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Werbespot für Periodenunterwäsche „zu drastisch“ fürs US-Fernsehen

Werbespot für Periodenunterwäsche „zu drastisch“ fürs US-Fernsehen
Foto: Federico Gambarini/dpa

Gleich mehrere US-Fernsehsender wollen einen Werbespot für Damenhygieneprodukte nicht ausstrahlen. Der Grund: In dem Film sind Blut und ein Tamponbändchen zu sehen. Für die Verantwortlichen der Sender ist das zu viel des Guten.


In den USA sorgt ein Werbespot für Damenhygieneproduktefür Aufsehen. Gleich mehrere TV-Sender weigern sich, den Spot auszustrahlen. Der Grund: In dem Werbeclip sind ein Tamponbändchen und Blut zu sehen. Für viele Fernsehstationen zu viel des Guten.

Konkret geht es um ein Filmchen des New Yorker Unternehmens Thinx. Die Firma stellt Unterwäsche her, die während der Menstruation als Ergänzung oder Ersatz traditioneller Hygieneprodukte dienen kann. In dem Werbeclip werden unter dem Titel „MENstruation“ aber ausschließlich Männer gezeigt, die ihre Periode haben.

Die Kampagne soll laut dem Unternehmen die Frage aufwerfen, ob „wir gelassener mit dem Thema Menstruation umgehen würden, wenn wir alle unsere Tage hätten“.

Blut und Tamponbändchen

Gezeigt wird beispielsweise ein Junge, der seinem Vater in der Küche berichtet, er habe gerade seine Periode bekommen. Eine andere Szene zeigt einen Mann im Bett. Als er sich umdreht, ist ein Blutfleck auf dem Laken zu sehen. In einer weiteren Sequenz hängt einem Mann in Unterwäsche ein Tamponbändchen aus der Hose.

Der US-Sender CBS bezeichnete den Werbefilm als „zu drastisch“ und verweigerte die Ausstrahlung. Damit der Spot überhaupt über die Bildschirme gehen konnte, musste das Unternehmen Thinx den Blutfleck aus dem Spot entfernen. Doch auch die heraushängende Tamponschnur ging dem Sender gegen den Strich.

Damit nicht genug: Auch das Discovery Network mit den Sendern HGTV und Food Network verlangte eine Version ohne die Szene mit dem Tamponfaden, ebenso wie die Kabelkanäle We TV und Lifetime. Disneyzeigt den Spot ebenfalls ohne diese Szene.

„Tief verwurzelte soziale Stigmata“

Maria Molland, Geschäftsführerin bei Thinx, hält die Aufregung für übertrieben. Sie habe „nicht damit gerechnet“, dass die Tamponschnur zensiert würde, aber sie sei „auch nicht überrascht“, sagte sie der Zeitung. Es seien „tief verwurzelte soziale Stigmata“, so Molland. „Angesichts dessen ist es nachvollziehbar, dass einige Fernsehsender Angst davor hatten, unseren Spot zu zeigen, der mutig über die alltäglichen Erfahrungen spricht, die Frauen nur allzu gut kennen.“

Nach ersten Medienberichten über den TV-Bann ist CBS inzwischen zurückgerudert. Der Sender erklärte, er wolle die Angelegenheit nochmals überprüfen. Inzwischen hat der Sender erklärt, dass man den Spot doch ohne Kürzungen akzeptieren werde.

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RND/msc


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