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Chilling Adventures of Sabrina: Das Ende wird der Serie nicht gerecht

Chilling Adventures of Sabrina: Das Ende wird der Serie nicht gerecht
Foto: dpa

„Chilling Adventures of Sabrina“ gelingt der Umgang mit Themen wie Transidentität, Homosexualität und Feminismus. Doch das Serienfinale schadet der Netflix-Serie, findet MADS-Autorin Nina. Ein Kommentar.


Sabrina Spellman ist keine normale Teenagerin. Als junge Halb-Hexe muss sie sich in der Welt der Sterblichen zurechtfinden und ihre Heimatstadt Greendale vor gruseligen Gegnern schützen. Die vierteilige Netflix-Serie „Chilling Adventures of Sabrina“ macht Männer zum Beiwerk, Frauen zu Antiheldinnen und beschert den Fans seit 2018 regelmäßig Gänsehaut. Doch das ist nun vorbei. Das Ende der Horrorserie ist besiegelt – mit einem Serienfinale, das Sabrina Spellman ein ungerechtes Ende beschert.

Bereits im Sommer 2020 gab Netflix, zum Bedauern der Fans, das Ende der Serie bekannt. So weit, so schade. Doch immerhin bekamen die Produzenten genügend Zeit, der Serie ein halbwegs rundes Ende zu bescheren. Und das scheint auch zu funktionieren – wäre da nicht die letzte Folge. Eine Folge, die den spannenden und gleichzeitig emanzipierten Grusel-Charakter der Serie völlig vergessen lässt.

Achtung: Nun folgen Spoiler zum Ende der Serie!

Bereits in der ersten Staffel von „Chilling Adventures of Sabrina“ lernten die Fans, dass der Tod einer Hexe nicht immer unumkehrbar ist. So wird Sabrinas Tantchen Hilda mal eben ermordert, in der Kains-Grube verbuddelt und schon kann sie wieder auferstehen. Dass nun Sabrinas Ermordung in der letzten Folge auch gleich im endgültigen Tod mündet, ist ziemlich unglaubwürdig. Aber gut, dass Serienhelden und -heldinnen mittlerweile ohne Wimpernzucken umgebracht werden, ist ja längst kein Geheimnis mehr. Der Tod der Lieblinge liegt eben im Trend.

Höchst problematisch sind dagegen zwei Aspekte des Serien-Abschlusses. Während die letzte Folge zeigt, wie Sabrina nach einem schweren Kampf gegen das Böse im „Süßen Jenseits“ sitzt und ein Buch liest, stößt ihr geliebter Nicholas Scratch zu ihr. Der Grund: Er hat sich selbst das Leben genommen, um auf ewig mit Sabrina vereint zu sein. Dass die Beschönigung von Suizid in Teenager-Serien nichts zu suchen hat, wurde schon wegen der Netflix-Serie „Tote Mädchen lügen nicht“ diskutiert. Anscheinend hat der Streamingdienst daraus allerdings wenig gelernt.

Ebenso problematisch: Die Grusel-Serie erzählt den langen und holprigen Weg einer starken, jungen Frau, die sich zwischenzeitig immer wieder von der Liebe abhängig macht. Schließlich kommt sie in der letzten Staffel selbst zu dem Schluss, dass sie wohl vorerst als Single herausfinden muss, was sie vom Leben möchte. Dieser Entschluss hält allerdings kaum ein paar Tage – okay, vielleicht macht das Sabrina als 16-Jährige auch einfach noch authentischer. Aber, dass nun diese junge Frau auf ihrem Weg mehr über sich selbst herauszufinden und stärker zu werden, stirbt und auf ewig mit ihrer Jugendliebe im Jenseits endet, wird ihrem Charakter nicht gerecht. Das Ende lässt die Sabrina-Fans denken, vollkommenes Glück würde nur durch die Liebe zu Nicholas erreicht. Das ist einfach schade – und tut einer Serie, die den Umgang mit Transidentität, Homosexualität und starken Frauen so authentisch rüberbrachte ganz sicher keinen Gefallen.


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Über den Autor/die Autorin:

Nina Hoffmann

Nina (24) studiert Soziologie und kennt somit alle Sprüche über eine Karriere als Taxifahrerin. Statt an ihren Fahrkünsten zu feilen, liest sie lieber Texte über Gender-Fragen und Emanzipation - oder noch besser: Die dazugehörigen Kommentare der Facebook-Nutzer/innen.

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