Seite auswählen

Werbung

“Warum glaubt mir niemand?” Moreno wehrt sich gegen Relotius

“Warum glaubt mir niemand?” Moreno wehrt sich gegen Relotius
Foto: 

Der Journalist Claas Relotius hat Teile seiner Texte erfunden. Aufgedeckt hat das sein Ex-Kollege Juan Moreno und darüber ein Buch geschrieben. Relotius geht nun dagegen vor – und Moreno wehrt sich.


Der Autor Juan Moreno hat sein Buch „Tausend Zeilen Lüge“ über den Fall Claas Relotius gegen Vorwürfe des ehemaligen „Spiegel“-Redakteurs verteidigt. „Ich glaube, ich habe keinen Fehler gemacht“, sagte Moreno am Freitag bei den Medientagen München. Er habe sehr gründlich recherchiert und „nach bestem Wissen und Gewissen“ geschrieben. „Ich gehe bis heute davon aus, dass das stimmt.“

Er erlebe derzeit ein Déjà-vu. „Warum glaubt mir denn niemand? Ich bin doch nicht ein Fälscher wie er“, sagte Moreno. Sein Verlag Rowohlt Berlin und er hätten allerdings schon mit Schritten von Relotius gerechnet.

Unwahrheiten und Falschdarstellungen“

Am Mittwoch war bekanntgeworden, dass Relotius gegen Morenos Buch „Tausend Zeilen Lüge – Das System Relotius und der deutsche Journalismus“ vorgeht. Darin seien „erhebliche Unwahrheiten und Falschdarstellungen“ zu finden, wie es in einem Schreiben von seinem Anwalt Christian Schertz heißt.

Er forderte von Moreno und dem Verlag, die „aufgeführten falschen streitgegenständlichen Aussagen“ nicht weiter zu behaupten oder zu verbreiten. Konkret geht es in den Vorwürfen um mehr als 20 Stellen des Moreno-Buches.

Relotius hatte ganze Existenzen erfunden

Moreno beschreibt in seinem Buch, wie er das Vorgehen seines Ex-Kollegen enttarnte. Jahrelang hat der heute 33-jährige Journalist für seine gefeierten Reportagen Szenen, Ereignisse, ganze Existenzen erfunden. Vor allem für den „Spiegel“, aber nicht nur. Moreno geht davon aus, dass die Auseinandersetzung mit ihm juristisch geklärt werden müsse.

Die Relotius-Affäre ist einer der größten Skandale im deutschen Nachkriegsjournalismus. Der „Spiegel“ hat die Affäre unter anderem in einer umfassenden Dokumentation und neuen Arbeitsabläufen aufgearbeitet. Außerdem gab es auch personelle Konsequenzen.

Mehr zum Thema

Netzthemen: Was ist Deepfake?

Faktencheck: So kannst du dich gegen Fake-News wehren

Instagram-Nutzer können jetzt Fake News melden

RND/dpa


Über den Autor/die Autorin:

MADS-Team

Unter diesem Namen sammeln wir Beiträge von Gastautoren, Autorenkollektiven oder freien Mitarbeiter bei MADS. Die Namen des jeweiligen Autors oder der jeweiligen Autorin stehen dann immer unter dem einzelnen Beitrag.

Poste einen Kommentar:

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

UNSERE MADS-PARTNER

Videos

Wird geladen...

Send this to a friend