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Mumblogger: Deshalb entfolge ich schwangeren Youtuberinnen

Mumblogger: Deshalb entfolge ich schwangeren Youtuberinnen
Foto: Unsplash/ @freestocks

Videos über Umstandsmode und Babykleidung: Immer mehr deutsche Youtuberinnen lassen ihre Abonnenten an ihrer Schwangerschaft teilhaben. Deshalb macht MADS-Autorin Nina einen großen Bogen um die Mumbloggerinnen.


Mein Zeigefinger zögert nur kurz, bevor er den Deabonnieren-Button drückt. Doch dann überkommt mich ein Anflug von Erleichterung: endlich kein Schwangerschafts-Content mehr.

Drei Jahre lang habe ich die Youtube-Videos von mirellativegal aktiv verfolgt und kaum einen ihrer Postings verpasst. Doch damit ist nun Schluss. Nicht etwa, weil die 26-Jährige mir plötzlich unsympathisch geworden ist. Klar, nicht alle Videos von ihr haben mir immer gefallen, doch letztlich sah ich in ihr immer so etwas wie eine Verbündete: Sie setzt sich für feministische Themen ein, kann sich meinungsstark über aktuelle Themen echauffieren und das ganze auch noch in einen total trockenen Humor verpacken. Umso schwerer fiel mir die Entscheidung, ihren Kanal nicht länger zu abonnieren. Und das hat einen einfachen Grund: Mirella Precek, wie Mirellativegal eigentlich heißt, ist schwanger und lädt zu diesem Video nun gelegentlich Videos hoch.

Doch was habe ich überhaupt für ein Problem mit Schwangeren? An sich erst einmal gar keins. Ich finde Kinder und Babys voll in Ordnung (zumindest manche), genauso wie werdende Mütter und irgendwann in ferner Zukunft, möchte ich vielleicht selbst mal eine Familie gründen. Aber eben nicht jetzt. Denn aktuell liegt mir kein Thema ferner als Schwangerschaften.

Umstandsmode, Babykleidung und andere Thema rund um Kleinkinder – das alles interessiert mich nicht. Noch schlimmer: Es nervt mich. Ich finde kleine Schuhe oder kleine Socken einfach nicht niedlich, egal wie lange ich sie mir ansehe. Und gelegentlich verspüre ich sogar mit meinen 24 Jahren bereits einen gewissen Druck, wenn ich auf Instagram und Youtube über die zahlreichen Mumbloggerinnen stolpere, die kaum älter sind als ich. Mit ihren Beiträgen auf Instagram und Youtube scheint das Thema Kind immer näher zu rücken und damit auch Fragen wie: Will ich wirklich irgendwann Mutter werden? Finde ich dafür überhaupt den richtigen Partner? Und wann ist eigentlich ein passender Zeitpunkt? Gruselig.

Und nicht nur mir scheint es bei dem Thema so zu gehen. Auch andere Youtuberinnen, wie etwa Pockethazel, kommen mit dem Thema Schwangerschaft auf Youtube nicht wirklich gut klar. Ebenso wie ich, verspürt die 26-Jährige bei dem Thema einen enormen Druck:

Nicht wenigen jungen Frauen in meinem Alter scheint das Thema Schwangerschaft also eine Gänsehaut zu bereiten. Das liegt wohl auch daran, dass an Frauen grundsätzlich eine gewisse Erwartungshaltung gerichtet wird, Kinder toll zu finden und unbedingt Mutter werden zu wollen. Wohl kaum eine Frau hat noch nicht von der biologischen Uhr gehört, die angeblich ununterbrochen tickt. Das nervt!

Bevor ich den Deabonnieren-Button gedrückt habe, habe ich mich gefragt, ob ich Mirella dadurch auf das Muttersein reduziere. Immerhin macht sie auch noch andere Videos und die finde ich zum Teil noch immer witzig. Und vermutlich mache ich mich in diesem Punkt auch ein wenig schuldig. Trotzdem bin ich einfach noch nicht bereit, mich mit dem Thema Schwangerschaft auseinanderzusetzen, denn das bereitet mir vor allem eins: verdammt großes Unbehagen.


Über den Autor/die Autorin:

Nina Hoffmann

Nina (23) studiert Soziologie und kennt somit alle Sprüche über eine Karriere als Taxifahrerin. Statt an ihren Fahrkünsten zu feilen, liest sie lieber Texte über Gender-Fragen und Emanzipation - oder noch besser: Die dazugehörigen Kommentare der Facebook-Nutzer/innen.

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