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Titanic legt Focus-Online mit Feinstaub-Video herein

Titanic legt Focus-Online mit Feinstaub-Video herein
Foto:  Screenshot Youtube

Mit einem vermeintlichen Sabotage-Video hat das Satire-Magazin „Titanic“ sich in die Aufregung um Feinstaub und Fahrverbote eingemischt. Es ging um Manipulation von Messstationen. Ein Online-Portal fiel prompt darauf herein.


Eine gute Minute dauert das Video. „Tutorial Feinstaubmessstationen manipulieren. Aktion Messwerte überschreiten“, ist es betitelt. Zu sehen ist ein Mann mit schwarzer Gesichtsmaske, der den Schlauch eines gelbem Blasebalg. Er hält das „Mit Fußpumpe im ‚Deflate Modus‘ laufenden Diesel anzapfen“ steht als Erklärung dabei.

Angefügt ist der Hinweis, man solle das Pumpen 50 bis 60 Mal wiederholen, „um die „Konzentration zu erhöhen“. Anschließend solle man an einer Messstation etwa „20 Mal auf Sensoren gerichtet pumpen“. Zu sehen ist der Mann mit der Maske, der auf einen Stromverteilerkasten neben einem graffitibeschmierten kleinen Häuschen mit der Aufschrift „Luftmessnetz Hessen“ steigt, um von dort mit weit nach oben gestrecktem Arm den Blasebalg-Schlauch an eine Antenne hält.

Geballte Faust in die Kamera gestreckt

Der Mann pumpt ein paar Mal und streckt dann die geballte Faust in die Kamera. „Bei täglicher Aktion können die Messwerte um bis zu 20 % erhöht werden“, heißt es dazu. Es folgen die Einblendungen. „Autokonzerne bekämpfen.“ Und: „Diesellobby zerschlagen.“

Die „Titanic“ berichtet auf ihrer Internetseite, „Titanic“-Chefredakteuer Moritz Hürtgen habe das Video dann unter falschem Namen Michael Leitmeier an den Online-Dienst „Focus Online“ weitergeleitet. Der Beleg sei ein gefälschter Screenshot gewesen, der das Filmchen auf einer Internetseite von Linksautonomen platzierte.

„Focus Online“ verbreitet die Geschichte

„Focus Online“ telefonierte nach eigenen Angaben mit dem vermeintlichen Kontaktmann Leitmeier und entschied sich die Geschichte zu verbreiten: „Um Fahrverbote zu erzwingen: Autonome verbreiten Anleitung zur Manipulation von Feinstaub-Messstationen“, war die Überschrift.

Mittlerweile steht auf der Focus-Online-Website eine andere Überschrift: „In eigener Sache: Manipulation von Feinstaub-Messstationen war Satire.“ Im Text dazu heißt es: „Offenbar handelte es sich bei der Aktion aber tatsächlich nicht um eine ernst gemeinte Aktion, sondern einen Fake – initiiert vom Satire-Magazin ,Titanic’. Leider ist ,Focus Online’ darauf hereingefallen.“ Die Redaktion entschuldige sich dafür.

In Deutschland rede man seit Monaten nur noch über Autos, schreibt die „Titanic“ auf ihrer Website. Man habe ein Video gedreht, „das alle geläufigen Annahmen über Autonome untermauert, vermummt, feige und zu allem bereit“, schreibt die „Titanic“ auf ihrer Website.

Von RND

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