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Stärkster Geldwertverlust seit 30 Jahren: Was steckt hinter der Inflation?

Stärkster Geldwertverlust seit 30 Jahren: Was steckt hinter der Inflation?
Foto:  Christian Dubovan

Aktuell ist an jeder Tankstelle unschwer zu erkennen, dass die Spritpreise gravierend ansteigen. Aber wieso kosten die gleichen Waren auf einmal mehr als vorher? MADS erklärt, was Inflation eigentlich bedeutet – und wieso das Thema auch für junge Menschen relevant ist.


Was heißt Inflation?

Unter Inflation versteht man einen Preisanstieg durch den Wertverlust des Geldes. Das heißt, das Geld ist weniger wert, und man kann nun mit der gleichen Summe Geld weniger kaufen. Aktuell ist die höchste Inflationsrate seit 1993, also seit fast 30 Jahren, zu verzeichnen. Statt bei 0,5 bis 2 Prozent liegt die Jahresinflation 2021 laut Statistischem Bundesamt bei 3,1 Prozent. In den USA ist die Inflation nun sogar auf 7 Prozent angestiegen, wie das Arbeitsministerium am Mittwoch in Washington mitteilte.

Warum ist das relevant?

Die Inflationsrate wird auch Teuerungsrate genannt und beschreibt dementsprechend, ob Waren und Dienstleistungen teurer werden oder ein stabiles Preisniveau haben. Seit Beginn der Corona-Pandemie steigt die Rate an, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Es wird zwar lediglich von einer leichten Inflation gesprochen. Allerdings können die steigenden Preise besonders junge Leute ohne Erspartes treffen.

Wie kommt es zur Inflation?

Der Wirtschaftswissenschaftler der Goethe-Universität Frankfurt am Main, Andreas Hackethal, sieht für die aktuelle Rate drei Gründe. Alle drei resultierten aus der Corona-Krise, sagt er im Interview mit der Tagesschau. Als ersten Sonderfaktor nennt er die Hilfsprogramme wie die 2020 zeitweise eingeführte Senkung der Mehrwertsteuer, um das Konsumverhalten anzukurbeln. Dadurch kam mehr Geld in den Umlauf. Und wenn mehr Banknoten vorhanden sind, sind diese dementsprechend auch weniger wert. Als zweiten Grund nennt der Wirtschaftswissenschaftler die Lieferengpässe. Durch die Lockdowns in vielen Ländern gab es Lieferschwierigkeiten, und daraus ergaben sich höhere Preise, da weniger Produkte vorhanden oder diese schwieriger zu beschaffen waren. Bekannt ist auch, dass die Energiepreise für Gas, Öl und Strom ansteigen, was als dritter Grund gesehen wird. Dies hängt zum einen mit der hohen Nachfrage und der Rohstoffknappheit von Erdöl zusammen und zum anderen mit den darauf erhobenen Steuern.

Wie wird es weitergehen?

Experten sind sich uneinig darüber, wie es nun weitergehen wird. Die Corona-Pandemie kann auch weiterhin zu Lieferschwierigkeiten von bestimmten Waren führen. Allerdings ist es auch möglich, dass die aktuell hohe Inflationsrate nur eine kurzzeitige Entwicklung ist, da sich die Lieferketten wieder verbessert haben. Darüber hinaus kann die Europäische Zentralbank (EZB) bei einem weiteren Anstieg der Teuerungsrate einschreiten und durch die Erhöhung des Leitzinses die Preise stabilisieren.

Von Marret Borchert


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Über den Autor/die Autorin:

MADS-Team

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