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Vinted, Rebuy oder lokaler Shop: Hier gibt es Secondhand-Schätze

Vinted, Rebuy oder lokaler Shop: Hier gibt es Secondhand-Schätze
Foto: Vinted

Secondhand bedeutet schon lange nicht mehr, dass man knapp bei Kasse ist. Kleidung, Schuhe oder andere Gegenstände aus zweiter Hand sind beliebt – und das nicht erst seit der Pandemie. MADS stellt Möglichkeiten vor, Gebrauchtes zu kaufen und zu verkaufen.


Passen rote Turnschuhe zu einer pinken Bluse? Nadine Gebken ist sich da noch nicht sicher. Die Veranstaltungskauffrau ist Stammkundin im Secondhand-Geschäft Laden 10 in Hannover. „Durch Secondhand habe ich einen Weg gefunden, in dieser Überflussgesellschaft meinen Beitrag zu leisten, und damit geht es mir super“, sagt sie.

Daneben nutzt sie auch Apps, um Schätze aus zweiter Hand zu finden. Allerdings ist nicht bei jedem Onlinekauf alles gut gegangen: „Manchmal hat es einfach nicht gepasst.“ Außerdem hat Gebken festgestellt, dass die Kommunikation im Geschäft leichter ist. „Trotzdem weiß ich beide Seiten zu schätzen“, sagt sie.

Passen die roten Turnschuhe zu der pinken Bluse? Veranstaltungskauffrau Nadine Gebken überlegt noch. Foto: Jule Arista Runde

Dem stimmt auch Natalie Begic, Inhaberin vom Laden 10, zu. Ihre Zielgruppe fängt im Alter von 15 Jahren an. Besonders junge Leute nutzten natürlich auch Apps zum Shoppen, sagt sie. Eine Konkurrenz stelle das trotzdem nicht für sie dar: „Ich glaube, sie nutzen einfach die komplette Breite an Möglichkeiten.“ Was man im Laden nicht finde, finde man online – oder andersherum.

Seit Beginn der Pandemie sei mehr Kundschaft in ihren Laden gekommen, sagt Begic. „Die Leute sind lieber in ihrem Stadtteil geblieben, aber viele kommen inzwischen auch unabhängig von Corona, weil sie keine Lust auf die Innenstadt haben.“

Natalie Begic vor ihrem Laden 10 in Hannover. Immer mit dabei: Hündin Hanni. Foto: Jule Arista Runde

Mit diesen Apps findet man Secondhand-Schätze

Wie sehr Secondhand-Apps an Bedeutung gewonnen haben, zeigt das Beispiel Vinted (zuvor Kleiderkreisel und Mamikreisel). Das in Litauen gegründete Unternehmen ging 2009 in Deutschland an den Start – und hat in den vergangenen drei Jahre einen starken Anstieg an Mitgliedern erlebt. „Im vergangenen Jahr verzeichnete Vinted mehr als neun Millionen registrierte Mitglieder in Deutschland“, sagt Pressesprecherin Lisa-Marie Berns. 2020 waren es 8,5 Millionen, 2019 nur fünf Millionen. Weltweit sind bereits 50 Millionen Mitglieder registriert – davon rund elf Millionen in Deutschland (Stand März 2022).

Diese Apps geben gebrauchten Gegenständen eine zweite Chance – Eine Auswahl

Vinted – Hier gibt es neben Kleidung, Schuhen und Accessoires auch Kosmetik, technisches Zubehör, Haushaltswaren, Bücher und Kinderspielzeug.

Momox – Nutzer können neben Kleidung und Schuhen auch nach Büchern, CDs, DVDs, Blu-rays, Vinylplatten und Spielen schauen.

Rebuy – Ähnlich wie bei Momox werden auch hier Bücher, CDs und DVDs angeboten. Nutzer können aber auch Handys, Kameras, Tablets oder Spielekonsolen kaufen.

Shpock – Die App ist wie ein virtueller Flohmarkt. Auch Fahrräder, Autos und sogar Immobilien werden dort angeboten.

Ebay und Ebay-Kleinanzeigen – Während man bei Ebay auf verschiedene Gegenstände bietet, läuft der Verkauf bei Kleinanzeigen über einen Chat. Auch hier wird alles angeboten, was man sich vorstellen kann.

Mädchenflohmarkt – Ähnlich wie bei Vinted findet man hier allerlei Kleidung, Schuhe, Taschen und Accessoires.

Zadaa – Klamotten, Schmuck, Schuhe, Schals und Taschen können dort gekauft werden.

„Secondhand war bereits vor der Pandemie ein wachsender Trend“, sagt Berns. Dass Menschen seit 2020 mehr Zeit in ihren eigenen vier Wänden verbrachten, dort ihre Garderobe neu sortierten und gleichzeitig in einer angespannten Situation noch etwas Geld hinzuverdienen konnten, habe den Trend nur noch verstärkt.

Onlineshoppen und -verkaufen: Das gilt es zu beachten

Wer online verkauft, sollte das Produkt aus mehreren Perspektiven fotografieren. Auch Detailaufnahmen von Mustern helfen den Kaufenden, sich ein genaues Bild vom angebotenen Artikel zu machen. Bei der Artikelbeschreibung gilt es, so genau wie möglich zu sein, auf Mängel hinzuweisen und den Zustand des angebotenen Artikels ehrlich wiederzugeben. Kaufende sollten sich vorab genau über den Artikel erkundigen – egal, ob bei Kleidung oder anderen Gegenständen.

Nicht mehr nach Trend oder Marke kaufen

Viel gekauft wurde seit Corona auch in dem Geschäft von Sylvia Partzanka in Lübeck. Dabei ist der Inhaberin der Boutique Zweite Hand eine Sache besonders im Gedächtnis geblieben: „Ich habe junge Menschen beobachtet, die bei mir einkaufen“, sagt sie. Ihr sei aufgefallen, dass viele nicht mehr nach Trend oder Marke kauften, sondern ganz individuell.

Das hat auch Vesna Gehrmann vom Geschäft Gänseblümchen aus Hannover bemerkt. Immer öfter besuchen Schülerinnen und Schüler sowie Studierende ihren kleinen Laden. „Sie kaufen inzwischen mit einem ganz anderen Bewusstsein ein und legen viel Wert auf Nachhaltigkeit.“

Vesna Gehrmann, hier mit Hündin Emma, ist die Inhaberin des Ladens Gänseblümchen. Foto: Katrin Kutter

Dass junge Leute aber vermehrt Apps zum Shoppen nutzen, macht ihr doch etwas zu schaffen. „Früher hatte ich ganz andere Umsätze und Arbeitszeiten“, sagt Gehrmann. Das habe sich von Jahr zu Jahr verschlechtert. „Dennoch kann ich mich nicht beschweren, und es ist immer noch besser, eine dieser Apps zu nutzen, als gleich etwas neu im Laden zu kaufen“, sagt sie.

Von Jule Arista Runde


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Über den Autor/die Autorin:

MADS-Team

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