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Netflix-Handyspiele: Was können die „Stranger Things“-Games und Co.?

Netflix-Handyspiele: Was können die „Stranger Things“-Games und Co.?
Foto: IGDB

Der Streamingdienst Netflix bietet seit November auch Spiele an. Grund dafür ist die Kundenbindung: Bei der Vielzahl an Streaminganbietern möchte sich Netflix von der Konkurrenz abheben. MADS-Autorin Annika hat die Handy-Games getestet.


Bereits der erste Download kann zu Problemen führen. Zwar sollen alle Spiele über die Netflix-App zugänglich sein, doch an iOS-Geräten kann man sie so teilweise nicht herunterladen. Stattdessen muss man sie manuell im App-Store heraussuchen. Das ist umständlich, aber mehreren Internetforen zufolge ein verbreitetes Problem. Außerdem werden in der Netflix-App selbst am iPhone nicht alle Spiele angezeigt, erst Google liefert eine vollständige Spieleliste. Bei Android-Geräten gibt es hingegen einen Reiter in der Netflix-App, in dem alle Spiele gesammelt angezeigt werden.

Gleich zwei Spiele zu „Stranger Things“

Gleich zwei Spiele bietet Netflix für Fans der Serie „Stranger Things“ an. Beide sind Point-and-Click-Adventures im Retro-Look. In „Stranger Things: 1984“ beginnt man als kleine Pixel-Figur von Polizeichef Hopper. Aufhänger des Spiels ist das Verschwinden der vier Jungs Will, Mike, Dustin und Lucas. Also macht man sich auf die Suche, zunächst im Labor am Stadtrand, später schaltet man immer mehr Regionen von Hawkins frei. Dabei begegnet man feindlichen Figuren, die man durch Anklicken ausschaltet.

Das Spiel ist süß gestaltet, die Schauplätze und Figuren sind auch in ihrer Pixel-Form erkennbar. Das Spiel erfindet das Rad zwar nicht neu, man sammelt Münzen, Leben und Munition, aber es gibt auch Sammelgegenstände, die auf „Stranger Things“ abgestimmt sind. Auch wenn das Spiel nicht abwechslungsreich ist, macht es Spaß und gibt ein bisschen 80er-Jahre-Feeling. Außerdem verspricht es einen langen Spielspaß: Nach 30 Minuten Spielzeit sind gerade mal 4 Prozent der Handlung gelöst.

„Stranger Things 3: The Game“ entspricht dem anderen Spiel zur Serie in seinem Grundprinzip. Allerdings sieht die Welt detaillierter aus, und die Perspektive ist leicht anders. Die Handlung orientiert sich an der dritten Staffel. Im Gegensatz zu „Stranger Things: 1984“ gibt es mehr Interaktion zwischen den Figuren. Schade ist, dass die Dialoge teilweise hölzern klingen. Das kann aber auch an der Übersetzung liegen: Wenn Handy und Netflix auf Deutsch eingestellt sind, wird das Spiel automatisch auch auf Deutsch heruntergeladen, später kann man nur noch die Lautstärke ändern.

Kartenstrategie und Autorennen

Die anderen Spiele sind nicht an Serien angelehnt. „Arcanium: Rise of Akhan“ ist ein einfaches Strategie-Kartenspiel, bei dem man Felder aufdeckt und dann mithilfe der Aktionspunkte seiner eigenen Karten Gegner zu besiegen versucht. Auch hier stellt Netflix keine neue Spieltechnik vor, sondern greift lediglich ein bereits bekanntes Konzept auf. Für ein größeres Publikum gedacht ist das Autorennspiel „Asphalt Xtreme“. Immerhin kann man hier aus verschiedenen Steuerungen auswählen. Für den Zeitvertreib ist das Spiel interessant.

Netflix-Minispiele heben sich nicht ab

Ansonsten gibt es noch eine Reihe von Minispielen. Bälle werfen, Dinge balancieren – sie ähneln normalen Handyspielen, wie es sie von unzähligen anderen Anbietern gibt. Lediglich „Card Blast“ sticht heraus: Die Farben sind greller, das Spiel wirkt billig und passt nicht so richtig zur Optik der anderen Spiele.

Konzept ausbaufähig

Insgesamt merkt man, dass Netflix „Stranger Things“ wohl als Aushängeschild verwendet. Die Spiele sind am umfangreichsten und detailliertesten, während die anderen wirken, als sollten nur weitere Nischen abgedeckt werden. Da „Stranger Things: 1984“ außerdem zugekauft ist und vor der Übernahme durch Netflix bereits gratis verfügbar war, kann der Streaming-Dienst mit seinem Ausbau in die Gaming-Szene nicht überzeugen. Die meisten Spiele haben mit Serien und Filmen nichts zu tun und sind kurzweilig. Als weltweit größter Streaminganbieter hätte Netflix seine Spiele ruhig mehr auf die Filmbranche auslegen können und weniger, aber dafür detailliertere Games entwickeln können, die länger fesseln.


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Über den Autor/die Autorin:

Annika Eichstädt

Annika (24) macht ihren Master in Neuerer Deutscher Literaturwissenschaft. Das ist zwar brotlose Kunst, aber sie liest oder schreibt nun einmal den ganzen Tag. Bei MADS rezensiert sie am liebsten Musik oder Serien.

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