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Kein Voract für Feine Sahne Fischfilet: Disarstar sagt Auftritte ab

Kein Voract für Feine Sahne Fischfilet: Disarstar sagt Auftritte ab
Foto: Georg Wendt/dpa

Erst Anfang März verkündete die Band Feine Sahne Fischfilet, dass sie neun Open-Air-Shows spielen werden. Bei dreien sollte der Rapper Disarstar als Voract auftreten. Der Musiker sagte die Auftritte jedoch kurz nach der Verkündung ab – wegen Vorwürfen gegen den Frontsänger der Band.


Eigentlich wollten sie zusammen in drei von neun Städten im Sommer 2023 auf Tour gehen: Die Band Feine Sahne Fischfilet und der Rapper Disarstar. Doch kurz nach der Verkündung, ruderte der Voract wieder zurück. In seiner Instagram-Story erklärte Gerrit Falius, wie Disarstar mit bürgerlichen Namen heißt, die Zusammenarbeit mit Feine Sahne Fischfilet für beendet.

Nach den Vorwürfen gegen Feine Sahne Fischfilet solidarisierten sich unter anderem der Verein No Bell und die Sozialistische Jugend der Falken M.V. aus Rostock mit den Opfern. „Wir glauben den Betroffenen und stehen an ihrer Seite!“, schrieben Beteiligte der ifA („intersektional feministischer Angriff“) auf Instagram.

Disarstar: ,,Ich bin da so unreflektiert rangegangen“

Nach Aussagen von Disarstar seien ihm die Vorwürfe gegen die Band erst wieder bewusst geworden, als er Kritik für seine Zusage seitens seiner Fans erhielt. ,,Ich bin da so unreflektiert rangegangen, wie man nur hätte rangehen können“, schreibt er auf Instagram. Nach intensiver Auseinandersetzung mit der Thematik, sei er zu dem Entschluss gekommen, nicht spielen zu wollen. „Klar ist es schwierig, auf anonyme Anschuldigungen im Internet zu reagieren“, macht der Musiker deutlich. Seiner Meinung nach fehle es seitens der Band dennoch an der nötigen Auseinandersetzung mit den Anschuldigungen.

Screenshot: Instagram/disarstarhh

Die Musik des 29-Jährigen zeichnet sich unter anderem durch feministische Texte aus. In dem Musikvideo zu seinem Song „Lya“ übernahm die feministisch-aktivistische Fotografin „Lebefrauu“ die Hauptrolle. Auch der Liedtext setzt sich mit den Problemen patriarchaler Strukturen auseinander. Zeilen wie „Kriegst du´n Korb, dann nennst du sie ´ne Bitch – Was bist du dann?“ machen auf Missstände aufmerksam und verdeutlichen die Objektifizierung und Sexualisierung von weiblich gelesenen Personen. Daher zeigten sich einige Fans verwundert über die Zusage, mit Feine Sahne Fischfilet aufzutreten.

Band wies die Vorwürfe zurück

Die Band Feine Sahne Fischfilet wies im vergangenen Jahr die in sozialen Medien erhobenen pauschalen Vorwürfe der sexualisierten Gewalt gegen ihren Frontsänger zurück: „Es gibt keine Fälle der sexualisierten Gewalt, die von uns ausging und derer wir uns bewusst sind.“ Nichtsdestotrotz wollten die Rostocker Musiker einige Änderungen vornehmen. „Wir können einfach nicht behaupten, dass wir noch nie respektlos, peinlich oder sexistisch gegenüber Frauen gewesen sind“, erklärten sie in ihrem Instagram-Statement. Zu der Absage von Disarstar äußerten sich die Mitglieder bisher noch nicht öffentlich.

Von Maja Göhmann


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