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Norwegen will Koffein-Höchstsatz in Energy-Drinks

Norwegen will Koffein-Höchstsatz in Energy-Drinks
Foto:  ui Mok/picture alliance

Nach Vorfällen mit kranken Jugendlichen durch Energy Drinks will Norwegen stärker gegen die Wachmacher-Brause vorgehen. Eine Altersgrenze wurde abgewiesen – stattdessen soll ein Drink maximal 32 Gramm Koffein auf 100 Milliliter enthalten.


Seit rund einem Jahr diskutiert Norwegen über eine gesetzliche Altersgrenze für den Verkauf von Energy Drinks – lange war auf einen Bericht der Behörde für Lebensmittelsicherheit gewartet worden. Der wurde nun veröffentlicht: Eine Altersgrenze sei ein zu starker Eingriff, heißt es demnach.

Allerdings hat die Behörde die Empfehlung ausgesprochen, einen Höchstwert an Koffein in den Getränken festzulegen. Auf 100 Millilitersollen demnach maximal 32 Gramm Koffein kommen. Das ist zwar weniger als in Kaffee, allerdings würde eine Dose von 250 Milliliternausreichen, damit Jugendliche den gesundheitlich empfohlenen Höchstwert pro Tag erreichen, berichtet das Verbraucherportal „DinSide“.

Mehrheit der Bürger für ein Mindestalter

Eine groß angelegte Kampagne des norwegischen Verbraucherrats hatte sich für eine Altersgrenze auf Energiegetränke ausgesprochen. Sowohl die Mehrheit der Bürger als auch zahlreiche Medien sprachen sich für eine solche Grenze aus. Einige wollten sie bei 16 Jahren sehen, die meisten jedoch bei 18 Jahren. Inzwischen haben landesweit Supermärkte und Kioske eigene Altersgrenzen eingeführt.

Erst kürzlich veröffentlichte das Wissenschaftskomitee für Lebensmittel und Umwelt eine Studie, wonach schon geringe Mengen Koffein bei Kindern und Jugendlichen zu Schlafproblemen, Bluthochdruck, Angstattacken, schlechter Konzentration und Herzrhythmus-Störungen führen können.

Tote und verletzte Kinder durch Koffeinvergiftung

Aufmerksamkeit erregte etwa der Fall eines 16-jährigen Schülers aus Schweden, der nach drei Dosen Energy Drinks mit Atemnot und Herz-Aussetzern in die Notaufnahme kam. In den USA ist ein 16-Jähriger gestorben, nachdem er innerhalb von zwei Stunden drei Dosen geleert hatte. In Schottland kollabierte ein 13-Jähriger im Klassenzimmer. Studien zeigen, dass schon Zehnjährige in Schweden und Norwegen mit einem hohen Konsum der Drinks auffallen.

Während Litauen und Lettland den Verkauf an Minderjährige bereits verbieten, gib es auch diesbezügliche Forderungen in Schweden und Großbritannien. Nachdem in Stockholm politisch keine Mehrheit gefunden wurden, haben zwei große Supermarktketten landesweit eigenmächtig gehandelt und bereits vor zehn Jahren alle Energiegetränke aus dem Sortiment genommen, darunter die Kette „7-Eleven“.

Eine Studie aus Schweden kommt zu dem Schluss, dass auch die Zahngesundheit von Kindern stark durch Energy Drinks beeinflusst sei. Seit dem vergangenen Jahr wird neu diskutiert.

Großbritannien will Verbot für Minderjährige auf den Weg bringen

Die britische Premierministerin Theresa May setzt sich ebenfalls für ein Verbot ein – Energy Drinks sollen bald nicht mehr an Jugendliche unter 16 Jahren verkauft werden. Diskutiert wird auch eine Anhebung auf 18 Jahre. Laut Studien trinken britische Kinder und Teenager zu viele Dosen der koffeinhaltigen Brause, was zu gesundheitlichen Problemen führt.

Auch in Deutschland wurde schon über ein Mindestalter für Energy Drinks gesprochen. Die SPD brachte 2015 einen entsprechenden Antrag im Bundestag ein.

Von RND/msk

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