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Facebook erlaubte Spotify und Netflix Zugriff auf private Nachrichten

Facebook erlaubte Spotify und Netflix Zugriff auf private Nachrichten
Foto:  Christophe Gateau/dpa

Facebook betont immer wieder, dass es keine Nutzerdaten verkauft. Das heißt aber nicht, dass das Unternehmen nicht mit Daten handelt. Ein Medienbericht wirft nun ein Licht auf die Datenabkommen, die Facebook mit großen Tech-Firmen wie Microsoft, Amazon und Spotify abschloss.


Facebook hat nach neuen Vorwürfen den Zugang zu Nutzerdatenfür Firmen wie Microsoft, Netflix oder Spotify verteidigt. Das Online-Netzwerk betonte, die Schnittstellen seien dazu gedacht gewesen, Nutzern den Kontakt zu ihren Facebook-Freunden auf den anderen Plattformen zu ermöglichen. Sie seien auch lediglich nach einer Anmeldung aktiviert worden, hieß es in einem Blogeintrag am Mittwoch. Die „New York Times“ berichtete zuvor unter anderem, Microsofts Suchmaschine Bing habe Zugriff auf die Namen von Facebook-Freunden eines Nutzers gehabt und die Streamingdienste Netflix und Spotify auf die privaten Nachrichten.

Solche Verknüpfungen von Facebook-Accounts mit anderen Diensten werfen nicht zum ersten Mal Fragen auf. Das Online-Netzwerk sieht darin keine Verletzung der Datenschutz-Vorgaben: Die Nutzer hätten einfach auf der Plattform der Partner-Firma den Zugang zu ihren Facebook-Daten gehabt. Kritiker argumentieren, dass dabei Daten zum Beispiel Informationen von Freunden ohne deren Zustimmung weitergegeben worden seien.

Facebook hat keine Hinweise auf Datenmissbrauch

Zugleich bestätigte Facebook, dass die entsprechenden Schnittstellen zum Teil noch 2017 verfügbar gewesen seien, obwohl der Datenzugang eigentlich 2014 eingestellt wurde. Das hätte nicht passieren dürfen, räumte der zuständige Manager Konstantinos Papamiltiadis ein. Facebook habe aber keine Hinweise darauf, dass es Datenmissbrauch nach dem Ende des Programms gegeben habe. Das Online-Netzwerk nannte auch die „New York Times“ selbst in der Liste der Partner, bei denen es eine Verknüpfung mit Facebook-Daten gab.

Netflix und Spotify konnten auf private Nachrichten zugreifen

Die „New York Times“ berichtete zugleich auch, dass Facebook von Partnern wie Amazon, Yahoo oder dem chinesischen Smartphone-Anbieter Huawei Daten wie zum Beispiel Kontaktlisten erhalten habe, die dann unter anderem für Freundschaftsvorschläge genutzt worden seien. Das gehe aus internen Unterlagen hervor, die der Zeitung vorliegen. Noch im vergangenen Jahr hätten unter anderem Sony, Microsoft und Amazon E-Mail-Adressen von Facebook-Nutzern über ihre Freunde abrufen können.

Netflix und Spotify bekamen dem Blatt zufolge das Recht eingeräumt, private Nachrichten von Nutzern zu schreiben, zu lesen und zu löschen. Die Streaming-Anbieter erklärten, dies sei ihnen nicht bewusst gewesen.

Von RND/dpa


Über den Autor/die Autorin:

Michael Soboll

Michael kümmert sich im Mads-Team um die Koordination, technische Umsetzung und was sonst so anfällt.

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