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Seaworld-Trainer klagt an: Killerwale werden betäubt und ausgehungert

Seaworld-Trainer klagt an: Killerwale werden betäubt und ausgehungert
Foto: picture alliance / ZUMAPRESS

Es sind erschreckende Vorwürfe, die zwei ehemalige Orca-Trainer eines „Seaworld“-Vergnügungsparks machen: Um sie gefügiger zu machen, sollen die Killerwale mit Medikamenten betäubt und ausgehungert werden. Was die Verantwortlichen sagen.


Tierschützer kämpfen schon seit langem dafür, dass die „Seaworld“-Vergnügungsparks in ganz Amerika geschlossen werden. Die Aussagen von zwei ehemaligen Wal-Trainern liefern jetzt weitere Munition dazu. Denn John Hargrove und Jeffrey Ventre behaupten, dass die Killerwale im „SeaWorld“-Park von Orlando unter Medikamenteneinfluss stehen und hungern müssen, um sie für die Shows gefügiger zu machen.

Ventre wurde 1987 von Seaworld als Orca-Trainer angeheuert. Während seiner acht Jahre will er laut eines Interviews in der „Sun“ beobachtet haben, wie sich die Killerwale vor Stress selbst verstümmelten und ihre eigenen Zähne runterkauten: „Sie haben ihre Zähne auch am Beton des Beckenrands gerieben und sich selbst den Kiefer ausgerenkt. Einige der Orcas und auch der Delfine haben vor Stress Magengeschwüre bekommen und mussten mit Antibiotika behandelt werden.“ Laut des 55-Jährigen wurden den Killerwalen auch Valium zugeführt, um „ihr aggressives Verhalten unter Kontrolle zu bekommen.“

„Seaworld“ bestreitet alle Vorwürfe

Hargrove, der 2012 seinen Job in Orlando quittiert hatte, sagte der „Sun“: „Ich habe mit Walen gearbeitet, die jeden Tag ihres Lebens Medikamente bekommen haben. Ich habe erlebt, wie sehr junge Wale krank wurden und gestorben sind.“ Der Trainer enthüllt auch noch einmal, wie gefährlich die Arbeit mit den Orcas war: „Ich war zehn Mal in sogenannte ‚Wasserarbeits-Aggressionsvorfälle‘ verwickelt, bei denen mich die Wale unter Wasser gezogen und gehalten haben.“ So wie seine Kollegin Dawn Brancheau. Die 40-Jährige wurde 2010 vom Orca-Männchen Tillikum vor den Augen von 50 Touristen am Pferdeschwanz gepackt und in die Tiefe gerissen. Die Trainerin starb, weil ihr dabei das Rückgrat gebrochen wurde.

Laut Ventre wurden er und andere „Seaworld“-Mitarbeiter von den Bossen angewiesen, über Verletzungen der Wale und auch ihr Sterbealter zu lügen: „Wir mussten sagen, dass Orcas im Schnitt 25 bis 30 Jahre lang leben. Dabei werden sie in der Freiheit bis zu 80 Jahre alt.“

Ein Sprecher für „Seaworld“ bestreitet alle Vorwürfe: „Es sind die falschen Behauptungen von verärgerten Ex-Mitarbeitern. Dass wir unsere Tiere missbrauchen ist kategorisch falsch! Im Gegenteil, wir beschützen sie.“

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Von RND/sin


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