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Berliner Techno ist jetzt Unesco-Kulturerbe: So reagiert das Internet

Berliner Techno ist jetzt Unesco-Kulturerbe: So reagiert das Internet
Foto: Unsplash/ Antoine J.

Der Berliner Techno ist nun Teil des deutschen immateriellen Kulturerbes, das hat die Kulturministerkonferenz entschieden. Diese Neuigkeit hat im Internet Wellen geschlagen. Instagram- und X-User reagieren unter anderem mit der Forderung nach einer subkulturfreundlicheren Stadtplanung.


„Warum wird Deutschland auf einmal cool?“, heißt es unter dem Instagram-Post der Tagesschau zu Neuigkeiten über die Berliner Technoszene. Die Schlagzeile: Diese ist jetzt Teil des deutschen immateriellen UNESCO-Kulturerbes. Das hat die Kulturministerkonferenz entschieden, die so das bundesweite Verzeichnis erweitert hat. Ebenfalls neu auf der Liste sind fünf weitere Einträge: Bergsteigen in Sachsen, die Finsterwalder Sangestradition in Brandenburg, der Kirchseeoner Perchtenlauf in Bayern, die Schwälmer Weißstickerei aus Hessen und der Viez im moselfränkischen Raum. 

Reaktionen: Mischung aus Lob und Kritik

Die Einträge sollen jegliche kreative Kulturformen fördern und stehen „für einen erweiterten Kulturbegriff, der sich gegen die absurde Trennung von E- und U-Kultur wendet“, so Kulturstaatsministerin Claudia Roth. Die Technokultur stehe seit vielen Jahren für Werte wie Vielfalt, Respekt und Weltoffenheit, ergänzte sie.

Das sorgt in der deutschsprachigen Bubble für Aufregung: Unter dem Post findet man einerseits überraschte Kommentare wie „Mein Blick wandert immer auf den Accountnamen. Dachte zuerst Tagesscheiss”. Ein anderer User bewertet die Entscheidung positiv und schreibt: „Unerwartet, aber nicht unberechtigt“. Daneben nehmen User und Userinnen auch Bezug zu einem anderen aktuellen Geschehen: Die mögliche Verlängerung der Berliner Stadtautobahn A100 bedroht etliche Clubs und Kulturorte. Deswegen heißt es auch: „Nice, danke dafür. Und jetzt auch politisch was dafür tun, dass Clubs nicht zumachen müssen, weil irgendwer ne Autobahn baut. Danke!”

Berliner Techno: International bekannt

Auch aus dem Ausland folgten Reaktionen auf die Neuigkeit. Diese sind überwiegend positiv. Auf X heißt es unter anderem: „Berlin being granted UNESCO world heritage status for their Techno Club Culture is the most amazing news. Unbelievable result” oder „Oh wow! „Berlin techno has been added to the UNESCO Cultural Heritage list.“ I remember the raves in Berlin, and then the moonlight parties in Goa…”. Auch Tiktok schließt sich dieser Begeisterung an:

Doch auch im weltweiten Diskurs bleibt die Frage omnipräsent, wie in der Stadtplanung Subkultur gefördert werden kann. Autor und Uni-Dozent Giacomo Bottà formuliert das auf X so: „This is great news of course BUT inclusion in the national list of UNESCO ICH doesn’t solve the tangible material issue: how do we make/plan/build a city which welcomes and nourishes subcultural music practices?” Eine Diskussion, die durch die Ernennung zweifellos neu angeregt wurde.


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Über den Autor/die Autorin:

Marie Bruschek

Marie (20) studiert Weltliteratur. Wenn sie nicht gerade schlechte Wortwitze macht oder sich zum zehnten Mal Mamma Mia anguckt, schreibt sie für MADS über alles, was sie gerade interessiert.

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