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Corona-Logbuch: Victor (15) kann nicht nach Amerika

Corona-Logbuch: Victor (15) kann nicht nach Amerika
Foto: Victor (15) wollte eigentlich nach Amerika und China. Quelle: privat

Victor (15) konnte wegen des Coronavirus nicht wie geplant mit der Schule nach San Francisco in Amerika zu verreisen – obwohl er schon viel in die Vorbereitung investiert hat.


Viele meiner Mitschüler fanden es toll, dass der Schulunterricht ausgefallen ist. Weniger schön fanden sie die entfallenen Klassenfahrten. Auch ich hätte in den Osterferien an einem Schüleraustauschprogramm in die USA, nach Portland und San Francisco, teilgenommen. Wäre die Corona-Pandemie nicht ausgebrochen.

„Die ganzen Vorbereitungen sind im Eimer“

Der Austausch nach Amerika wurde von meiner Schule organisiert und die Teilnehmerzahl war auf 16 Schüler begrenzt – angemeldet hatten sich eigentlich doppelt so viele. Ich hatte also großes Glück, dass ich teilnehmen durfte. Und wir hatten schon viel für die Reise vorbereitet: Zum Beispiel hatten wir drei Vorbereitungstreffen mit den Lehrern, die immer spät nachmittags stattfanden. Diese Tage waren sehr anstrengend und ich kam danach immer müde zu Hause an. Zwei andere Mitschüler haben noch eine Präsentation für den Schüleraustausch über Hannover auf Englisch gemacht, die wir auch beim letzten Treffen vorgetragen haben. Die ganzen Vorbereitungen und die Vorfreude sind jetzt im Eimer.

Victor (15) reist gerne. Dieses Jahr sieht es für ihn aber leider mau aus – die Klassenfahrt fällt aus. Und sein Sommercamp in China.

Wütende Emojis im Whatsapp-Gruppenchat

Anfangs dachten wir noch, dass die Situation insgesamt nicht so schlimm sei und daher der Schüleraustausch, wenn schon nicht in den Osterferien, zumindest im Sommer nachgeholt werden kann. Das ist nun aber nicht mehr der Fall. Auch der Rückaustausch der USA-Schüler im Sommer ist nicht mehr möglich. Durch das Corona-Virus wurden nicht nur meine Veranstaltungen im April gestrichen, sondern auch meine Klassenfahrt nach Frankfurt im Sommer. Die Absage sorgte für sehr viele traurige und wütende Emojis in unserem Whatsapp-Gruppenchat, da wir uns sehr auf den Trip gefreut hatten. Denn bereits in der fünften Klasse konnten wir nicht ins Schullandheim fahren, jetzt fällt für uns also bereits schon zum zweiten Mal eine Reise aus. Dabei wächst die Gemeinschaft doch gerade bei solchen Aktivitäten noch enger zusammen.

Auch das Sommercamp fällt aus

Auch meine außerschulischen Pläne sind betroffen. Dieses Jahr hätte ich, wie die letzten zwei Jahre, an einem Sommercamp in China teilgenommen. Das ist ein Programm der All-China Federation of Returned Overseas Chinese, das chinesisch-stämmigen Kinder außerhalb Chinas die chinesische Kultur näherbringen soll. Dabei bereisen wir verschiedene Orte in China und lernen in unserer Freizeit Sachen wie chinesische Kalligraphie oder Tai-Chi. Bis heute habe ich noch Kontakt zu den Leuten, die ich bei meinem letzten und vorletzten Sommercamp kennengelernt habe, weshalb ich besonders traurig war, dass es dieses Jahr nicht stattfinden kann.

Mir ist aber natürlich bewusst, dass es viel schlimmer wäre, das Virus zu bekommen oder weiter zu verbreiten. Es ist zwar immer noch sehr schade, dass jetzt diese tollen Ausflüge und Erlebnisse nicht stattfinden können, aber indem wir einfach zu Hause zu bleiben, helfen wir mit, das Virus einzudämmen. Und für uns Schüler gibt es sogar einen Lichtblick: Uns wurde versprochen, dass wir auf jeden Fall nächstes Jahr am USA-Austausch teilnehmen dürfen.

Von Victor Ji-Hong Li

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Über den Autor/die Autorin:

Tomma Petersen

Tomma (30) ist Redakteurin und leitet die MADS-Redaktion. Zu den Konferenzen bringt sie immer Haribo mit.

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