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Schule in Warnemünde: Weniger Fleisch und Fahrgemeinschaften

Schule in Warnemünde: Weniger Fleisch und Fahrgemeinschaften
Foto: Katharina Ahlers

Schüler der Ecolea-Schule wollen die Umweltbilanz ihrer Einrichtung verbessern

Die Schüler der 8b der internationalen Schule Ecolea in Warnemünde legen auf ihrem täglichen Schulweg zusammengerechnet 66 Kilometer mit dem Bus, 60 Kilometer mit der Bahn und 55 Kilometer im Auto zurück. „Fuß- und Radwege machen nur 16 Kilometer aus“, sagt der 14-jährige Fiete, der die Zahlen zusammen mit seiner Projektgruppe ausgerechnet hat. „Die Lehrer, die wir gefragt haben, fahren nicht mit dem Bus. Sie kommen hauptsächlich mit der Bahn aus der Innenstadt oder dem Auto.“

Die Anreise zur Schule hat Auswirkungen auf die Umwelt. In einem einjährigen Klimaworkshop haben sich 18 Schüler aus den Jahrgangsstufen sechs bis elf mit dem ökologischen Fußabdruck der Einrichtung auseinandergesetzt, die größten Umweltsünden herausgefunden und ein Konzept erarbeitet, wie die Einrichtung zukünftig klimafreundlicher werden kann.

Die Ergebnisse haben die Schüler in dieser Woche vorgestellt. „Eine schnelle und einfache Lösung wären Fahrgemeinschaften“, sagt Melissa, die ebenfalls der Gruppe „Schulweg“ angehört. „Viele wohnen doch in der Nähe voneinander und könnten so gemeinsam kommen, wenn sie schon mit dem Auto fahren wollen.“

„Wir wollen was verändern“

Zudem müssten mehr Anreize geschaffen werden, mit dem Fahrrad zu fahren, wie Fiete betont. „Workshops, wie man bei einer Panne sein Rad schnell reparieren kann, wären gut. Oder ein Pannenservice, der schnell hilft, wenn man unterwegs nicht weiterfahren kann.“ Der Gymnasiast spricht sich zudem für überdachte Stellplätze aus. „Dann wird der Sattel nicht nass, wenn es während des Unterrichts regnet.“ Und weiter: „Ich finde es gut, dass es solche Projekte gibt. Ich nehme teil, weil es die Chance ist, an der Schule was zu ändern.“

Melissa nickt. „Es ist interessant, herauszufinden, wie verschwenderisch man teilweise ist und wie einfach man Dinge ändern kann“, sagt die 14-Jährige. „Ich hoffe, dass unsere Ideen umgesetzt werden.“

Da ist sich Initiatorin Grit Weickert sicher. „Ich denke, dass wir in Zusammenarbeit mit der Schulleitung viel verändern können.“ Die Schulsozialpädagogin ist beeindruckt von dem Engagement der Schüler. „Sie interessieren sich sehr für Nachhaltigkeitsthemen, viele haben auch bei Fridays for Future mitgemacht“, sagt sie. „Es ist wichtig, sich die Umweltaspekte immer wieder ins Gedächtnis zu rufen.“ Die Pädagogin hat das Projekt vor einem Jahr ins Leben gerufen.

Viele Aspekte untersucht

Geleitet wurden die Workshops von Marieke Beugel und Mareike Weingärtner vom Umweltladen „unsere.kleine.welt“ und Silvia Kohlmann von „envitecpro“. In einem ersten Treffen wurden die Themen „virtuelles Wasser“, „Textilien“, „Papier“ und „Metalle“ behandelt. „Der Papierverbrauch wird durch Digitalisierung vermindert, wo doch Papier benötigt wird, eignet sich recycelbares“, so Weickert. „Bei Textilien sollten wir – auch bei der Schulkleidung – auf ein Fairtrade-Siegel achten und Tauschbörsen für Kleidung anbieten.“

Schulessen in der Kritik

Neben Schulweg, Wärme und Strom haben die Jugendlichen einen weiteren „Tatort“ an der Schule ausgemacht, bei dem es Verbesserungspotential gibt. Eine Gruppe hat das Schulessen genauer unter die Lupe genommen und kommt zu dem Ergebnis: Es sollten mehr regionale und weniger tierische Produkte angeboten werden, der Plastikverbrauch muss reduziert werden, ebenso wie der Lebensmittelabfall. „Wenn kleinere Portionen angeboten werden, wird nicht so viel entsorgt“, meint eine Schülerin. „Oder man bietet eine Art Büfett an. Dann kann jeder so viel nehmen, wie er essen kann.“

Fleischfreie Tage, die es bereits gibt, sorgen dafür, dass der ökologische Fußabdruck verringert wird. Der zwölfjährige Felix wünscht sich zudem, nach den Mahlzeiten direkt Feedback geben zu können. „Vielen schmeckt es nicht. Daher wird viel weggeschmissen“, sagt er. „Das wurde schon oft angesprochen.“

Bewerbung für Umweltprogramm

Ziel des einjährigen Projektes ist es, den ökologischen Fußabdruck der Ecolea zu ermitteln und auf Basis der Ergebnisse ein Umweltkonzept für die Schule zu erarbeiten. Ganz nach dem Motto „global denken, lokal handeln“ wollen sich die Beteiligten anschließend für das Programm „Umweltschule in Europa – Internationale Nachhaltigkeitsschule“ bewerben.

Von Katharina Ahlers

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