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Eine Minute Biologie mit der OZ: Die Giftpflanze des Jahres 2022

Eine Minute Biologie mit der OZ: Die Giftpflanze des Jahres 2022
Foto: dpa

Sie gehört fast überall in verschiedenen Varianten auf den Speiseplan: die Kartoffel. Doch so harmlos sie erscheint, ist sie nicht immer. Was ist zu beachten?

Kaum zu glauben: Die Kartoffel ist die Giftpflanze des Jahres 2022. Keine gute Nachricht bei einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch von gut 60 Kilogramm Kartoffeln in Deutschland. Kartoffelpüree, Kartoffelklöße, Kartoffelpuffer, gekochte Kartoffeln, Kroketten, Pommes, Folienkartoffeln – das soll alles giftig sein?

Biologin Alice Mercier klärt auf und gibt Entwarnung. „Es geht vor allem um die grünen Teile der Kartoffel“, sagt die 37-Jährige, die bei Stralsund lebt. Diese Stellen enthalten unter anderem das Gift Solanin – es soll Fraßfeinde fernhalten und die Knolle vor Erregern schützen. „Wer grüne Stellen großzügig entfernt ist auf der sicheren Seite.“ Man könne das Solanin auch nicht durchs Kochen zerstören, da es extrem hitzebeständig sei und sich erst bei mehr als 200 Grad Celsius zersetze, so die Fachfrau. Im Kochwasser sammelt sich ein Teil des Solanins, deshalb sollte es nicht weiterverwendet werden.

Vorsicht ist auch bei gekeimten Kartoffeln wichtig. Ist der Keim länger als ein, zwei Zentimeter, sollte die Kartoffel lieber als Setzkartoffel genutzt werden. Gut geschälte Kartoffeln sind generell am sichersten für eine gesunde Mahlzeit, da sich die größten Mengen des Solanins unter der Schale befinden. Allerdings können geschälte Kartoffeln immer noch giftig werden, wenn sie einfach so in den Kühlschrank gestellt werden. „Besser ist, sie in Wasser mit einem Spritzer Essig zu legen. Ansonsten wird der Solanin-Schutz aktiviert.“

Alice Mercier betont, dass Vergiftungserscheinungen kaum befürchtet werden müssen: „Denn die heutigen Sorten sind mittlerweile auf einen geringen Solaningehalt hin gezüchtet.“ Somit können selbst Pellkartoffel-Fans weiterhin sorgenfrei genießen.

Mehr lesen: Eine Minute Biologie mit der OZ: „Suppenkoma“

Von Klaus Amberger

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