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Pro und Contra: Brauchen wir wirklich einen Frauentag?

Pro und Contra: Brauchen wir wirklich einen Frauentag?
Foto: Samantha Sophia/Unsplash

Am 8. März ist Weltfrauentag. Doch Aktionstage wie dieser und auch der Muttertag sind durchaus umstritten. Auch die MADS-Autorinnen Emily und Julia diskutieren: Haben die Tage eine Daseinsberechtigung, oder sollte man sie vielleicht doch eher abschaffen?


Pro Frauentag: Wichtige Zeichensetzung

Frauen- und Muttertag sind mittlerweile allseits bekannt. Ihren Platz im Kalender finden sie im Frühling – die Zeit der Blumen. Beide Tage werden seit vielen Jahren gefeiert, häufig gibt es Blumen als Geschenk, doch hinter diesen Tagen steckt mehr als nur ein bunter Strauß.

Foto: Alisa Anton/Unsplash

Die Idee des Muttertages stammt ursprünglich aus Amerika, sie wurde von der Frauenrechtlerin Anna Jarvis ins Leben gerufen. Mit diesem Tag wolle sie auf Probleme der Frauen aufmerksam machen und ihre zuvor gestorbene Mutter ehren. Der Frauentag entstammt der Arbeiterinnenbewegung des späten 19. Jahrhunderts. An diesem Tag – damals noch der 19. März – riefen Gewerkschaften zu einer Demonstrationsversammlung auf, um sich für das Frauenwahlrecht einzusetzen. Mittlerweile ist der Frauentag ein weitreichender Tag, welcher unter anderem auf mangelnde Gleichberechtigung aufmerksam macht, aber auch Erfolge feiert – wie vor mehr als Hundert Jahren das Wahlrecht der Frauen.

Beide Tage stehen also nicht nur für Blumensträuße und Schokolade, sondern für Frauenrechte und ihre Durchsetzung. Am 8. März wird weltweit für Frauen demonstriert und auf Ungleichheiten, Altersarmut und veraltete Klischees aufmerksam gemacht.

Von Emily Kleinert

Contra Frauentag: Überholte Mitleidsgeste

Die Feiertage für Frauen und Mütter erfahren jedoch auch Kritik. Warum nur einmal im Jahr dankbar sein, wenn Mütter – und Väter – dies jeden Tag verdienen? Warum Frauenrechte nur an einem Tag im Jahr fordern und feiern? Für viele Menschen ist es am Muttertag zudem meistens eher eine Verpflichtung, noch schnell ein Geschenk oder Blumen zu besorgen. Da ist es doch schöner, seine Anerkennung durch unerwartete kleine Gesten im Alltag zu zeigen.

Zudem werden beide Tage zunehmend kommerzialisiert. Blumenläden machen sonst wohl nur am Valentinstag so viel Umsatz. Problematisch wird das Ganze, sobald ein Blumenstrauß gemeinsame Zeit und Dankbarkeit für den Rest des Jahres ersetzen soll.

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Außerdem zelebriert vor allem der Muttertag indirekt das längst überholte Rollenklischee der Hausfrau, die zu Hause bleibt und sich um die Kinder kümmert. Beim Frauentag stellt sich die Frage, ob der exklusive Feiertag wirklich die Botschaft der Gleichberechtigung vermittelt. Denn auch wenn er ein Anlass für weltweite Demonstrationen bietet, ist der Name irreführend. So schreibt Annette Ludwig in der „Westdeutschen Zeitung“: „In der Gesellschaft muss die Überzeugung reifen, dass Frauen keine schützenswerte Spezies sind, die einen eigenen Tag braucht. Sondern Mitglieder dieser Gesellschaft, ohne die nichts geht.“

Fazit: Am Ende liegt es an einem selbst

Niemand sollte sich vorschreiben lassen, was er wie zu feiern hat. Viele Menschen nehmen die Feiertage als willkommene Gelegenheit, um Zeit miteinander zu verbringen. In vielen Familien ist der Muttertag längst zum Familientag geworden, an dem man etwas Schönes mit der ganzen Familie unternimmt. Wichtig ist, für sich selbst zu wissen, warum man etwas feiert und vor allem sicherzustellen, dass man seine Dankbarkeit und Anerkennung nicht auf ein, zwei Tage im Jahr beschränkt, nur weil diese exklusiv dafür bestimmt sind.

Von Julia Bormann


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Über den Autor/die Autorin:

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Unter diesem Namen sammeln wir Beiträge von Gastautorinnen und -autoren, Autorenkollektiven oder freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei MADS. Die Namen des jeweiligen Autors oder der jeweiligen Autorin stehen unter dem einzelnen Beitrag.

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