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Kommentar: Es braucht eine Altersgrenze auf Tiktok

Kommentar: Es braucht eine Altersgrenze auf Tiktok
Foto: Unsplash/bruce mars

Die Sucht nach sozialen Medien verbreitet sich unter Kindern und Jugendlichen immer weiter. Zudem sind auf Apps wie Tiktok und X (ehemals Twitter) teils gefährliche Inhalte und Straftaten zu sehen, denen junge Menschen schutzlos ausgeliefert sind. Daher braucht es eine Altersgrenze auf Social Media, kommentiert MADS-Autor Arne.


Die Zeit, die junge Menschen online verbringen, steigt: Durchschnittlich 63,7 Stunden pro Woche verbringen Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren Studien zufolge online – das sind mehr als neun Stunden am Tag. Viele soziale Medien oder Webseiten haben Strategien entwickelt, Userinnen und User möglichst lange online zu halten. Dass dadurch die Gefahr einer Sucht nach digitalen Medien steigt, sollte niemanden überraschen. Doch wie können besonders Schutzbedürftige vor dem Sog der Sozialen Medien geschützt werden?

MADS-Autor Arne Seyffert.
Foto: Dietmar Lilienthal

Kinderschutz auf Social Media: Konzerne tun zu wenig

Eine Lösung wäre, Jugendlichen unter 16 Jahren keinen Zugang zu Social Media zu gewähren – wie es gerade auch ein Gesetzesentwurf in Florida vorsieht. Auch wenn es ein radikaler Schritt ist, lohnt sich die Anstrengung. Bisher haben Altersgrenzen im Internet eher mäßigen Erfolg: Die Hürde, bei der zwanglosen Altersangabe zu schwindeln, ist nicht hoch. Konzerne wie Meta und ByteDance haben ebenfalls kein Interesse daran, auf potenzielle Userinnen und User unterhalb der Altersgrenze zu verzichten. Sie setzen auf freiwillige Selbstkontrolle.

Foto: Robert Günther/dpa-tmn

Da Instagram, Tiktok und Co. bereits stark mit unserem Alltag verknüpft sind und das Internet in beinahe jedem Haushalt angekommen ist, dürfte es keine leichte Aufgabe werden, eine wirksame Altersgrenze einzuführen. Wenn jedoch staatliche Behörden die Tech-Konzerne verpflichten würden, bei Anmeldung jedes neuen Users den Personalausweis zu kontrollieren, würden deutlich weniger Kinder der Suchtgefahr ausgesetzt werden. Mit höherem Alter können Jugendliche ihr Verhalten besser einordnen. Zugleich muss in der Schule effektiv Medienkompetenz vermittelt werden.

Tiktok und Co.: Gesellschaft ist zu unkritisch

Es ist klar, dass Social Media das gesellschaftliche Leben auch auf positive Weise verändert hat: Es wurden neue Wege geschaffen, um sich auszutauschen und zu vernetzen. Doch das hat dazu geführt, dass sich die Gesellschaft zu unkritisch verhalten hat. Entfernt kann das mit der Werbung für Zigaretten durch die Tabak-Lobby im vergangenen Jahrhundert verglichen werden. Heute wissen Menschen, wie sehr die Tabakwerbung geschadet hat – und in einigen Jahren oder Jahrzehnten werden sie gelernt haben, vorsichtiger mit sozialen Medien umzugehen.

Foto: Unsplash/Lex Guerra

Eine weitere Gefahr liegt in den teils gewaltvollen Inhalten, die zum Beispiel auf Tiktok existieren. Bereits 32 Prozent der unter 15-Jährigen seien auf Tiktok bereits mit echten Vergewaltigungen oder echten Ermordungen konfrontiert gewesen, sagt Psychologe und Generationenforscher Rüdiger Maas im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Diese Videos werden automatisch und ohne Vorwarnung abgespielt, ohne auf die Nutzerinnen und Nutzer Rücksicht zu nehmen – egal, ob es sich um einen tödlichen Auto-Crash oder um Kriegsszenen aus Krisenländern handelt. Auch vor den Gefahren durch solche Inhalte müssen Kinder und Jugendliche geschützt werden. Es stellt sich also nicht die Frage, ob eine Altersgrenze für Tiktok eingeführt werden sollte, sondern nur, wie sie durchgesetzt werden kann.

Von Arne Seyffert


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