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ESC-Kandidat Linus Bruhn: „Lebt eure Träume!“

Foto:  Sascha Pierro

Mit zehn Jahren stand er als Tarzan auf der Musicalbühne, jetzt will Linus Bruhn den Eurovision Song Contest gewinnen. Wir haben mit dem 20-Jährigen über seine Songs und den Social-Media-Wahn gesprochen.


Linus, du bist schon dein halbes Leben im Showgeschäft. Am 22. Februar wirst du beim ESC-Vorentscheid in Berlin auftreten – ist das überhaupt noch etwas Besonderes für dich?

Ja, total! Ich verfolge den Wettbewerb schon ewig mit und der Wunsch, dort einmal mitzumachen, schlummert ebenso lange in mir. Jetzt hat sich die Chance dazu ergeben – und mein Ziel ist ganz klar: Ich möchte nach Israel fahren und Deutschland beim ESC vertreten!

Im Gespräch mit dem NDR hast du gesagt, dass du in deinen Songs über Persönliches schreiben möchtest. Wie persönlich ist dein Song „Our City“, den du beim Vorentscheid singen wirst?

Der Song ist sehr persönlich. In meinen Songtexten beschreibe ich immer Situationen, die auch mit mir zu tun haben, die ich selbst erlebt habe. Ich könnte nie nur irgendwelche Floskeln schreiben! In „Our City“ rufe ich alle, auch mich selbst, dazu auf, sich vom Handy und den Sozialen Medien zu lösen und die Aufmerksamkeit auf die eigenen Träume und Wünsche zu richten. Wir – insbesondere meine Generation – verbringen so viele Stunden am Handy, verfolgen die Träume anderer und vergessen dabei, unsere eigenen zu leben. Dabei gibt es doch so viele Dinge, die wir schon immer machen wollten, oder?

Du kritisierst also den Social-Media-Wahn – Soziale Medien haben dich doch aber auch berühmt gemacht: Du hast mehr als 200.000 Follower auf Instagram, bei YouTube sind es knapp 116.000.

Die Sozialen Medien sind aus der heutigen Welt nicht mehr wegzudenken. Gott sei Dank gibt es sie, sonst wäre schließlich ich nicht da, wo ich heute sein darf. Dank dieser Plattformen kennen Hunderttausende meine Musik und ich kann mit meinen Fans – die mir mit ihrem Feedback unfassbar viel Kraft und Selbstvertrauen geben – in Kontakt treten. Ich möchte trotzdem nicht 24 Stunden am Tag auf mein Smartphone starren oder meinen Selbstwert an der Zahl meiner Follower festmachen.

Siehst du dich als Vorbild für deine Follower?

Nein. Ich habe einfach immer nur das gemacht, was ich liebe. Die Leute sollen erkennen, dass ich das aus Leidenschaft mache und nicht, um irgendwas zu beweisen. Nicht für Anerkennung, sondern aus Liebe zur Musik.

Neben dem Musikmachen studierst du auch Sportmanagement. Wie schaffst du es, beides zu miteinander zu vereinbaren?

In letzter Zeit klappt das tatsächlich nicht ganz so gut. Meine Kommilitonen sind bestimmt manchmal genervt, wenn ich während einer Gruppenarbeit mal wieder gehen muss. Aber an sich verstehen die das. Ich sehe das Studium als zweites Standbein. Es war nie mein Plan, Sportmanager zu werden. Solange es sich zeitlich einrichten lässt, mache ich das Studium weiter. Eigentlich möchte ich aber frei Musik machen und mein Leben damit finanzieren.

Du hast zur Vorbereitung  auf den ESC an einem Songwriting–Camp teilgenommen. Wie war das?

Etwa 20 Songwriter aus der ganzen Welt waren dabei. Mit ihnen zu arbeiten und jeden Tag einen neuen Song zu schreiben war für mich etwas ganz Besonderes. Ich habe mich mit allen super verstanden. Wir haben den ganzen Tag gemeinsam im Studio verbracht – das schweißt zusammen. Wir unterstützen uns alle gegenseitig, denn wir wollen in Berlin beim Vorentscheid die bestmögliche Show abliefern.

Fühlst du dich sehr unter Leistungsdruck?

Ich bekomme gerne ein bisschen Druck von anderen, damit ich mich ranhalte – das kennt man ja aus der Schule. Aber wenn man zu verbissen in so einen Wettbewerb geht, kann man ihn nicht genießen – und falls es am Ende nicht klappt, ist man am Boden zerstört. Deswegen gehe ich da ohne allzu großen Druck, aber natürlich mit dem Ziel rein, das Ding zu gewinnen.

Was ist größer: Die Angst vorm Verlieren oder die Vorfreude?

Auf jeden Fall die Vorfreude! Das ist doch die beste Freude überhaupt.

Vielen Dank für das Gespräch, Linus!

Interview: Emilia Encke

Zur Person: Schon mit zehn Jahren stand Linus Bruhn (20) in Hamburg auf der Bühne – als Tarzan im gleichnamigen Musical. Mit zwölf Jahren gewann er mit einer Justin-Bieber-Imitation die RTL-II-Show „My Name is …“, 2015 schaffte er es als Kandidat bei „The Voice of Germany“ bis in die Knockouts. Auf Instagram und YouTube begeistert er seine Follower mit Songcovern von Ed Sheeran oder den Backstreet Boys. 2018 veröffentlichte er seinen ersten eigenen Song „Pink Glasses“. Linus‘ nächstes großes Ziel: Deutschland beim Eurovision Song Contest 2019 in Tel Aviv vertreten. Am 22. Februar geht er in Berlin beim Vorentscheid mit seinem Song „Our City“ ins Rennen. Neben seiner Musikkarriere studiert Linus Sportmanagement in Hamburg und feuert in seiner Freizeit den HSV an.


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