien für Kinder und Jugendliche haben können. In Florida soll sich das nun ändern – zumindest, wenn es nach der Politik geht. Ende Januar hat das Repräsentantenhaus einen Gesetzesentwurf eingebracht, nach dem Social Media für Jugendliche unter 16 Jahren verboten werden soll.

Tyler Sirois, ein Abgeordneter der Republikaner und Befürworter des Entwurfes, sagte der „Washington Post“: „Sie [Die Anbieter Sozialer Medien] nutzen die heranwachsenden Kinder aus. Das ist ihr Business-Modell. Und warum tun sie dies? Um sie abhängig zu machen durch das Dopamin, welches von den Plattformen ausgeschüttet wird, bei jedem Autoplay, mit jedem Like und jeder Benachrichtigung.“ Hinzu komme, dass Jugendliche auf Social Media Plattformen Mobbing und sexueller Belästigung ausgesetzt sind. Diese Faktoren können im schlimmsten Fall zu Depressionen und Suizid führen.

Darum steht das Social-Media-Verbot in der Kritik

Noch steht nicht fest, welche Social-Media-Plattformen letztlich betroffen sein könnten. Die Politiker und Politikerinnen haben vor allen Dingen solche Plattformen im Blick, welche Benutzeraktivitäten tracken und Jugendlichen erlauben, Content zu posten und untereinander zu interagieren. Konkret ist geplant, dass sich Jugendliche unter 16 Jahren auf keiner App, auf welche diese Beschreibung zutrifft, anmelden dürfen. Die Zustimmung der Erziehungsberechtigten soll keinen Unterschied machen. Laut Entwurf sind Plattformen mit privater Chatfunktion nicht betroffen.

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Betroffene Unternehmen wie etwa Meta (Facebook und Instagram) zeigen sich kritisch. Caulder Harvill Childs, Repräsentant von Meta, sagte laut „Washington Post“: „Viele Jugendliche nutzen das Internet und die Apps heute, um verantwortungsbewusst Informationen zu sammeln und sich über Möglichkeiten zu informieren – darunter Teilzeitarbeit, Hochschulbildung, Bürger- oder Kirchenversammlungen und Militärdienst. Durch das Verbot riskiert Florida, seine jungen Menschen gegenüber anderen Jugendlichen zu benachteiligen.“

Das Repräsentantenhaus befürwortet den Entwurf

Auch im Repräsentantenhaus gab es kritische Stimmen, einigen ging der Vorschlag zu weit. Dennoch gewann der Entwurf in der ersten Abstimmung des Repräsentantenhauses mit 106 zu 13 stimmen, Demokraten und Republikaner stimmten vereint. Anschließend ging der Gesetzesentwurf an den Senat in Florida. Nur knapp zwei Wochen später stimmte der Justizausschuss des Senats nun mit sieben zu zwei Stimmen für den Entwurf, wie „CBS News“ berichtete.

Wie es nun weitergeht, bleibt vorerst offen. Der Vorschlag trifft weiterhin auf Gegenwehr, und die konkrete Umsetzung ist noch nicht ausgearbeitet.

Von Emily Kleinert



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