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Prüfungsangst überwinden – so hat Nina es geschafft

Prüfungsangst überwinden – so hat Nina es geschafft
Foto:  Angelina Litvin/Unsplash

Zitternde Hände, brüchige Stimme, gerötetes Gesicht: Die Panik vorm Referat oder der nächsten Klausur kennen viele. Wie MADS-Autorin Nina ihrer Prüfungsangst loswurde.


Die Buchstaben von Theodor Fontanes Ballade „Die Brück‘ am Tay“ verschwimmen vor meinen Augen. Ich halte meinen Blick starr auf mein Deutschbuch gerichtet. Eigentlich soll ich den Text frei vortragen, das Buch nur als Unterstützung dienen – doch nichts geht mehr: Kein einziges Wort des Gedichts fällt mir ein. Stattdessen bricht meine Stimme nach jedem zweiten Wort. Ich bekomme kaum Luft. 

Etwa acht Jahre liegt der Tag nun zurück, an dem meine Rede- und Prüfungsangst begann. Für meinen schlechten Vortrag kassierte ich eine Fünf. Die Begründung meiner Lehrerin: Immerhin hätte ich nicht aufgegeben, sonst gäbe es eine Sechs. Na toll. 

Prüfungsangst kennt fast jeder zweite Schüler

Von da an steigerte sich die leichte Aufgeregtheit vor Referaten zu nächtelangem Tränenvergießen vor Prüfungen. Mit dieser Angst bin ich nicht allein: 42 Prozent der befragten Schüler gaben in einer internationalen Pisa-Studie von 2015 an, trotz guter Vorbereitung große Angst vor Prüfungen zu haben. Versucht habe ich vieles, um diese Angst in den Griff zu bekommen. Meine Kunstlehrerin lieh mir etliche Bücher über Prüfungsangst und ich besuchte einen Kurs zum autogenen Training. 

Am Ende meines Bachelorstudiums fand ich endlich eine Lösung: Eine Seminarleiterin für Vortragetechniken gab mir den Tipp, meine Referatsnotizen mit blauen Punkten zu versehen, wenn ich atmen muss. Sich ans Atmen erinnern? Klingt skurril, hat bei mir aber gut funktioniert. Die Atemnot und die wackelige Stimme wurden mit der Zeit immer besser. 

Ob psychologische Ratgeber, autogenes Training oder Atemtechniken: Was dabei hilft, die Rede- oder Prüfungsangst zu besiegen, ist ganz individuell. Ich kann aber jedem, der unter Prüfungsangst leidet, nur dazu raten, nicht aufzugeben. Immerhin hat es auch bei mir acht Jahre gedauert, um das Fontane-Trauma zu überwinden. 

Über den Autor/die Autorin:

Nina Hoffmann

Nina (22) studiert Soziologie und kennt somit alle Sprüche über eine Karriere als Taxifahrerin. Statt an ihren Fahrkünsten zu feilen liest sie lieber Texte über Gender-Fragen und Emanzipation - oder noch besser: Die dazugehörigen Kommentare der Facebook-Nutzer/innen.

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