Seite auswählen

Werbung

Clubhouse: Viel Hype um neue App

Clubhouse: Viel Hype um neue App
Foto: Unsplash/ Christian Wiediger

Die App Clubhouse existiert in den USA bereits seit April 2020, gehört momentan allerdings zu den drei meist heruntergeladenen Apps in Deutschland. Aufgrund ihrer Exklusivität wird sie kritisiert – und wegen der Inhalte gehypt.


Seit April 2020 existiert die Clubhouse App in den USA, seit diesem Wochenende gehört sie auch in Deutschland zu den Top drei gedownloadet Apps. Die App bewegt sich zwischen dem Format eines Live-Podcasts und einer Telefonkonferenz, zu der hinzugeschaltet werden kann, wer Interesse hat. Es ist für jede Nutzerin und jeden Nutzer möglich, einen Raum zu einem beliebigen Thema zu öffnen, um mit anderen Menschen Themen zu diskutieren und sich auszutauschen. Doch trotzt der Beliebtheit, stößt die App auch gleichzeitig auf viel Kritik. Denn: sie funktioniert nach dem Türsteher-Prinzip. Nur Menschen mit einem IOS-Betriebssystem und einer Einladung bekommen Zutritt.

Rasanter Nutzeranstieg bei Clubhouse durch Telegramketten

Im Doppelgänger Podcast von Philipp Glöckler und Philipp Klöckner wurde die App, die in Deutschland bis dahin noch recht unerkannt war, zunächst erwähnt. Da die beiden mehr deutsche User und Userinnen auf der Plattformen haben möchten, erstellen sie eine Telegram-Gruppe. Diese soll wie eine Art Kette dienen, denn jede Nutzerin und jeder Nutzer von Clubhouse kann zwei Einladungen verschicken. Dieses Einladungssystem ist laut Klöckner damit begründet, dass der Wachstum begrenzt und kontrollierbar bleiben soll. Doch das tritt nicht ein.

Binnen weniger Tage strömen im Sekundentakt Menschen in die Gruppe und bitten um eine Einladung in die App. Mittlerweile bewegen sich dort bereits Gesichter wie FDP-Chef Christian Lindner, Aktivistin und Gründerin Louisa Dellert oder Moderator Joko Winterscheidt.

Clubhouse: Ausschluss nach Prinzip

Die App lebt von einer strukturierten Moderation und interessanten Themen, birgt aber auch einige Nachteile, die auf Instagram kommuniziert und geteilt werden. Die App scheint nach gewissen Prinzipien auszuschließen. Um die App nutzen zu können, reicht kein einfacher Download. Man muss eingeladen werden und erhält dann die Möglichkeit, selbst zwei Leute einladen. Das erinnert stark an vergangene Sportstunden, in denen die beliebten Kinder als erstes in die Mannschaften gewählt wurden und die unbeliebten am Rand zurückblieben.

Zudem kann man dies auch nur als IOS-Nutzer tun. Was direkt noch mehr Ausschluss bedeutet, denn auch wenn der Markt an Smartphones vielfältig ist, gilt das iPhone nach wie vor als Statussymbol. Zudem scheinen Berichte über falsche Informationen, Beleidigungen oder Anti-LGBTG-Gruppen zu keinen Folgen zu führen. Die App wird momentan ungefiltert genutzt. Nutzer beschreiben bereits, dass Angst etwas zu verpassen entsteht.

Unüberwindbare Barrierefreiheit

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Barrierefreiheit. Die Instagram-Userin @wayofkat, selbst gehörlos, ist enttäuscht und wütend: „Wir leben im Jahr 2021, einem Jahr, in dem durch technische Innovation Barrierefreiheit prinzipiell in allen Lebensbereichen möglich ist. Theoretisch. Ich bin allerdings immer wieder erstaunt über die fehlende Bereitschaft von App-Entwicklern und -Entwicklerinnen an alle Personen bei der Entwicklung neuer Apps zu denken. Quasi so, als würden bestimmte Personengruppen für sie nicht existieren. Oder seien es nicht wert, Zugang zu bestimmten Dingen zu erhalten.“ Zwar sind viele andere Apps auch nicht komplett barrierefrei, doch betont sie, dass die App Clubhouse Barriere-unüberwindbar ist.

Von Madita Muhs


Lies auch:


Über den Autor/die Autorin:

Poste einen Kommentar:

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Send this to a friend