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Katzenkuscheln und Hundeausführen

Katzenkuscheln und Hundeausführen
Foto:  Fotolia

MADS-Reporter haben das Lübecker Tierheim besucht. Hier warten auch Kaninchen, Schlangen und Vögel auf ein echtes Zuhause.

Im Eingangsgebäude des Lübecker Tierheims hängen Bilder von Tieren, die zur Vermittlung stehen. Gerade die Katzen haben außergewöhnliche Namen: „Teddy“, „Grizzly“, Mäuslein“ oder „Fred“ und „George“ nach den Zwillingen aus „Harry Potter“. „Das kommt daher, dass wir viele Tiere finden und wir ihnen dann erst ihre Namen geben“, erklärt eine der sechs Bundesfreiwilligen, Kathy Strung. Sie können zum Fundort, Aussehen und Charakter der Tiere passen“, ergänzt Jana Lewerenz.

Im Katzenhaus teilen sich rund 20 Katzen drei Räume. Liebevoll sind diese mit Decken, Kissen und Kratzbäumen eingerichtet. Maunzend begrüßen die Vierbeiner die Besucher.

Extra Zimmer für kranke Tiere

Die Tierpflegerinnen wissen genau, welche Katze gestreichelt werden will. „Neue Tiere kommen bei uns mehrere Tage in Quarantäne. Diese Katzen besitzen ihr eigenes Zimmer, genau wie die kranken“, meint Kathy. Sie hält einer Samtpfote den Ärmel ihres Pullovers hin. Spielerisch ergreift die Katze die Gelegenheit und zerrt frech daran.

Im Kleintierhaus leben in vier Buchten Kaninchen und Meerschweinchen auf Streu und Stroh zu zweit bis viert auf etwa fünf Quadratmetern. „Hier ist immer viel Wechsel“, sagt Jana.„Ich finde das ganz cool, weil man so immer wieder neue Tiere kennenlernt.“

In einem Nebenraum gibt es weitere Gehege für Ratten, Mäuse und Hamster. Zurzeit leben dort nur drei Ratten, die zu Besuchen in Schulen mitgebracht werden. Einen Raum weiter wohnen Wellensittiche und Wachteln. Die bunten Vögel pfeifen fröhlich vor sich hin.

Schlangen sind weniger beliebt

In dem dritten Raum befinden sich zwei quirlige Frettchen. Eines lässt sich von Jana Lewerenz auf den Arm nehmen. Das andere klettert auf dem mit Stoff bedeckten Holzhaus herum, das im Zimmer steht. Hinter einem Durchgang ist das Reptilienzimmer. Hier ist es sehr warm. Neben Schlangen, Bartagamen und Schildkröten lebt dort auch noch ein Chamäleon. Die Exoten besitzen ihre eigenen Terrarien. Eine der Schlagen lässt sich auch auf die Hand nehmen. „Die Reptilien sind immer etwas schwierig abzugeben, weil für sie eine besondere Ausstattung benötigt wird und sich nur wenige Menschen da für interessieren“, sagt Jana.

Sie und Kathy und haben beide nach ihrem Abitur etwas mit Tieren machen wollen. Für nur wenig Geld arbeiten die Freundinnen vierzig Stunden pro Woche im Tierheim und geben ihr Bestes, um es ihren Schützlingen gut gehen zu lassen.

Selten: Hundehaltung in Gruppen

Im hintersten Teil des Geländes haben die Hunde ihren Bereich. Auf vier große Gehege aufgeteilt, leben die Vierbeiner in Gruppen von bis zu zehn Hunden. „Wir sind nur eines von zwei Tierheimen in Deutschland, die ihre Hunde auch in Gruppen halten“, verrät Kathy. Jeder der Hunde hat eine eigene Schlaf- und Liegebox.

Einige wenige Hunde müssen einen Maulkorb tragen. Jana begründet dies damit, dass manche Hunde nie die Möglichkeit hatten zu lernen, wie sie mit anderen Hunden kommunizieren müssen. „Diese Hunde zeigen eben nicht unbedingt mit nur einem kurzen Knurren an, dass dies ihre und nur ihre Box ist, sondern sie wissen es nicht besser und fangen gleich an zu schnappen.“

Tiere kennenlernen

„Am Wochenende ist es bei uns möglich, Katzenkuscheln oder Hundeausführen zu machen. So wird dem Tierheim einiges an Arbeit erspart und die Tiere lernen andere Menschen kennen als nur die Pfleger“, erzählt Kathy. Die Besucher lernen die Tiere kennen und wissen, worauf sie sich einlassen, wenn sie eines adoptieren.

„Außerdem besuchen wir Schulen, Kindergärten und bieten Projekttage an, um mit Kindern über bestimmte Tierarten zu reden oder ihnen den Umgang mit Tieren besser beizubringen“, ergänzt Jana.

„Die Stadt gibt uns 200 000 Euro pro Jahr, allerdings braucht das Tierheim etwa 700 000 Euro, um sich über Wasser zu halten. Wir finanzieren uns ansonsten von Spenden und Erbschaften“, erklärt Kathy. „Die Tiere hier brauchen ein Zuhause. Da können wir uns noch so sehr anstrengen, aber das werden sie in einem Tierheim niemals finden. Jedes Tier hat es verdient, ein schönes Leben führen zu dürfen.“

Luna, Hannah, Mathilda und Laura, 8. Klasse, Geschwister-Prenski- Schule, Lübeck

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