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Unterhaltsames Lexikon der WLAN-Namen in Deutschland

Unterhaltsames Lexikon der WLAN-Namen in Deutschland
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Ein Buch voller Listen. Und doch amüsant. Ein Buch, das man nicht unbedingt braucht, aber in dem man immer wieder blättern kann. Das ist „Pretty Fly For A Wifi – Das unvollständige Wörterbuch der WLAN-Namen in Deutschland“.

Die Autorin Helen Stelthove hat gut 2400 WLAN-Namen bei ihren Recherchen in mehreren Großstädten gesammelt. 400 stellt sie in ihrem Buch vor, versehen mit jeweils kurzen Erklärtexten, um die Sinnhaftigkeit der Namen zu erläutern.

„WLAN-Namen sind unsichtbare Kommunikation“, sagt die Sammlerin im Vorwort, „die mit einem Handy sichtbar wird.“ Denn jeder Smartphone-Nutzer kann die Bezeichnungen der WLAN-Netze auf der Suche nach offenen WLAN-Netzen sehen. Ein Teil dieser Netze sind von ihren Besitzern umbenannt worden, oft aus einem Spieltrieb heraus, der die Sprache nutzt. Ein paar Appetithappen: „Dein WLAN sein Vadder“, „Nein, hier ist Patrick!“, „Pizzeria_Salmonelli“, „Ich brauch Butter“, „Froschkotze“, „Pommeskinder“, „Weissweinschorlentussi“, „#dankemerkel“, „VeganesWLan“, „Haste Strom haste Licht“, „Warum bist Du hier?“, „Tindergarten“, „Orangutanklaus“, „SpeakersCorner“, „Katholische Weihwasserwerke“, „I-am-under-your-bed“, „Hans 69 Jahre Single“, „Satan2“, „Gott“.

Viele Bezeichnungen sollen witzig sein

Nun, ja. Für das Buch muss man Humor mitbringen, zu ernst darf man die Angelegenheit nicht nehmen. Ein Drittel der Kernaussagen, so die Datenanalyse der Autorin, soll witzig sein. Ein weiteres Drittel wählt Popkultur-Zitate aus, etwa aus Filmen und Büchern, wie „Gryffindor-Gemeinschaftsraum“ oder „Sonnenallee“.

Wer wissenschaftlicher das Phänomen betrachten möchte, ackert noch das Essay von Prof. Moritz Baßler durch. Das ist auch insofern interessant, da der Germanist Baßler an der Uni Rostock lehrte und dort habilitierte. Die skurrile Sammelbox von WLAN-Namen ist zugleich ein ästhetisches Vergnügen – Stichwort Wortspiele. Inspirierend für diejenigen, die ihr WLAN nun mit einem persönlichen Namen versehen möchten. Überraschend individuell ist das Format des gelben Buches: fast 20 Zentimeter hoch, nur 8,5 Zentimeter breit, gut vier Zentimeter dick. Fazit: „ist_mir_eigentlich_egal“

Helen Stelthove, Pretty Fly For A Wifi, Dudenverlag, 496 Seiten, 15 Euro

Von Klaus Amberger

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